Zöliakie nur eine Getreideunverträglichkeit?

 
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Zöliakie nur eine Getreideunverträglichkeit?

Die Diagnose Zöliakie ist weit mehr als einfach nur die Feststellung, dass jemand gewisse Getreidearten nicht verträgt. Denn diese Krankheit begleitet einen ein Leben lang. Aber wenn man weiß wie, lässt sich ziemlich problemlos damit leben.

Zöliakie – nur eine Getreideunverträglichkeit?Was ist Zöliakie und wodurch wird sie ausgelöst?
Zöliakie ist eine lebenslange Unverträglichkeit auf verschiedene Kleberproteine (Glutene) wie Gliadin, Avenin, Hordenin, Prolin und Glutamin. Alles lösliche Fraktionen der Klebereiweiße wie sie in Getreide auftauchen. In Weizen, Hafer, Roggen, Dinkel, Gerste, Grünkern sowie allen verwandten Getreidesorten und Urkornarten.

Über das Warum ist man sich noch nicht restlos klar. Auf der Hand liegen genetische Veranlagungen, Infektionen und andere Umwelteinflüsse. Patienten mit Down-Syndrom , eineiige Zwillinge sowie Kinder von Zöliakie-Patienten tragen ein höheres Risiko. Auslöser ist eine Überreaktion des Immunsystems auf Glutene. Dies kann schon im frühesten Kindesalter passieren, jedoch auch mit über 60 Jahren.

Zöliakie verursacht eine Entzündung des Dünndarmes, bei der sich die Darmzotten zurückbilden. Da sie die Nährstoffe aus dem Nahrungsbrei aufnehmen, ergeben sich aus ihrer Rückbildung Mangelerscheinungen und Immunschwäche.

Symptome im frühen Kindesalter : Wachstumsstörungen, geringeres Körpergewicht, Appetitlosigkeit, Durchfall, Blässe durch Blutarmut, aufgeblähter Leib, Interesselosigkeit, Verlust erlernter Fähigkeiten (Stehen/Laufen), Weinerlichkeit, Übelkeit, Erbrechen.

Im fortgeschrittenen Kindesalter (zusätzlich): Eisenmangel, Vitaminmangel, Blutarmut, Verstopfung, Bauchschmerzen, verminderte Knochendichte (Osteopenie), Krankheitsvorgeschichten, Angststörungen, Depression, Leistungsabfall.

Erwachsenenalter: quasi identisch aber oft nur einzelne Symptome, Knochenschwund (Osteoporose), Knochenschmerzen, Müdigkeit, Folgeerkrankungen durch Mangelerscheinungen bei langjähriger Nichterkennung.

Folgeerkrankungen: Milchzuckerunverträglichkeit, Hauterkrankungen, Ekzeme, Entzündungen (z.B. der Mundschleimhaut, Zunge, Mundwinkel), Zahnprobleme, Haarausfall, Gewichtsverlust, Muskelkrämpfe, Erkrankungen des Nervensystems, Epilepsie, Gleichgewichts- und Bewegungsstörungen, Unfruchtbarkeit und Fehlgeburten.

Ärztliche Diagnose: Es gibt zwar Tests auf Antikörper, aber eine zuverlässige Diagnose kann nur mittels einer Darmspiegelung erstellt werden.

Ist Zöliakie heilbar?
Heilbar ist Zöliakie bislang nicht. Der Patient muss also seine gesamten Ess- und Lebensgewohnheiten umstellen. Bei strenger glutenfreier Ernährung erholt sich der Dünndarm und nimmt auch wieder die normale Tätigkeit auf. Bei jedem Verstoß jedoch tritt eine sofortige Schädigung ein. Schon 0,25 g Weizen können schädlich sein und schwerste Erkrankungen nach sich ziehen.

Verzichten auf: Emulgatoren, Konservierungsstoffe, Verdickungsmittel, Stabilisatoren, Stärke (Ausnahme: Mais-, Reis-, Soja-, Kartoffel-Stärke), Aromen (diese können Glutene enthalten). Da die Lebensmittelindustrie Glutene für viele Zwecke einsetzt, z.B. zum Gelieren, Stabilisieren und Aromatisieren, muss man auf alle Fertiggerichte, Soßenbinder, vorbehandelte oder vorgefertigte Produkte verzichten.

Frische, unbehandelte Lebensmittel verwenden ist also das A und O. Auch das eigene Geschirr, Besteck und Küchenuntensilien sollte nicht mit Gluten in Kontakt kommen. Daher ist es ratsam, dass die ganze Familie die Ernährung umstellt.

Weiterführende Informationen für Patienten und Betroffene finden sich im Internet unter der Adresse der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft www.dzg-online.de und unter www.wikipedia.de. Darunter Kontaktforen, Bezugsquellen für Lebensmittel und Rezeptsammlungen.

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Kategorie: ratgeber
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Erfassung: 20.03.2007
Quelle: Kochmix
 
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