Was macht Melamin in Babynahrung und Lebensmitteln?

 
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Was macht Melamin in Babynahrung und Lebensmitteln?

Melamin oder Cyanursäuretriamid ist ein chemisches Produkt, das bei der Herstellung von Kunstharz, aufgeschäumt als Schaumstoff sowie als Flammschutzmittel eingesetzt wird.

Babynahrung mit Melamin versetztAußerdem enthält Melamin Stickstoff und lässt sich billig herstellen. So weit, so gut. Doch seit 2006 spielt Melamin eine Rolle in einem neuen Lebensmittelskandal: Melamin wurde in Milch, Milchprodukten und Getreideprodukten aus China gefunden.

Skrupellose Geschäftemacher erhöhten ihre Milchmengen, indem sie ordentlich Wasser dazuschütteten – nicht gesundheitsschädlich, aber qualitativ minderwertig. Um die mindere Qualität zu vertuschen, versetzten sie die verwässerte Milch und Milchprodukte sowie Getreideprodukte jedoch mit Melamin. Sehr praktisch dabei war die Tatsache, dass Melamin als weißes geschmack- und geruchloses Pulver weder optisch noch geschmacklich in Milch und Mehl auffällt.

Doch was sollte denn Melaminpulver in Lebensmitteln, mag sich da mancher Verbraucher fragen und sich verwirrt an den Kopf greifen. Die kriminelle Vorgehensweise wird nachvollziehbarer, wenn man erfährt, dass es eine indirekte Methode gibt, mit der die Qualität, sprich: der Proteingehalt, von Lebensmitteln gemessen werden kann. Bei dieser Methode misst man Stickstoffgehalt des Produktes und schließt von seiner Höhe auf den Eiweißgehalt zurück.

Das klingt zunächst nach einem Umweg – warum misst man nicht einfach direkt, was man wissen will, nämlich wie viel Eiweiß das Produkt enthält. Doch da dieser Umweg erheblich weniger Kosten verursacht als die Direktmessung, wird er verständlich.

Um verwässerte Milch und minderwertiges Getreide bei der Untersuchung gut aussehen zu lassen, wurde der Stickstoffgehalt also mit Melamingaben hochgepuscht. Dieses Melamin-Doping flog auf, als in Amerika Haustiere wie Hunde und Katzen elend an Nierenversagen zugrunde gingen, nachdem sie Tierfutter gefressen hatten, das Weizenprodukte aus China enthielt.

Doch es sollte noch schlimmer kommen. Im Jahr 2008 wurde bekannt, dass in China mehrere Säuglinge an Nierenversagen starben, nachdem sie Melamin-verseuchte Babynahrung zu essen bekommen hatten. Mittlerweile wurden mehr als 50.000 chinesischer Babys wegen Nierenbeschwerden in Krankenhäuser eingeliefert.

Und schon nachdem all dies aufgeflogen und die Gesundheitsgefahr bekannt war, wurden in China Milch und Joghurtprodukte der Großmolkereien Mengniu und Yili billig an chinesische Studenten verkauft, wie der Spiegel in einem Artikel zum Melamin-Skandal vom 16. Oktober 2008 berichtet.

Welche Melamin-verseuchten Produkte wurden bisher gefunden?

  • Milchbonbons der Marke „White Rabbit“ in Asienläden in Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz und Thüringen sowie in Frankreich
  • Schwer verseuchter Kuchen der Marke „Lotte Chocopie“ im Saarland
  • Kekse der Marke "Koala" in den Niederlanden, Deutschland und Frankreich
  • Milch in Italien
  • Eier des Unternehmens „Hanwei Hühnerfarm“ in Honkong
  • Milch der Marke "Dairy Farm Pure Milk" des Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé in China
  • Backpulver in Taiwan
  • Reibekäse auf Pizza von „Pizzahut“ in Taiwan

Europäer ziehen Notbremse

Ende September 2008 hat zunächst die Europäische Kommission Sondervorschriften für den Import chinesischer Milch und Milcherzeugnisse auf den Weg gebracht. Dann erließ das Deutsche Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz eine Eilverordnung, die den Import von  Babynahrung aus China fürs erste verhindert und Lebensmittel aus China, die Milchprodukte enthalten, nur nach Untersuchung ins Land lässt.

Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA beruhigt

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA beruhigt allerdings: Wer melaminhaltige Nahrungsmittel zu sich genommen hat, muss nicht in Panik verfallen: für Erwachsene betrage die tolerierbare tägliche Aufnahmemenge (TDI) 0,5 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht.

Bei Kindern sollte man vorsichtshalber auf jeden Fall darauf achten, dass sie weder Süßigkeiten noch sonstige milch- oder getreidehaltigen Nahrungsmittel aus chinesischer Produktion zu sich nehmen. Da heißt es gründlich lesen, wenn man einkauft.

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Kategorie: ratgeber
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Erfassung: 07.11.2008
Quelle: kochmix
 
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