Teegebäck - Französische Madeleines

 
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Teegebäck - Französische Madeleines

Manche Speisen sind so köstlich, dass sie Schriftsteller zum Schwärmen verführen. Und zwar seitenweise.

Französische MadeleinesGenauso erging es Marcel Proust, als er sich in seinem  Roman „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ den Madeleines widmete und dafür zurück in seine Kindheit abtauchte. Der besondere Duft des in Tee getauchten Gebäcks nämlich hatte sich für immer in sein Gedächtnis gebrannt und war stets mit positiven Gefühlen verknüpft.

Das ist schwer nachvollziehbar, wenn man die abgepackten Madeleines aus dem Supermarkt probiert. Verstehen lässt sich Prousts kulinarische Lobhudelei jedoch vollends, wenn man sich die Mühe macht, das luftige Teegebäck selbst herzustellen. Das ist schließlich gar nicht so schwer und braucht nur ein wenig Geduld.

Wie bei vielen Kuchen ist es nicht exakt überliefert, wann genau die französischen Madeleines entstanden sind und wer die geniale Idee hatte, sie in einer besonderen, an Jakobsmuscheln erinnernden Form zu backen. Vermutlich kamen die ersten Madeleines im 18. oder 19. Jahrhundert auf den Tisch und entwickelten sich fortan zum Gebäckklassiker.

Es ist nicht übertrieben, Madeleines als kleine Kuchen zu bezeichnen. Sie sind nicht knusprig und hart wie Kekse, sondern angenehm weich und sollten nach dem Reinbeißen auf der Zunge zergehen. Heute gilt das französische Illiers als das Mekka der Madeleines – denn hier ist Proust groß geworden und war Dauergast im Ritz, wo die Küchlein in alter Tradition nach wie vor zum Tee serviert werden.

Es ist jedoch nicht nötig, eine teure Übernachtung im Ritz zu buchen, um ebenfalls von den echten, süßen Madeleines kosten zu dürfen. Wer eine Madeleines-Form ersteht, kann sie problemlos selbst zubereiten. Ungeduldige Naschmäuler werden dabei auf eine harte Belastungsprobe gestellt, denn der Teig muss eine Nacht ruhen und darf erst am nächsten Tag in den Ofen wandern. Madeleines-Formen oder –bleche gibt es in ausgesuchten Kochzubehörläden oder auf Bestellung im Internet.

Madeleines-Teig

Für den Teig werden zunächst sechs Eier und 160 Gramm Zucker schaumig gerührt. Anschließend 150 Gramm Honig und 150 Milliliter Milch dazu geben. 500 Gramm Mehl fein sieben und zusammen mit 25 Gramm Backpulver und einer guten Prise Salz nach und nach unterheben, bis eine homogene Masse entstanden ist. Nun 500 Gramm Butter erst schmelzen und dann abkühlen lassen. Die weiche, lauwarme Butter mit dem Teig vermischen. Da Gut Ding bekanntlich Weile hat, muss der Teig nach dem Zubereiten über Nacht im Kühlschrank ruhen.

Am nächsten Tag die Madeleineförmchen einfetten und mit ein wenig Mehl einstäuben, damit die Küchlein nicht haften bleiben. Den Teig in einen Spritzbeutel mit großer Öffnung füllen und ihn in die Förmchen geben. Achtung – der Teig geht auf und erreicht beim Backen fast den doppelten Umfang. Deshalb die Förmchen nicht randvoll füllen.

Bei 210 Grad müssen die Madeleines im vorgeheizten Backofen garen – die Backzeit richtet sich nach der Größe der Madeleineformen. Kleinere Madeleines sind meistens schon nach sechs Minuten fertig; die klassisch großen Madeleines nach zirka zehn Minuten. Die Madeleines sollten noch heiß aus der Form geklopft werden. Wer möchte, kann die Madeleines nach dem Backen an ihrer Spitze in Schokoladenkuvertüre tunken.

Am besten schmeckt das Gebäck abgekühlt zu einer guten Tasse Tee, in die sie auch gerne hinein getunkt werden dürfen – ganz so, wie es Marcel Proust in seiner Kindheit liebte. Madeleines sind, aufbewahrt in einer Blechdose, mehrere Tage lang haltbar.

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Kategorie: lifestyle
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Erfassung: 18.07.2008
Quelle: kochmix
 
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