Surströmming - Hering als Delikatesse aus Schweden

 
Rezepte, Kochen, Kochbuch, Kochrezepte, TV-Guide usw.

Kategorien für das Kochmagazin:

Kochmagazin: Live Search

Kochmagazin - lifestyle

Surströmming - Hering als Delikatesse aus Schweden

Wer sich für Schweden interessiert, hat in jedem Fall schon von dem legendären, ebenso berüchtigten wie geliebten Surströmming gehört. Dieser Fisch spaltet die schwedische Nation. Es gibt extreme Fans und entschiedene Gegner dieses Nahrungsmittels.

Surströmming – Hering als Delikatesse aus SchwedenEine neutrale Position zu ihm zu finden ist nur schwer möglich. Der Name dieses Fischgerichtes besteht aus zwei schwedischen Worten: Einmal ‚sur’ das man mit sauer oder gärig übersetzt und ‚strömming’, das den Ostseehering bezeichnet. Was macht diesen Fisch so besonders? Warum lehnen die einen ihn vollständig ab, während andere ihn als Delikatesse schätzen und lieben? Es ist die Art der Herstellung und der daraus resultierende extreme Eigengeruch, den der Surströmming nach dem Öffnen verströmt – er erlaubt nur Haß oder Liebe.

Der Hering wird im Frühjahr gefangen, kommt eingesalzen in Holzfässer und gärt in ihnen vor sich hin. Nach einiger Zeit wird er eingedost – aber der Gärungsprozess ist noch nicht zu Ende... Wenn der Fisch dann im August in den Handel kommt, sind die Dosen durch die Gärungsgase verbeult und aufgebläht. Sie stehen unter Druck von innen – das fordert ein besonderes Vorgehen beim Öffnen.

Surströmmingsdosen öffnen – eine Kunst für sich
Eine Methode ist die Unterwasseröffnung. Hierbei hält man die Dose in einen Eimer mit Wasser und sticht sie mit einem spitzen Gegenstand auf. Das Wasser bietet etwas Gegendruck und man kann so verhindern, dass die übelriechende Flüssigkeit unversehens aus der Dose herauspritzt.

Andere halten die Dose beim Öffnen einfach schräg. Der flüssige Doseninhalt sammelt sich unten und man kann die Konserve an dem anderen Ende relativ gefahrlos öffnen. Es wird jedoch dringend empfohlen, das Öffnen in jedem Fall im Freien durchzuführen!

Die Gärungsgase des sauren Herings sind nämlich im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubend. Sie stinken entsetzlich nach verfaultem Fisch. Der Geruch ist so intensiv das er selbst im Freien auf mehr als 50 Meter Entfernung noch störend wahrgenommen wird. Bei schwedischen Jugendlichen gilt es als besondere Mutprobe, etwas Surströmming direkt aus der Dose zu essen! Doch üblicherweise wird diese Delikatesse erst zum Genuss vorbereitet.

Nach dem Öffnen spült  man den Hering gründlichst unter fließendem Wasser ab und wässert ihn außerdem noch einige Zeit lang – dabei verliert er seinen extremen Geruch. Surströmming-Liebhaber sagen, dass man den Hering erst probiert haben müsse, um seinen Geschmack wirklich schätzen zu können. Sein Geschmack wird von Kennern als sehr mild und angenehm beschrieben. Der penetrante Geruch lässt zwar viele Leute von einer Geschmacksprobe Abstand nehmen, doch die Zahl der Anhänger wächst stetig. So schlecht kann er also nicht sein...

Wie isst man Surströmming?
Es gibt verschiedene Rezepte, Strömming zuzubereiten. Im Norden Schwedens wird der Fisch auf Tunnbröd, einer Art Fladenbrot, serviert. Dazu gibt es Pellkartoffeln, gehackte Zwiebeln und saure Sahne. Getrunken wird dazu traditionell kalte Milch und zum Abschluss gießt man einen Schnaps hinterher.

Dazu ein Tipp am Rande: Wer mit Schweden trinkt, fragt taktvoller Weise nicht nach der Marke des Schnapses. Viele Schweden brennen aufgrund der hohen Alkoholpreise ihren ‚Snaps’ selbst.

Noch eine kleine Anekdote: Die Fluggesellschaften British Airways und Air France weigern sich, Surströmming in ihren Maschinen zu befördern – sie fürchten, dass die Dosen explodieren könnten. Und wie eine Geruchswelle dieser Art auf Menschen wirkt, die zwangsweise mehrere Stunden in einem Raum eingeschlossen sind, möchte man sich lieber nicht vorstellen...

Anzeigen zum Artikel:


Weitere Interessante Artikel aus der selben Kategorie: Lifestyle
» Madenkäse Casu Marzu aus Sardinien
» Ethnic Food - die multikulturelle Küche
» Pfundiger Trend - Kampf dem Schlankheitswahn
» Slow Food - eine Bewegung für mehr Genuss und Lebensqualität
» Der Elsass Kulinarisch - Flammkuchen, Gugelhupf und Coq au Vin

Kategorie: lifestyle
Hits: 22455 mal gelesen
Erfassung: 12.11.2007
Quelle: kochmix
 
nach oben


Copyright © Pixel Trader Ltd. 2005 2006 2007 All rights reserved.