Stress und Hektik machen dick ?

 
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Stress und Hektik machen dick ?

Der „Stressesser“ ist schon lange ein fester Begriff. Doch bislang hatte man ihm anscheinend noch keine ausreichende Bedeutung zugemessen.

Stress und Hektik machen dick ?Nachdem verschiedenste Ernährungsexperten, die Medien und nicht zuletzt die Verbraucher selbst jahrzehntelang auf den Wellen wechselnder Ernährungsweisen schwammen, richtet sich der Fokus nun auf den Menschen und sein empfindliches System für Hunger und Sattsein. Denn Stress kann dies entscheidend stören.

Die Geschichte der Ernährungskommunikation ist eine Geschichte des Scheiterns", spitzte es der Sozialwissenschaftler Dr. Uwe Spiekermann bereits im Jahr 2005 auf der Eröffnung des 8. aid Forums zu, einer Fachtagung einer der bedeutendsten Ernährungsfachgesellschaften Deutschlands.

Alles Wissen über Kalorienzählen oder Fettsparen, Vitamine oder Ballaststoffe hat uns nicht schlanker und gesünder gemacht. Nun geht es darum, den Menschen und seinen Appetit ins Gleichgewicht zu bringen. Ein Team von Medizinern, Psychologen und Psychotherapeuten entwickelt dazu seit 2004 in Lübeck sogar ein Abnehmprogramm, das auf dem Konzept des konsequenten Stressabbaus basiert.

Anders als bisher angenommen führt Stress nicht nur dazu, dass man unbemerkt, weil nebenbei, isst. Er greift auch direkt in das Gleichgewicht von Hunger und Sättigung ein. Für diese Funktionen hat der Körper im Laufe der Evolution eine ausgeklügelte Kommunikation zwischen Verdauung, Fettgewebe und dem Gehirn als Kommandozentrale entwickelt. Erforscht und beschrieben hat dies das Lübecker Team rund um Achim Peters in seiner Theorie vom ‚selbstsüchtigen Gehirn’ (selfish brain).

Der zentrale Gedanke ist, dass das Gehirn sich immer zuerst selbst mit Energie versorgt, dann erst die restlichen Organe. Gut 50 Prozent der täglichen Kohlenhydrate verbrennt unser Gehirn. Um diesen Bedarf zu decken, kann es entweder die Reserven des Körpers anzapfen, also etwa Fett abbauen, oder aber Nahrung von außen zuführen. Das Hirn entscheidet, welche Versorgungsweise gerade angebracht ist.

Damit der Körper nun weder zu dünn noch zu dick wird, geben Hormone als Botenstoffe Informationen über den Ist-Zustand an die Zentrale. Das Leptin aus dem Fettgewebe etwa meldet „Hier ist noch was übrig, verbrennt das erst mal“. Sein Gegenspieler aus der Magenschleimhaut, das so genannte Ghrelin, bittet bei Bedarf um Energie: „Hier unten könnten wir was brauchen“.

So etwa könnte man die Botschaften deuten. Diese Energieversorgung ist nun aber eng verknüpft mit dem Stresssystem des Körpers. Wird ein Stressreiz gegeben, kommen die Botenstoffe Cortisol und Adrenalin zum Zuge. Die Hirntätigkeit steigt, der Energiebedarf steigt. Wenn das Hirn nun fälschlicherweise von außen fordert, statt auf bestehende Reserven zurückzugreifen, isst der Mensch mehr als er (ver)braucht.

Eine Störung in der entscheidenden Hirnregion, Hypothalamus genannt, hat genau das zur Folge. Konsequenz: mehr Hunger. Chronischer Stress kann das verursachen, aber auch Medikamente, Alkohol, Süßstoffe oder Glutamat. Aber auch zu wenig Schlaf schadet, indem er den Ghrelinspiegel und damit das Sättigungsgefühl reduziert.

In der Alltagssprache wird Stress oft gleichbedeutend mit „Zeitnot“ benutzt. Für den Fachmann geht es aber nicht nur um Hektik. Generell könnten uns alle inneren und äußeren Anforderungen stressen, an die wir uns anpassen müssen. Doch erst wenn wir sie als negativ bewerten, reagiert der Körper mit Stress.

Stress kann auch durch Sorgen und Ängste entstehen. Ein Langzeitarbeitsloser kann also trotz aller Tagesfreizeit wegen seiner Perspektivlosigkeit unter starkem chronischem Stress leiden und dank gestörtem Essverhalten zunehmen.

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Kategorie: ratgeber
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Erfassung: 05.06.2008
Quelle: kochmix
 
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