Second Life - Essen und Trinken in Second Life - virtuelle Restaurantkultur

 
Rezepte, Kochen, Kochbuch, Kochrezepte, TV-Guide usw.

Kategorien für das Kochmagazin:

Kochmagazin: Live Search

Kochmagazin - lifestyle

Second Life - Essen und Trinken in Second Life - virtuelle Restaurantkultur

So mancher mag schon von Second Life gehört haben, viele jedoch noch nicht: Second Life ist eine Art Puppenstube für Erwachsene im Internet, eine virtuelle Welt.

Eine Computersimulation, in der man mit Hilfe einer Puppe – ein so genannter Avatar – umherspazieren oder umherfliegen kann, Häuser bauen, Landschaften gestalten, Kleidung entwerfen oder andere Avatare treffen kann, die von Menschen aus allen Erdteilen gesteuert werden. Mit denen kann man sich sogar unterhalten – per life E-Mail sozusagen, man chattet, wie das im Computerjargon heißt.

In Second Life bauen sich Leute die Welt so, wie sie sie gern hätten. Wer schon einmal durchs antike Rom spazieren wollte, findet hier die Gelegenheit. Wer schon einmal in einem Palast wohnen wollte, kann sich hier einen bauen oder kaufen. Alles in Bits und Bytes, versteht sich. Und weil der Mensch an sich gern Gewohntes um sich hat, gibt es hier auch soziemlich alles, was man sonst aus dem realen Leben kennt. Zum Beispiel auch Essen und Getränke.

Essen? Oh ja. Garantiert kalorienfrei. Allerdings auch ohne Geruch und Geschmack, und mit sehr wenig Substanz. Dafür verwandelt sich diese Art von Ernährung auch nicht in das berüchtigte Hüftgold, mit dem im Frühjahr so manche(r) zu kämpfen hat.

In einem Selbstversuch begibt sich die Autorin in den folgenden Zeilen auf kulinarische Spurensuche in der Computerwelt. Wo soll ich beginnen? Im realen Leben beginnt die Nahrungskette mit Pflanzen und Tieren, die von diversen Handwerkern wie Bäckern oder Metzgern weiterverarbeitet und beispielsweise in Restaurants zur Vollendung gebracht und dann verzehrt werden.

Also beginnen wir doch einmal am Ende der Kette und suchen nach Restaurants. Und siehe da – ich werde recht schnell fündig.

Silver King GrillAmerikanisch essen in Second Life: Silver King Grill
Der Silver King Grill  ist ein amerikanisches Drive-in-Restaurant im Stil der 50er Jahre. Doch Gegrilltes sucht man hier vergeblich; stattdessen gibts am Eingang Kaugummi, das sich aufblasen lässt, und Rollschuhe zu kaufen. An der Bar wird Eis am Stil und Kuchen angepriesen und der Coke-Automat verteilt Coladosen, wenn man ihn anklickt. Da ich der einzige Gast in dem Rot-Weiß-Schwarzen Drive-in bin, kann ich niemanden nach seinen Erfahrungen mit Restaurants in Second Life befragen.

 

Florian TurmDeutsche Küche in Second Life: Der Dortmunder Florianturm

Ein Restaurant mit Aussicht, wenn auch genauso leer, ist der Florianturm, dessen reales Gegenstück sich in Dortmund befindet. Das Restaurant hat zwei Ebenen, die untere ist mit einem Glasboden versehen, durch den man den Park und Gebäude unter dem Turm sehen kann – wahlweise hat man aus den Fenstern die Aussicht auf Fotos von Dortmund oder aber auf die nachgebaute virtuelle Stadt. Leider dreht sich der Florianturm ständig, und mir wird übel, so dass ich das Gebäude fluchtartig verlasse, ohne einen genaueren Blick auf das Menü zu werfen.
 

Taverna PoseidonBeim Griechen in Second Life: Taverna Poseidon
Im Mare Mare Greek Village gibt es ein kleines griechisches Restaurant am Meeresstrand, die Taverna Poseidon. Die Wellen rauschen, Möwen kreischen, eine Amsel flötet vor sich hin und die zahlreichen Pflanzen aus Bits und Bytes wiegen sich im Wind. So weit, so gut. Auch dieses Restaurant ist leer – nicht weiter verwunderlich. Denn wenn man die Speisekarte studiert (Tzatziki, Kalamata-Oliven mit Feta, Gyros, Moussaka, Meeresfrüchte und als Nachspeise Baklava) bekommt man solchen Appetit, dass die meisten Leute vermutlich sofort zum nächsten Griechen oder an den heimischen Herd verschwinden, um im realen Leben etwas zu genießen.

Bei ‚Georgios Deli’, dem benachbarten Delikatessenladen, sieht man liebevoll gestaltet lauter mediterrane Köstlichkeiten: Amphoren voller Wein stehen in den Ecken, Käselaibe liegen auf Holzfässern und ganze Räucherschinken hängen von der Decke, ein Regal ist gefüllt mit Oliven in Gläsern, Olivenöl und sonstigem Eingemachtem.

Ah, und im Delikatessenladen taucht gerade tatsächlich jemand auf – ein junger Grafikdesigner namens TBoot Eun, der gerade an einer Salami bastelt. Und hier kommt auch die Restaurantbesitzerin, Meja Milosz, eine Literaturwissenschaftlerin, die schon seit 2005 Second Life erforscht und derzeit an ihrer Doktorarbeit über Machtstrukturen und Avant Garde in Second Life schreibt. Genau richtig für ein Interview über Essen in Second Life.

Warum entwirft jemand in einer virtuellen Welt ein Restaurant, Lebensmittel und Getränke will ich wissen, und erfahre bei der Gelegenheit gleich, das die Taverna Poseidon erst am 19. Januar 2008 eröffnet wurde.

„Ja, das ist ziemlich ulkig, weil ja niemand wirklich irgendetwas essen und verdauen kann“, sagt Meja Milosz, „aber wir haben das Restaurant eröffnet, weil Essen in einen kompletten sozialen Kontext eingebunden ist. Essen sorgt dafür, dass sich die Leute entspannen und wohl fühlen. Es ist also weniger das Essen an sich wichtig als die Möglichkeit, mit sich mit anderen Menschen zu treffen.“

„Wir wollten einen Ort schaffen, wo Leute miteinander reden können. Ich glaube, dass viele Menschen eine Art Frieden finden in den Dingen, die ihnen bekannt sind – und dazu gehört natürlich das Essen“, bestätigt TBoot Eun. „Außerdem glaube ich, dass die Leute hierher kommen, weil wir ihnen eine Umgebung bieten, die es erlaubt, ins Gespräch zu kommen – ohne die teils disharmonische visuelle oder akustische Mixtur, die man an vielen anderen Orten in Second Life findet. Bis vor kurzem hatten wir übrigens ein Restaurant im tropischen Stil, aber hier ist unser Thema Griechenland. Die Taverne ist inspiriert von der griechischen Insel Santorini.“

Hier endet der erste Ausflug in die kulinarischen Gefilde des virtuellen Lebens. Mir persönlich steht jetzt jedenfalls der Sinn nach etwas Herzhaftem, das alle Sinne befriedigt und nicht nur die Augen...

Anzeigen zum Artikel:


Weitere Interessante Artikel aus der selben Kategorie: Lifestyle
» Saisonbeginn für schmackhafte Blüten
» Skiurlaub - genüßlich schlemmen von Kaiserschmarrn bis Marillenknödel
» Osterzeit - der Osterhase lässt die Kassen klingeln
» Haute Patisserie - Französische Konditoren flirten mit der Modewelt
» Feigen - Orientalische Liebesfrucht die Feige

Kategorie: lifestyle
Hits: 4623 mal gelesen
Erfassung: 22.01.2008
Quelle: kochmix
 
nach oben


Copyright © Pixel Trader Ltd. 2005 2006 2007 All rights reserved.