Rheinischer Sauerbraten aus Pferdefleisch?

 
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Rheinischer Sauerbraten aus Pferdefleisch?

Viele Liebhaber des Sauerbratens, der weit über die Grenzen des Rheinlands hinaus bekannt und beliebt ist, schwören darauf: ein Sauerbraten hat aus Pferdefleisch zu bestehen. Rindfleisch ist bestenfalls Ersatz.

Sauerbraten aus PferdefleischViele Menschen in Deutschland (Rheinischer Sauerbraten) zucken beim Gedanken daran zusammen. Ein Pferd ist ein Freund, ein Haus- und kein Schlachttier. Aber wieso eigentlich? Kälbchen und Lämmer finden wir auch süß, ohne dass diese Tatsache zu einem nennenswerten Einbruch an der Fleischtheken führen würde.

Schon in der Eiszeit gehörte Pferdefleisch zu den Lebensmitteln, die für die Erhaltung der Menschheit sorgten. Es ist fettarm und enthält sehr viel Eisen, sein Geschmack liegt zwischen Rind (insbesondere bei jungen Pferden) und Wild.

Auch Perser, Griechen und Römer schätzten Pferdefleisch, ebenso wie Germanen und Kelten oder Reitervölker wie Hunnen und Indianer. Einer der Vorteile des Pferdes war ja gerade seine vielseitige Einsetzbarkeit, als Last-, Reit- und Zugtier ebenso wie als Nahrungsmittel. Konnte ein Pferd seine anderen Aufgaben nicht mehr erfüllen, so diente es immer noch als Lieferant einer Menge schmackhaften Fleisches.

Erst im achten Jahrhundert verbot Papst Gregor III. den Genuss von Pferdefleisch. Obwohl sein Nachfolger das Verbot bestätigte und aufrechterhielt, landeten das ganze Mittelalter hindurch immer wieder Pferde im Kochtopf. Den heidnischen Isländern erlaubte die katholische Kirche sogar ausdrücklich den Verzehr von Pferdefleisch, weil es einfach zu wenig Alternativen auf der Insel gab. Auch in Europa brachen Arme und Hungernde immer wieder aus reiner Not das Verdikt des Papstes.

Im neunzehnten Jahrhundert schließlich wurde das Verbot aufgehoben. Zwar protestierten begüterte Pferdefreunde einerseits und traditionelle Schlachter andererseits dagegen, doch in Frankreich und anderen europäischen Ländern erfreute sich Pferdefleisch zunehmender Beliebtheit.

Seit dem Höhepunkt in den Sechzigerjahren des zwanzigsten Jahrhunderts ist der Konsum jedoch auch in den romanischen Ländern stark zurückgegangen. Erst durch die BSE-Krise hat Pferdefleisch wieder etwas an Bedeutung gewonnen. Verbraucher probierten nicht nur so exotische Fleischarten wie Strauß oder Känguru, sondern besannen sich auch wieder auf die althergebrachte Alternative Pferd.

Vielleicht probieren Sie ja auch einmal Oberschale vom Pferd, wenn Sie sich das nächste Mal an einem Sauerbraten versuchen.

Hier ist ein Rezept für den Sauerbraten:

Bereiten Sie eine Marinade aus einem Viertelliter Kräuteressig, einem Viertelliter Wasser, einem Bund Suppengrün, dazu Kräuter wie Wacholderbeeen, Koriander und Majoran, Nelken, Senfkörner und ein Lorbeerblatt. Noch etwas Salz dazu, dann aufkochen und abkühlen lassen.

Gießen Sie die Marinade über das Bratenfleisch und lassen Sie es in einem zugedeckten Topf vier bis sieben Tage an einem kühlen Ort ziehen. Von Zeit zu Zeit sollten Sie den Braten wenden, damit die Marinade gleichmäßig einziehen kann.

Vor dem Braten lassen Sie das Fleisch gut abtropfen, braten es dann im offenen Topf von allen Seiten bei großer Hitze scharf an. Lassen Sie 1 Zwiebel, hundert Gramm Rosinen und einige Korinthen zehn bis fünfzehn Minuten mitschmoren, gießen Sie einen Teil der Marinade hinzu und lassen alles ungefähr 90 Minuten schmoren.

Am Schluss schmecken Sie mit Apfelkraut, Salz, Pfeffer und Sahne ab und geben soviel geriebene Printen dazu, bis die Sauce eine Konsistenz nach Ihrem Geschmack erhält. Dazu servieren Sie Rotkraut und Klöße oder Reibekuchen mit Apfelmus.

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Kategorie: kochen
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Erfassung: 24.09.2008
Quelle: kochmix
 
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