Reineclauden - Süß und Saftig

 
Rezepte, Kochen, Kochbuch, Kochrezepte, TV-Guide usw.

Kategorien für das Kochmagazin:

Kochmagazin: Live Search

Kochmagazin - saisonales

Reineclauden - Süß und Saftig

Nach einer Königin sind die Reineclauden benannt, und ihr Geschmack ist wahrhaft königlich unter den Pflaumenarten.

Frisch gepflückte ReneclaudenDenn zu einer der fünf Untergruppen der mehr als 2000 Pflaumensorten gehört sie, auch wenn sie farblich teils ganz fremd daherkommt.. Wahrscheinlich sind die Reneclauden aus einer Kreuzung von Kirschpflaumen und Schlehen entstanden und wanderten mit den Römern aus südlicheren Gefilden über die Alpen.

Die ‚Große grüne Reneklode’ (ca. Mitte 15. Jahrhundert) ist, wie ihr Name schon sagt, auch in reifem Zustand grün, wogegen die ‚Frühe Reneklode’ mehr gelblich und rötlich als grün ist, wogegen die ‚Graf Althans Reneklode’ (ca. 1855) mit ihrer rotvioletten Haut wieder einer runden Pflaume ähnlich sieht. ‚Oillins Reneklode’ (1800) ist gelbgrün gefärbt.

All diese Sorten wurden in der Schriftenreihe „Deutschlands Obstsorten“ beschrieben und bebildert, erschienen in 26 Heften zwischen 1905 bis 1934 bei der Königlichen Hofkunstanstalt Eckstein und Stähle in Stuttgart.

Wie die Reineclaude zu ihrem Namen kam

Reineclauden – man schreibt sie auch Renekloden, in Österreich ist sie als Ringlotte unterwegs – erhielten ihren Namen zu Ehren der französischen Königin Claude Duchesse de Bretagne, auch genannt ‚La bonne reine’ (1499–1524), der ältesten Tochter Ludwig XII. von Frankreich. Ihr Cousin und Gatte, François d’Orléans-Angoulême (1494–1547) wurde 1515 als König Franz I. von Frankreich gekrönt.

Dass eine Adelige also Namensgeberin der gelben, saftigen Pflaumenart war, verärgerte die Revolutionäre der großen Französischen Revolution, fanden Hannes Bertschi und Marcus Reckewitz in ihrem Buch „Von Absinth bis Zabaione“ (Frankfurt/Main, 2004) heraus: Um die Königin, deren Tod schon fast drei Jahrhunderte zurücklag, wenigsten sprachlich zu verbannen, wenn man ihr schon nicht mehr den Kopf abschlagen konnte, wollte man die Reineclaude umbenennen - von der königlichen zur bürgerlichen Claude: ‚Citoyenneclaude’. Doch die Sprache ist beharrlich und ihre Sprecher meist maulfaul, kurz: die Bürgerin Claude setzte sich nicht durch, und die königliche Reneklode blieb uns erhalten.

Süß und saftig – die Reneklode

In manchen Gegenden kennt man die Reineclaude auch unter dem volkstümlichen Namen ‚Wasserlatschen’. Heutzutage muss man etwas suchen, bis man sie auf dem Bauernmarkt oder im gut sortierten Obsthandel aufstöbert. Doch die Mühe lohnt sich. Die in der Größe etwa zwischen Mirabellen und Zwetschgen angesiedelten Steinfrüchte sind deutlich saftiger als Pflaumen, wohlschmeckend und so süß, dass sie auch den Beinamen Zuckerpflaume tragen. Reineclauden aus Moissac gelten in Frankreich als die besten.

Frisch munden die druckempfindlichen Früchte ganz hervorragend, aber sie lassen sich auch zu allerlei Köstlichem verarbeiten. Das Fruchtfleisch löst sich leider nicht gut vom Stein, so dass das Entkernen etwa für einen Hefeblechkuchen mit Reineclauden etwas mühsam ist.

Königliche Reneclauden-Marmelade

Für diese köstlich duftende Marmelade sind nach dem ersten Versuch sicherlich Familienmitglieder und Freunde gern bereit, beim Entsteinen zu helfen.

Pro Kilogramm Reineclauden benötigt man ein Pfund Zucker und zwei Vanilleschoten, nach Geschmack noch den Saft einer Zitrone.

Damit der Geschmack nicht beeinträchtigt wird, sollten Sie die Marmelade in einem emaillierten Topf zubereiten.

Zunächst entsteint man die Früchte und mischt sie im Topf mit dem Zucker. Diese Mischung lässt man eine Weile stehen, bi sie Wasser gezogen hat. Mittlerweile kratzt man die Vanilleschoten aus und gibt Vanillemark und ganze Schoten zu den Früchten.

Wenn das Obst genug Wasser gezogen hat, bringen Sie es bei mittlerer Hitze zum Kochen und rühren, bis der Zucker aufgelöst ist. Dann lässt man das Ganze auf kleiner Flamme einkochen bis zur Marmeladenprobe

Wenn Sie die gleichen Zutaten roh pürieren und in der Eismaschine einfrieren, erhalten Sie übrigens ein erfrischendes Reneclauden-Sorbet.

Anzeigen zum Artikel:


Weitere Interessante Artikel aus der selben Kategorie: Saisonales
» Himbeeren - schmackhaft und gesund
» Stachelbeeren - sauer bis lustig die Stachelbeere
» Pflaumen, Zwetschgen Prunus domestica die mit dem harten Kern mit Rezeptideen
» Brauch und Bräuche - die Gans zu St. Martin
» Champignons, Pfifferlinge, Trüffel - Alles über Pilze

Kategorie: saisonales
Hits: 32041 mal gelesen
Erfassung: 04.10.2008
Quelle: kochmix
 
nach oben


Copyright © Pixel Trader Ltd. 2005 2006 2007 All rights reserved.