Ravioli und Maultaschen sind einfach lecker

 
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Ravioli und Maultaschen sind einfach lecker

Ihr Name ist eine Abwandlung des Genueser Slangausdrucks rabioli, und das bedeutet schlicht Reste. Wahrscheinlich wurden sie schon im Mittelalter erfunden, um Reste vergangener Mahlzeiten nicht umkommen zu lassen.

Ravioli und Maultaschen einfach leckerAber allein die Tatsache, dass sich dieses Gericht über die Jahrhunderte gehalten hat, zeigt, dass es offensichtlich zu mehr taugen muss als nur zur Resteverwertung.

Wollen Sie Ravioli per Hand herstellen, so haben Sie sich einiges vorgenommen. Zunächst müssen Sie Teig zubereiten, den Sie zu einem flachen Rechteck ausrollen, auf dessen eine Hälfte kleine Kleckse Füllung gleichmäßig verteilt werden. Diese besteht beileibe nicht immer nur aus Resten. Ravioli alla Genovese zum Beispiel erfordern eine Füllung aus Schweinebrust, Kalbfleisch, Kalbshirn und Bries, vermischt mit Ei, Brokrumen, Parmesan, Mangold sowie diversen Gewürzen und Kräutern.

Haben Sie alles verteilt, benetzen Sie den Teig zwischen den Klecksen mit Wasser, legen die zweite Hälfte Teig auf die erste und drücken beide Hälften in den Zwischenräumen fest an. Die so entstandenen Teigtaschen schneiden Sie mit einem Messer oder einem Raviolirädchen auseinander, kochen sie und servieren sie mit Butter und Parmesan oder einer Tomatensauce.

Natürlich sind Ihrer Fantasie sowohl bei Füllung als auch bei der Sauce keine Grenzen gesetzt. Im Prinzip können Sie jede Pastasauce zu Ravioli servieren, solange die entsprechende Füllung dem nicht entgegensteht.

Wenn Ihnen diese Variante zu zeitaufwendig ist, können Sie auf Hilfsmittel wie eine Ravioli-Form zurückgreifen. Auch die klassische Pasta-Maschine lässt sich durch eine Ravioli-Walze aufrüsten.

Noch einfacher ist es, frisch in Folie gepackte Ravioli aus dem Kühlregal zu kaufen und sich nur noch um die Zubereitung der Sauce zu kümmern.

Neben diesen Arten gibt es noch eine Form von Ravioli, die sozusagen außer Konkurrenz läuft: Maggi Ravioli »pikante Sauce« aus der Dose. Seit Jahrzehnten werden von diesem Nassfertiggericht, wie es fachsprachlich korrekt heißt, 40 bis 45 Millionen Dosen verkauft. Jahr für Jahr. Das hätte sich wohl niemand träumen lassen, als das Produkt 1958 in Deutschland auf den Markt kam. Ohne große Werbeunterstützung, wie sie die anderen Fertiggerichte von Maggi und auch von der Konkurrenz erhalten, sind die Dosenravioli heute ein Selbstläufer. Kein Wunder, erhält man doch für rund einen Euro eine komplette Mahlzeit.

Allerdings hat diese Mahlzeit mit der frisch zubereiteten italienischen Spezialität geschmacklich ungefähr so viel zu tun wie Schweinefleisch süß-sauer mit original chinesischer Küche. Die Dosenravioli sind eine Klasse für sich.

Da besteht schon eine größere Verwandtschaft zwischen Ravioli und Maultaschen. Auch wenn die genaue Herkunft der schwäbischen Spezialität nicht ganz geklärt ist, so spricht doch einiges dafür, dass Ravioli als Vorbild dienten. Schließlich hatten sich um Maulbronn herum viele protestantische Waldenser niedergelassen, die aus Norditalien geflohen waren. Des weiteren spricht die Ähnlichkeit der Zutaten sowie die Spinatfüllung dafür, dass Ravioli die Ahnen der Maultaschen waren.

Ravioli und Maultaschen bieten also beide die Möglichkeit, Reste zu verwerten und eine günstige Mahlzeit auf den Tisch zu bringen. Die Schwaben entdeckten aber noch einen weiteren Vorteil. Die Maultaschen eigneten sich hervorragend dazu, während der Fastenzeit Fleischfüllungen vor den Augen des Herrn zu verstecken. Das trug ihnen im Volksmund auch den liebevollen Beinamen »Herrgottsbscheißerle« ein.

Aber lassen Sie sich davon nicht abschrecken. Sowohl Maultaschen als auch Ravioli sind eine reelle Sache. Und wenn Sie sich nicht gleich selbst an die Zubereitung wagen, bestellen Sie doch einmal eine Portion in einem guten Restaurant. Sie werden sehen, dass sie mit den campingplatzerprobten Ravioli aus der Dose nicht viel mehr gemeinsam haben als den Namen.

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Kategorie: kochen
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Erfassung: 07.01.2008
Quelle: kochmix
 
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