Quorn - Der Fleischersatz für Vegetarier?

 
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Quorn - Der Fleischersatz für Vegetarier?

Mehr als zwei Jahrzehnte ist ein Kunstfleisch aus fermentiertem Schimmelpilz mittlerweile in Europa auf dem Markt: Quorn.

Quorn – Das MykoproteinDie Schweizerische Gesellschaft für Ernährung SGE liefert auf ihrer Webseite folgende Informationen über das Kunstfleisch: „Quorn ist ein Pilzeiweiss und wird mit einem Schimmelpilz produziert. Zur Herstellung von Quorn wird die Pilzkultur mit einer Traubenzuckerlösung und Mineralstoffen fermentiert. Bei 28 °C produziert der Pilz Eiweiss. Dieses wird abgefiltert und mit Geschmacksstoffen und Eiweisspulver versetzt. Quorn enthält alle essentiellen Aminosäuren. Das Protein in Quorn ist ähnlich jenem in Hülsenfrüchten.“

Not macht erfinderisch: Mykoprotein gegen die Angst vor dem Hungertod

Mitte der 1960-er Jahre stellte man fest, dass die Weltbevölkerung sich wesentlich schneller vermehrte, als die UN vorhergesagt hatte. Zukunftsszenarien ließen einen globalen Proteinmangel bereits für die 1980-er Jahre befürchten.

So berichtete etwa Heinz Heininger in der ‚Zeit’ in einem Artikel vom 27. Februar 1970: „Zukunftsforscher empfehlen, sich allmählich auf technisch hergestellte Ernährung umzustellen, weil immer mehr Anbauflächen durch die zunehmende Verstädterung verlorengingen und ein Ende der weltweiten Bevölkerungsexplosion noch nicht abzusehen sei.“

Die chemische Industrie begann, fieberhaft nach proteinproduzierenden Organismen wie Hefen, Bakterien und Schimmelpilzen zu suchen, die statt mit kostbarem Weide- oder Ackerland wie das liebe Vieh auch mit weniger zufrieden wären, beispielsweise mit Abfallprodukten aus der Landwirtschaft oder der Petrolindustrie.

Auch Lord Joseph Arthur Rank (1888–1972), der Filmmagnat und Vorstand der Britischen Nahrungsmittelfirma Rank Hovis McDougall setzte seine Wissenschaftler auf genügsame Proteinlieferanten an – und sie wurden fündig.

Ein unscheinbarer Schimmelpilz, der in der Umgebung des Labors auf den Äckern des Örtchens Quorn heimisch ist, machte das Rennen als Retter der Menschheit: Fusarium venenatum.

Doch bis die Britische Regierung das Schimmel-Eiweiß alias Mykoprotein nach zahlreichen Tierversuchen und Sicherheitstest 1984 als Lebensmittel zuließ, war bereits deutlich, dass die Menschheit als Ganze noch nicht dem Hungertod preisgegeben ist.

Fleischersatz für Vegetarier und ernährungsbewusste Verbraucher

Als das erste Kunstfleisch (Vegetarisch) aus Mykoprotein 1985 unter dem Handelsnamen ‚Quorn™’ vom Band rollte, hatte sich ein neuer Markt entwickelt: gesundheits- und figurbewusste Verbraucher, die ihren Fleischkonsum senken und auf die schlanke Linie achten wollten. Da kam der fettarme Fleischersatz gerade recht.

Mittlerweile haben Millionen von Europäern in Europa und den USA, wo das Mykoprotein im Jahr 2002 eingeführt wurde, tonnenweise Mykoproteine verspeist. Der Eiweißteig wird gewürzt und in Förmchen gepresst oder geschnibbelt, so dass er sich als Würstchen oder Nuggets, in Steakform, als Piefüllung, Geschnetzeltes oder Hackersatz einsetzen lässt. Als Geflügelalternative ist der Fleischersatz besonders beliebt.

In der Schweiz sind Quorn™-Produkte unter dem Handels- und Markennamen ‚Cornatur’ bei der Supermarktkette Migros erhältlich. Im Ursprungsland Großbritannien, in Belgien, Österreich und Schweden gibt es ebenfalls Produkte aus dem Schimmeleiweiß zu kaufen – in Deutschland jedoch bislang noch nicht.

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Kategorie: lifestyle
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Erfassung: 04.02.2009
Quelle: kochmix
 
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