Quitten - Cydonia oblonga

 
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Quitten - Cydonia oblonga

Wer einmal an einer reifen Quitte geschnuppert hat, den wird es nicht verwundern, dass die birnen- oder apfelförmigen Früchte mit den Rosen verwandt sind.

Quitten und QuittenmarmeladeQuitten duften lieblich und aromatisch – ganz hervorragend, um im Herbst als Zierobst in der Wohnung herumzuliegen und ein wunderbares Aroma zu verbreiten. So blumig wie sie riechen, schmecken sie auch – allerdings nicht unbedingt roh.

Denn die Kernobstfrüchte sind meist knochenhart und holzig. Cydonia oblonga, wie ihr lateinischer Name lautet, stammt vermutlich aus Asien, heute sind über 200 Sorten bekannt. Die Birnenquitten haben eine birnenförmige Gestalt, die Apfelquitten erinnern in der Form an Äpfel – doch ist die Schale beider Sorten mit einem fusseligen Pelz bedeckt, an dem man sie leicht von Äpfeln und Birnen unterscheiden kann.

Quittenrezepte gibt es schon in den ersten überlieferten Kochbüchern des Abendlandes, und auch die Botaniker und Ärzte preisen sowohl ihren Geschmack als auch ihren gesundheitlichen Wert.

Eines der frühesten mittelalterlichen Kochbücher, das „buoch von guoter spise“ (ca. 1350 n. Chr.) führt ein Rezept für ‚Küttenmus’ an: „Wilt du machen ein kuetenmuos, so nim kueten, wie vil du wilt, vnd suede sie gar schon. Vnd nim denne einen moerser vnd stozze sie dor inne clein vnd slahe sie durch ein tuoch. Vnd nim eyer totern dor zvo vnd suedez do mit. Vnd tuo ein zucker druf vnd versaltz niht.“ (Willst Du ein Quittenmus machen, so nimm Quitten, wieviele du willst, und siede sie gar schön. Und nimm dann einen Mörser und stoße sie darin klein und schlage sie durch ein Tuch. Und  nimm Eidotter dazu und siede es damit. Und tu Zucker darauf und versalz es nicht.)

Auch Hieronymus Bock (1498–1554) lobt in seinem „ Kreütter Buch“ (Ausgabe Straßburg 1630) die Eigenschaften der Quitte, der er eine ‚kühlende und stopfende Natur’ zu schreibt: „Es werden die Quuitten zu der Speiß und Arzney / bey Armen und Reichen / fast gelobt / seinde einer kühlen stopffenten natur/ zu speisen und auch zur Arzney innerlich und eusserlich genutzet.“

Auch ein Rezept für Quitten-Lattwerg führt Bock an: „Ein schöne köstliche und wolschmackente Quitten Lattwerg / Diacytomiten genandt / mach also. Nimm frischer / schöner / außerleßner Quitten / schöle die Rinden sauber herab / und thue die kernen herauß / zerschneid und sied sie in Wasser / darinn drey pfunde Zucker zerlassen seind / rühr und zertreib es wol mit einem hülzin stempffel / dieweil es siedet / biß gleich wie ein dicker Brey würt / als dann nimm es vom Fewr / geuß es in ein Schachtel / so hastu ein schöne liebliche Lattwerg.“

Wer dem Bock’schen Rezept folgt und das Quitten-Lattwerg noch dick einkocht, kann selbst Quittenbrot herstellen. Dazu kocht man das Quittenmus unter ständigem Rühren auf kleiner Flamme ein, bis man einen ziemlich steifen Brei erhält – Vorsicht, sonst verbrennt der Zucker.

Für den besonderen Kick kocht man ein Stück frischen Ingwer mit und probiert immer mal wieder, ob die gewünschte Schärfe erreicht ist. Dann den Ingwer einfach herausnehmen.

Diesen Brei streicht man mit einem Spatel dünn auf Backpapier und lässt ihn ihm Ofen bei geringer Hitze durchtrocknen. Nun schneidet man ihn in Stücke und wälzt die in Kristallzucker für eine schöne Optik. Fertig ist ein leckeres Quittenkonfekt / Quittenbrot.

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Kategorie: saisonales
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Erfassung: 12.10.2008
Quelle: kochmix
 
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