Nachtschattengewächse, sagenumwobene Pflanzen genauer betrachtet

 
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Nachtschattengewächse, sagenumwobene Pflanzen genauer betrachtet

Viele Mythen ranken sich um die Nachtschattengewächse, die auch als Solanaceae bezeichnet werden. Ist die Vielfalt dieser Pflanzen, denen gut 3000 verschiedene Arten angehören, doch unglaublich groß.

Nachtschattengewächse z.B. Kartoffel und TomatenDie Bandbreite der Anwendungsmöglichkeiten reicht vom alltäglichen Nahrungsmittel bis hin zum Genuss- oder Heilmittel. Schon im Mittelalter spielten die heimischen Nachtschattengewächse in der Volksmedizin als Grundstoff für Arzneimittel eine wichtige Rolle.

Wegen der vielen Nachtschattengewächsen eigenen berauschenden Wirkung galten sie auch als Hexenpflanzen. Doch nicht nur als bewusstseinsverändernde Droge, deren Missbrauch nicht nur zum Rausch, sondern auch schnell zum Tode führt, wurden sie eingesetzt – sie fanden auch Verwendung als Schönheitsmittel.

In die große Gruppe der Solanaceae gehört nämlich zum Beispiel die Tollkirsche, die auch ‚Bella Donna’, italienisch für ‚schöne Dame’ genannt wurde. Denn so manche Schöne tröpfelte sie zur Erweiterung der Pupillen in die Augen, um die Männerwelt mit einem tiefen Blick zu betören. Das Gift der Tollkirsche wird auch heute medizinisch eingesetzt: Atropin erweitert die Pupillen für die Augenuntersuchung.

Erst im Laufe der Zeit – genauer: seit der Entdeckung Amerikas – hat sich in Europa die Erkenntnis durchgesetzt, dass es in dieser Pflanzengruppe auch sehr wohlschmeckende Vertreter gibt, die den Speiseplan und den Genuss – in Form von Tabak – durchaus bereichern können.

Essbare Nachtschattengewächse

Angesichts der Vielzahl der Nachtschattengewächse erscheint die Zahl derer, die tatsächlich zum Verzehr geeignet sind, verschwindend gering. Diese wenigen essbaren Pflanzen sind jedoch von unserem heutigen weltweiten Speiseplan nicht mehr wegzudenken.

Jeder Koch würde vor eine schier unlösbare Herausforderung gestellt werden, müsste er dauerhaft auf Kartoffeln, Paprika, Tomaten, Chili oder Auberginen verzichten. Zudem gibt es noch einige, in unseren Breitengraden eher weniger bekannte, essbare Nachtschattengewächse.

Hierzu gehören die Physalis, die auch als Kapstachelbeere bezeichnet wird oder die Goji Beeren, die geschmacklich an Rosinen erinnern und denen in ihrem Herkunftsland China eine stärkende und aphrodisierende Wirkung nachgesagt wird.

Auch die Tomatillo, ein mittelamerikanischer Verwandter der Kapstachelbeere, die Baumtomate Tamarillo oder die südamerikanische Pepino (Melonenbirne) zählen zur Gruppe der Nachtschattengewächse.

Kartoffeln und Tomaten – bekannte Nachtschattengewächse auf unserem Teller

Der wohl bekannteste Vertreter dieser Pflanzengattung ist die Kartoffel, die hierzulande seit der Mitte des 17.Jahrhunderts großflächig angebaut wurde. Ebenso weit verbreitet ist die Tomate, die – obwohl sie heute untrennbar mit der mediterranen Küche verbunden ist – aus Lateinamerika stammt.

Damals wie heute werden der Tomate übrigens heilende Kräfte nachgesagt, was mit dem in der Tomate enthaltenen Lycopin zusammenhängt. Lycopin gilt als ein sehr wirksamer Stoff im Kampf gegen den Herzinfarkt und verschiedene Krebsarten. Bemerkenswert ist, dass die Lycopin-Konzentration in Dosentomaten, Ketchup oder Tomatenmark höher ist, als in der naturbelassenen Tomate.

Übrigens gilt sowohl für Tomaten, als auch für Kartoffeln, dass sie nur reif verzehrt werden sollten. Grüne oder keimende Stellen, sowie die Augen der Kartoffeln enthalten Alkaloide wie das Solanin, die giftig wirken. Im Gegensatz zu den nicht essbaren Nachtschattengewächsen werden diese Alkaloide aber bei den essbaren Vertretern dieser Gattung mit zunehmender Reifung verdrängt, so dass wir guten Gewissens zugreifen können.

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Kategorie: gemuese
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Erfassung: 03.07.2009
Quelle: kochmix
 
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