Mogelpackung: Weniger drin bei gleichem Preis

 
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Mogelpackung: Weniger drin bei gleichem Preis

Durch den Grundpreis soll es den Verbrauchern leichter gemacht werden, Preise für gleichartige Produkte zu vergleichen.

Mogelpackung, versteckte Teuerung?Seit dem Jahr 2000 soll also die Lebensmittelindustrie bzw. der Lebensmittelladen vor Ort angeben, was das Brot pro 100 Gramm, die Äpfel pro Kilo oder die Milch pro 100 Millilitern bzw. der Orangensaft pro Liter kostet. Wer in seinem Geschäft die Waren nicht entsprechend auszeichnet, begeht eine Ordnungswidrigkeit.

Das ist für die Kunden praktisch, um sparsam zu haushalten – gibt aber vor allem den Herstellern mit höheren Preisen Grund zu Unbehagen. Schließlich könnte diese Praxis dazu führen, dass ihre Lebensmittel weniger gekauft werden und die Gewinne sinken.

So verwundert es kaum, dass man in vielen Läden nach dem Grundpreis mit der Lupe suchen muss, und es lohnt sich durchaus, mit dem Taschenrechner oder Papier und Stift einkaufen zu gehen, um einmal nachzurechnen, ob der angegebene Grundpreis auch tatsächlich stimmt. Das ist nämlich durchaus nicht immer der Fall.

Im April 2009 hat die Lebensmittelindustrie, weil sie so darunter leidet, dass den Kunden der Preisvergleich leichter gemacht wird, als Trostpflaster von der EU ein Zuckerl bekommen. Zuckerl heißt: Die bislang geltenden Vorgaben für einheitliche Verpackungsgrößen sind weitgehend Vergangenheit. Nur bei Alkoholika sind die Gebindegrößen noch festgelegt.

Statt 100 Gramm Schokolade jetzt nur noch 97 Gramm? Statt 1.000 Millilitern Milch jetzt 798 Milliliter? Im Prinzip alles möglich.

Krumme Mengen, krumme Touren?

Die Möglichkeit, ganz unterschiedliche Mengen von Lebensmitteln anbieten zu können, ist nicht per se schlecht. Beispielsweise könnte die steigende Zahl der Single-Haushalte dann etwa die sehnlichst erwarteten 350 Milliliter Frischmilch für sieben Tage Morgenkaffee oder sieben Eier für die Woche kaufen...

Die Industrie dagegen könnte vielleicht ihre Verpackungen bei unterschiedlichem Inhalt optimieren, um Material, Gewicht oder Transportkosten einzusparen, was auch für die Umwelt Vorteile bieten könnte.

Übrigens sind auch höhere Preise bei kleineren Mengen nicht per se verwerflich, denn auf den Preis wird dabei auch ein erhöhter Arbeitsaufwand und im Verhältnis zum Inhalt ein Mehr an Verpackung aufgeschlagen.

Problematisch an krummen Mengen wie 205 Gramm Roggen-Vollkornknäcke (statt bisher 275 Gramm) oder Schafskäse light, der nicht nur fettärmer, sondern tatsächlich um 20 Gramm leichter ist als sein fettiger Vetter (180 Gramm statt 200 Gramm normaler Schafskäse) ist weniger das neue Gewicht.

Optische Tricksereien verärgern die Kundschaft

Problematisch ist jedoch die gleichartige Optik. Denn die Verbraucher fühlen sich ausgetrickst. Weil sie bei ähnlicher Optik nicht darauf achten, ob sich die Inhaltsmenge geändert hat, entweder keine Zeit haben oder – aus welchen Gründen auch immer – nicht in der Lage sind, die entscheidenden Informationen auf der Verpackung mühevoll aufzuspüren. Oder hinter verklausuliertem Werber- oder Juristendeutsch vergeblich nach der Auskunft fahnden, die sie haben möchten.

Dass hinter der optischen Ähnlichkeit nur Zufall und keine strategischen Überlegungen zur Gewinnmaximierung stecken, mag wohl kaum ein Verbraucher glauben. Die Lebensmittelindustrie verschlechtert seit vielen Jahren ihren Ruf mit Lebensmittelskandalen aller Art, und die neuen Versuche, heimliche Preiserhöhungen durchzusetzen, werden von den Verbrauchern mit großem Missfallen betrachtet.

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Kategorie: ratgeber
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Erfassung: 25.09.2009
Quelle: kochmix
 
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