Marcel Boulestin - der Welt erster Fernsehkoch

 
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Marcel Boulestin - der Welt erster Fernsehkoch

Noch nicht einmal ein Jahrhundert alt ist die Geschichte der Fernsehköche. Die Engländer waren es, die als erste in den Genuss einer Kochsendung kamen, die dank der BBC in regelmäßigem Abstand über den Bildschirm flimmerte.

Marcel Boulestin FernsehkochDer Franzose Xavier Marcel Boulestin (1878–1943) ging am 21. Januar 1937 mit seiner Kochsendung „Cook’s Night Out“ auf Sendung und das erste Gericht, dass er vor dem Fernsehpublikum zubereitete, soll ein Omelette gewesen sein. Boulestin war seinerzeit der Dreh- und Angelpunkt eines der bedeutendsten Restaurants in London und zudem Verfasser einiger Kochbücher, mit deren Hilfe er die französische Küche auch im englischsprachigen Raum populärer machen wollte.

Der 1878 geborene Boulestin war ein Mensch, der mit zahlreichen Talenten gesegnet war. Seine ersten Schritte im Berufsleben unternahm er als Sekretär, anschließend zeigte sich seine kreative Ader und er arbeitete als Ghostwriter, ehe er nachfolgend eigene Geschichten unter dem Pseudonym „Willy“ veröffentlichte. In den folgenden Jahren fand der Franzose zunehmend Gefallen an England, sodass er zwischen seinen zwei Wohnsitzen in London und Paris hin- und herpendelte.

Im November 1911 siegte die Liebe zu England und Boulestin zog es endgültig vom Schreibtisch in die Küche. 1925 eröffnete er das Restaurant Français am Leicester Square, 1927 in Covent Garden das Restaurant Boulestin’s. Sein Credo lautete “Good meals should be the rule, not the the exception”, gute Mahlzeiten sollten die Regel sein, nicht die Ausnahme.

Er startete eine beispiellose Karriere. Seine ausgezeichnete Küche, die er nicht nur den Engländern so schmackhaft machte, sorgte dafür, dass das Boulestin’s Schriftsteller wie Sir Henry Maximilian Beerbohm (1872–1956) und Sidonie-Gabrielle Colette (1873–1954), Schauspieler, Diplomaten und andere Berühmtheiten zu seinen Stammgästen zählte.

Kochsendungen – aktueller denn je

Gekocht wird noch immer – und zwar nicht nur in der Küche, sondern auch und vor allem im Fernsehen. So scheint es zumindest, wirft man nur einen Blick auf einige der Kochshows, die derzeit über die Mattscheiben flimmern.

Die Fernsehküchen von Alfred Biolek Johann Lafer und Christian RachTim Mälzer oder Vindent Klink sind nur einige, in denen regelmäßig gebrutzelt wird. Die Anzahl der aktuellen Kochsendungen lässt vermuten, dass hierzulande zahlreiche Gourmets vor dem Fernseher sitzen, die dem Essen eine ähnliche Priorität einräumen, wie unsere französischen Nachbarn.

Dass dem wirklich so ist, bezweifelt zumindest Otto Geisel, der Vorsitzende des Vereins Slow Food. Er kommentiert vor einiger Zeit die boomenden Kochsendungen wie folgt: „Die Leute sitzen vor dem Fernseher, schauen anderen beim Kochen zu und essen dabei eine Tiefkühlpizza.“

Ob sich die Fernsehzuschauer auch in 75 Jahren noch an die Kochsendungen oder deren Protagonisten erinnern, von denen heute die Rede ist, bleibt abzuwarten. Marcel Boulestin hingegen bleibt unvergessen – zumindest in Schriftform. Sein „Almanach der feinen Küche“ erschien erstmals 1934 und umfasst die französischen Rezepte, die Boulestin zur damaligen Zeit als die besten erachtete. Dieser Almanach ist zwar zwischenzeitlich ein wenig mit der Zeit gegangen, aber selbst heute noch bei verschiedenen Anbietern erhältlich.

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Kategorie: Koeche
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Erfassung: 26.08.2009
Quelle: kochmix
 
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