Mai Bowle mit Waldmeister Maibowle in den Sommer

 
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Mai Bowle mit Waldmeister Maibowle in den Sommer

Der Sommer kommt, die Grillgeräte werden ausgepackt, die erste Gartenparty wird gefeiert, und dabei darf auch die gute alte Mai bowle nicht fehlen. Doch was ist eigentlich eine Maibowle, wie macht man sie und woher kommt sie?

Mai Bowle mit Waldmeister Maibowle in den SommerIm Grunde genommen ist Maibowle nichts weiter als ein mit Waldmeister versetztes, meist alkoholisches Getränk. Waldmeister, auch Maikraut genannt, wächst in der Zeit von April bis Juni in feuchtschattigen Mischwäldern. Zumeist ist er in Buchenwäldern in der Nähe von Immergrün zu finden. Am besten wird er kurz vor oder während der Blütezeit geerntet.

Wenn man ihn etwas anwelken lässt, entfalten sich die Geschmacksstoffe. Für eine Bowle legt man einige welke Stengel (ca. 3-5 g pro Liter Flüssigkeit) wahlweise in Weißwein oder Traubensaft ein. Dieser Ansatz wird ein bis zwei Stunden kaltgestellt und danach nach Belieben mit Mineralwasser oder Sekt vermengt. Besonders lecker wird die Bowle, wenn man noch Früchte mit einlegt, beispielsweise Orangen.

Die medizinische Wirkung von Maibowle ist unumstritten. Schon im frühen Altertum bei den Kelten war nicht nur die krampflösende Wirkung bekannt. Die Benediktinermönche wussten ebenfalls um die Heilwirkung des Krautes und nutzten es zur Behandlung von Infektionen, Herzbeschwerden und Schlafstörungen sowie gegen verschiedene Schmerzzustände.

Im Jahre 854 n.Chr. hielt Wandalbertus, ein Benediktinermönch (aus dem Kloster Prüm in der Eifel) erstmalig nicht nur die medizinische Nutzung schriftlich fest. Er schrieb auch, dass Waldmeister hervorragend schmecke, wenn er mit etwas Wein aufgegossen würde. Quasi der erste schriftliche Beweis für die Maibowle.

Aber Vorsicht! Wer zu tief ins Glas mit der Maibowle guckt, hat am nächsten Tag meist bohrende Kopfschmerzen. Das passiert völlig unabhängig davon, ob die Bowle nun mit oder ohne Alkohol war. Warum ist das so?

Während des Welkens wird im Waldmeister der Wirkstoff Cumarin abgespalten. Neben seinen heilenden Eigenschaften hat dieser Stoff auch eine euphorisierende und belebende Wirkung. Nicht zuletzt ist dies der Wirkstoff des Getränkes der dafür verantwortlich ist, die „Frühjahrsmüdigkeit“ zu vertreiben. Doch in höherer Dosis hat Cumarin noch andere Folgen.

Bei den Kelten (600 v.Chr.) wurde zum Beltane-Fest der Sommeranfang gefeiert. Das Fest galt und gilt noch heute als das Fest der Vereinigung, der Fruchtbarkeit und des neuen Wachstums. Damals wurde der Waldmeister nicht nur als starkes Aphrodisiakum verwendet. Die Druiden versetzten sich damit in Rauschzustände. In großen Mengen wirkt das Kraut nämlich halluzinogen, und die Druiden nutzten es als Mittel, um mit den Göttern zu sprechen.

Cumin ist also in jeder Maibowle. Wer die Bowle mit Alkohol ansetzt, verstärkt diesen Effekt noch. Alkohol löst das Cumin leichter aus der Pflanze und bindet es schließlich. Also, wer alkoholische Maibowle macht, sollte lieber etwas weniger Waldmeister nehmen...

Es gibt unzählige Variationen, daher hier der Einfachheit halber nur die Grundrezepte zur Maibowle. Ohne Alkohol legt man etwas frischen Waldmeister mit einer in dünne Scheiben geschnittenen Orange in weißem (ungesüßten) Traubensaft ein. Man lässt den Waldmeister eine Stunde lang im Saft ziehen, am besten im Kühlschrank, nimmt dann das Kraut heraus und serviert den Saft mit Mineralwasser verdünnt.

Für die alkoholische Version legt man das Kraut beispielsweise in Riesling ein, lässt das Ganze etwas kürzer ziehen (wegen des Cumins) und gibt dann einen guten Riesling-Sekt hinzu. Zum Wohl!

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Erfassung: 24.04.2007
Quelle: Kochmix
 
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