Löwenzahn - Mehr als Unkraut

 
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Löwenzahn - Mehr als Unkraut

Bei Kindern ist Löwenzahn besonders als Pusteblume beliebt, Nagetiere fressen Löwenzahn ebenfalls gerne. Dabei geht leider unter, dass auch Löwenzahn in der Küche eine tolle Erweiterung des Speiseplans ist.

Löwenzahn - Ein Löwenzahn SalatIm Mittelalter aß man Löwenzahn (Taraxum officinale), aber auch die Heilwirkung war bekannt, die dieses als Unkraut verschrienes Gewächs besitzt. Gezielten Anbau von Löwenzahn betreibt man zum Beispiel in Frankreich, wo Löwenzahn häufiger auf den Tisch kommt. Nicht nur im Salat, sondern auch anderweitig ist Löwenzahn sehr vielfältig.

Löwenzahn-Sorten

Hier zulande denkt man bei Löwenzahn hauptsächlich an den wilden Löwenzahn. Dieser ist sehr intensiv im Geschmack und ist würzig-bitter und etwas nussig. Darüber hinaus gibt es auch angebauten Löwenzahn, der als Kultur-Löwenzahn bekannt ist. Die Blätter des Kultur-Löwenzahns sind weniger gezahnt als der wilde und sie laufen spitz zu. Das Aroma ist weniger intensiv und milder und wird beim Gemüsehändler meist als Staude verkauft. Der sogenannte gebleichte Löwenzahn ist ebenfalls Kultur-Löwenzahn, der allerdings in dunklen Räumen aufgezogen wird. Die Blätter sind etwas größer und zarter sowie weniger grün, sonder eher gelblich, wovon sich auch der Name ableitet. Zudem ist er kaum bitter.

Alle Löwenzahn-Sorten gehören zu den Korbblütlern und besitzen eine unglaubliche Überlebensstrategie. Wilder Löwenzahn findet beinahe überall einen Weg um zu wachsen, selbst geteerte Straßen kann er aufbrechen. Andere Namen für Löwenzahn, Kuhblume oder Milchdistel. Auch Teufelsblume ist eine Bezeichnung für diese Pflanze. Im verblühten Zustand ist Löwenzahn allerorten als Pusteblume ein Begriff und jeder hatte sicher schon das Vergnügen, die fallschirmartigen Samen in alle Winde zu pusten und dabei zu beobachten.

Inhaltsstoffe von Löwenzahn

Wertvolle Inhaltsstoffe machen Löwenzahn auch in der Küche zu einer gesunden Ergänzung der Nahrung. Folsäure, Vitamin C und Beta-Carotin sind wichtige Vitamine für den  menschlichen Organismus. Doch auch mit Mineralstoffen kann Löwenzahn aufwarten, darunter befinden sich Eisen, Calcium und Kalium. Wichtige sekundäre Pflanzenstoffe erweitern das Portfolio. Taraxin und Lävulin (Bitterstoffe), Flavonoide, Inulin, Cholin und Carotinoide nimmt man mit Löwenzahn zu sich. Dabei ist zu beachten, dass sich der Löwenzahn und seine Inhaltsstoffe über das Jahr verändern, im Frühjahr ist er ein wertvoller Vitamin-C-Lieferant, im Herbst steckt in der Wurzel viel Inulin.

Verwendung der Pflanzenteile

Nicht nur die Blätter, sondern auch die Blüten und die Wurzeln von Löwenzahn können in der Küche verarbeitet werden. Im Frühjahr benutzt man vorwiegend die zarten Blätter des Löwenzahns, die sich in Salat schmackhaft machen. Wer die Bitterstoffe nicht mag, kann die Blätter in Salzwasser einlegen, das den bitteren Geschmack mildert. Wem reiner Löwenzahn zu geschmacksintensiv ist, kann die Blätter unter einen bunten Salat mischen. Eine weitere Möglichkeit wäre die Löwenzahnblätter kurz zu blanchieren und dann als Gemüse zu verwenden. Gehackt ist Löwenzahn eine tolle Zutat für einen Kräuterquark in Verbindung mit anderen Kräutern. Oder man gibt gehackte Löwenzahnblätter in eine Suppe zum Abschmecken.

Die Blüten machen sich als Garnierung toll, aber sie schmecken auch sehr eigen und werden von einigen gerne gegessen. Meist werden die Blüten  jedoch in Wein, Sekt, Schnaps und Löwenzahn Likör eingelegt und geben Geschmack ab. Aus den Blüten lässt sich auch sogenannter Löwenzahnhonig herstellen. Dabei handelt es sich nicht um Honig, sondern um einen Sirup, der ähnlich wie Honig aussieht. Dafür werden die Blüten mit Zuckerwasser solange eingekocht, bis der Sirup entstanden ist. 

Die Wurzeln des Löwenzahns können gebraten werden, aber auch ausgebacken in Bierteig oder Brandteig schmecken sie interessant. Manche kochen die Wurzeln auch zu Mus.

Heilende Wirkung von Löwenzahn

Löwenzahn kann richtig verarbeitet beziehungsweise zubereitet gegen Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt werden, Aber auch bei Appetitlosigkeit und zur Stärkung der Leber und der Galle ist Löwenzahn ein Heilkraut. Zudem ist Löwenzahn sehr harntreibend. Oft wird dafür aus Löwenzahnblättern, aus Wurzeln und / oder Blüten ein Tee gebraut. Zudem lässt sich Presssaft von Löwenzahn und Löwenzahntropfen gegen genannte Beschwerden beziehungsweise zur Stärkung der erwähnten Organe kaufen.

Löwenzahn sammeln

Am preiswertesten ist es, Löwenzahn zu sammeln, aber bitte nur dort wo kein starker Verkehr lang führt oder wo sich gedüngte Felder befinden. Gerade jetzt zur Frühlingszeit, wenn die zarten Löwenzahnblätter sprießen, empfiehlt es sich, auf „Löwenzahn-Jagd“ zu gehen. Zarte Blüten, auch noch geschlossene, die man in Essig einlegen kann, für eine leckere Abwechslung zu sammeln macht Freude. Im Herbst darf man sich auch gerne die Wurzel des Löwenzahns holen und verarbeiten. Wem sammeln zu mühselig ist, kann sich im Handel Löwenzahn kaufen.

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Kategorie: gemuese
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Erfassung: 05.04.2009
Quelle: kochmix
 
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