Likör von der Medizin zum Mixgetränk

 
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Likör von der Medizin zum Mixgetränk

Ungefähr im Jahre 1000 entstanden die ersten Vorläufer des heutigen Likör. Einige Quellen berichten von den Brüdern des Ordens Romualdo, die versuchten mit Ihrer Mischung aus Pflaumen und destilliertem Alkohol die Malaria zu bekämpfen.

Likör - von der Medizin zum MixgetränkAndere nennen den Erfinder des Rosolio, einen Arzt aus Padua, der Honig und Rosenöl zum Alkohol hinzufügte. In jedem Fall sollte der Likör nicht die Laune heben, sondern die Gesundheit verbessern. Doch das blieben vereinzelte Versuche.

Anfang des 14. Jahrhunderts jedoch begann überall in den Klöstern die Forschung nach neuen Medizinen - insbesondere in Italien wurden Liköre in größerem Maßstab hergestellt. Mit Katharina von Medici kam diese neue Art Getränk an den Hof Heinrich des Zweiten.

Nach der Entdeckung Amerikas stieg Likör von der Medizin zum Genussmittel auf - der nun verfügbare Rohrzucker von den Antillen machte es möglich. Im 16. und 17. Jahrhundert konnten sich nur Könige und Edelleute Likör leisten, der durch die exotischen Zutaten und den aufwändigen Herstellungsprozess exorbitant teuer war. Das änderte sich im Laufe der Zeit, im 18. und 19. Jahrhundert wurden die Herstellungsverfahren weiter perfektioniert und die Liköre erschwinglicher.

In den Siebzigerjahren des letzten Jahrhunderts ging noch einmal ein Ruck durch den Likörmarkt. Mixgetränke kamen wieder in Mode, neue Sorten wurden entwickelt. Heute liegt Likör klar vor Weinbränden und klaren Spirituosen wie Korn.

Was ein Likör ist, regelt dabei seit 1989 eine EU-Verordnung. Liköre haben einen Mindestalkoholgehalt von 15 % (Ausnahme: Eierlikör mit 14 %) und einen Zuckergehalt von mindestens 100 g pro Liter. Nur Enzianlikör kann einen Zuckergehalt von 80g/l aufweisen.

Hier ein kleiner Einblick in die vielfältige Welt der Liköre:

Fruchtliköre
bestehen aus Alkohol, Wasser, Zucker und Fruchtbestandteilen. Man unterscheidet Fruchtsaft- und Fruchtaromaliköre sowie Fruchtbrandys. Die Verwendung der Bezeichnung ist genauestens geregelt.

Innerhalb der Fruchtliköre verdienen einige Klassiker besondere Beachtung. Zum einen die Kirschliköre, unangefochtene Spitzenreiter in Ihrem Segment, die schon 1630 erwähnt werden.

Auch  Pfirsichliköre sind in vielen Variationen vertreten, ebenso wie die Curaçao- und Orangenliköre, die aus den Schalen von Bitterorangen hergestellt werden und die Grundlage vieler berühmter Mixgetränke sind.

Nicht zuletzt sind die berühmten Cassis-Liköre zu nennen. Vor 1978 musste Cassis noch auf 25 % Vol. Alkoholgehalt verstärkt werden, um den deutschen Bestimmungen zu entsprechen. Nach einem Musterprozess am Europäischen Gerichtshof erging das berühmte „Cassis-Urteil“. Danach muss ein Produkt, das nach den Bestimmungen des exportierenden EU-Landes hergestellt wurde, in einem anderen EU-Land zur Einführung zugelassen werden, auch wenn es den Gesetzen diese Landes nicht entspricht. Daraufhin konnte Cassis mit den üblichen 16 - 20 % Vol. angeboten werden.

Kräuter- und Gewürzliköre
sind sozusagen die Urväter aller Liköre, denn schließlich waren die ersten Liköre als Medizin gedacht, die dank pflanzlicher Wirkstoffe das Wohlbefinden steigern sollten. Insbesondere dem Magen sollten Chartreuse, Benedictine und viele andere Sorten auf die Sprünge helfen. Ebenso wie ihre nahen Verwandten, die Bitterliköre, die hauptsächlich nach dem Essen als Digestif genossen werden. Averna, Fernet Branca oder Ramazotti sind wohl jedem bekannt. Aber auch der zum Kultgetränk avancierte deutsche Jägermeister gehört in diese Kategorie.

Und dazu kommen noch Schokoladen- und Creamliköre, Kokos- und Nussliköre, Kaffee- und Kakaoliköre, Whiskyliköre und viele andere. Zuviel, um sie alle aufzuzählen. In der Welt der Liköre gilt mehr noch als sonst: probieren geht über studieren.

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Erfassung: 13.03.2007
Quelle: Kochmix
 
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