Hutzelbrot ist in der Adventszeit beliebt

 
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Hutzelbrot ist in der Adventszeit beliebt

Im Schwabenland nennt man gedörrte Früchte wie Birnen, Zwetschgen oder Äpfel auch Hutzeln – weil sie beim Trocknen schrumpfen und dann ‚verhutzelt’ aussehen.

Der schwäbische Dichter Eduard Mörike (1804–1875) erzählt in seinem Märchen „Das Stuttgarter Hutzelmännlein“ (1855) von einem kleinen Kobold namens Pechschwitzer, der behauptet, das Schnitzbrot erfunden zu haben: „Ein Kobold gut bin ich bekannt / in dieser Stadt und weit im Land; / meines Handwerks ein Schuster war / gewiss vor siebenhundert Jahr. / Das Hutzelbrot ich hab erdacht, / auch viel seltsame Streich' gemacht.“

Der Kobold schenkt einem Schustergesellen ein wunderbares „Laiblein Hutzelbrot“ – man kann soviel davon essen, wie man will, es wächst immer wieder nach, wenn man nur einen Fingerbreit davon übrig behält.

Doch dieses Wunderbrot ist leider verschollen, man muss heutzutage immer wieder selber backen. Früher gab’s Schnitzbrot in Schwaben als Weihnachtsbackwerk, heute bekommt man es schon in der Adventszeit.

Weil ein gutes Hutzelbrot in der Bäckerei recht teuer ist, lohnt es sich, es selbst zu backen. Der warme, süße Duft, der dann die Wohnung erfüllt, ist eine wunderbare Einstimmung auf die Adventszeit.

Hutzelbrot à la Stuttgarter Hutzelmännlein

Für ein Stuttgarter Hutzelbrot kocht man nacheinander 375 Gramm Hutzelbirnen und 375 Gramm Dörrzwetschgen in demselben Wasser weich. Das Kochwasser hebt man auf, das braucht man für den Teig.

Nun die weichen Zwetschgen entsteinen und das Fruchtfleisch von Zwetschgen, Birnen und 375 Gramm Feigen in kleine Stücke schneiden.

Aus 1000 Gramm Mehl und 40 Gramm frischer Hefe bereitet man mit einem 250 Millilitern Kochwasser von den Trockenfrüchten einen Vorteig und lässt ihn aufgehen, bis er das doppelte Volumen erreicht hat.

Währenddessen hackt man 125 Gramm Nüsse in grobe Stücke – das können nur Walnüsse oder Haselnüsse sein, Mandeln oder alle drei Sorten gemischt, je nach Geschmack.

Nun weitere 250 Milliliter Kochwasser mit drei Esslöffeln Kirschwasser, 200 Gramm Zucker (brauner Zucker schmeckt aromatischer), einem Teelöffel Anis, zwei Teelöffeln Zimt, einem Teelöffel Salz und einem Teelöffel Nelkenpulver vermischen. Dazu gibt man 150 Gramm Zitronat, 50 Gramm Orangeat, 125 Gramm Sultaninen sowie 100 Gramm Rosinen und die bereits geschnittenen Zwetschgen, Birnen und Feigen.

Diese Mischung nun kräftig in den Hefeteig einarbeiten und gründlich verkneten – eine starke Küchenmaschinen erleichtert die Arbeit sehr. Wenn alle Zutaten gut eingearbeitet sind, lässt man den Teig wiederum an einem warmen, zugfreien Ort gehen, bis er sein Volumen verdoppelt hat.

Jetzt formt man aus dem Teig mit nassen Händen kleine Brotlaibe von etwa vier Zentimetern Höhe, die man gleich auf das mit Backpapier ausgekleidete Kuchenblech legt und dort nochmals etwa eine Viertelstunde aufgehen lässt.

Die Hutzelbrote dürfen nun bei 200° Celsius etwa eine Stunde lang backen. Wenn Sie die noch heißen Brote mit dem restlichen Kochwasser bestreichen, bekommen sie einen schönen Glanz.

Genießen Sie das Hutzelbrot mit Tee oder Kaffee. Pur oder mit etwas frischer Butter bestrichen ist es eine wohlschmeckende Einstimmung auf die Adventszeit.

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Kategorie: kochen
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Erfassung: 01.11.2008
Quelle: kochmix
 
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