Hartz IV - Tag 7 Günstig essen heißt: Alles selbermachen

 
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Hartz IV - Tag 7 Günstig essen heißt: Alles selbermachen

Also eins steht fest: Mein Selbstversuch führt dazu, dass ich mehr koche und mehr selbermache, weil ich ja fast ausschließlich Basis-Lebensmittel gekauft habe. Wie schnell schiebt man sich eben mal eine Süßigkeit zwischen die Kiemen, wenn man am Computer sitzt und arbeitet.

Hartz IV - Günstig Essen bedeutet selber kochen

Oder ein Würstchen, ein süßes Stückchen oder sonst irgendein Fertigprodukt. Das geht ganz fix, und man merkt kaum, dass man etwas gegessen hat. Also bei mir ist das zumindest so.

Das geht jetzt einfach nicht – das Budget erlaubt mir keine Ausreißer in den breiten Markt der so genannten Convenience Food-Produkte, auf gut Deutsch: Bequemlichkeits-Futter. Mit Ausnahme des Herings, der war natürlich fertig zubereitet.

Allerdings ist es zum einen durchaus nicht ungesund, alles selbst frisch zuzubereiten. Wenn man überlegt, wie viele Füllstoffe, Farbstoffe, künstliche Aromen, Konservierungsmittel und ähnliches man mit der Fertignahrung so  zu sich nimmt – das fällt jetzt alles weg.

Und zum zweiten: Wenn jemand wirklich arbeitslos ist und sich nicht täglich acht Stunden lang mit Arbeitssuche, Bewerbungen schreiben etc. befasst, weil er oder sie beispielsweise krank ist oder aus Alters- oder anderen Gründen sowieso kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt sieht, dann muss derjenige doch irgendwie seinen Tag strukturieren.

Nur herumhängen und Trübsal blasen macht auf Dauer ja verrückt. Da ist es doch eine interessante Alternative, stelle ich mir vor, bei der Nahrungsbeschaffung und –verarbeitung kreativ zu werden.

Ich habe mir als Kind immer gewünscht, mal als Jäger und Sammler zu leben. Die mussten schauen, was sie gerade günstig, das heißt mit wenig Energieaufwand, an Essen beschaffen konnten. Obst und Gemüse gab es, wenn es reif war und nur dann außerhalb der Saison, wenn man es entsprechend konserviert hatte.

Fleisch gab es, wenn man es zufällig erwischte oder wenn man seinen Grips und Können einsetzte, das Wild aufspürte und erlegte. Eier klaute man den Vögeln aus dem Nest.

Wenn man mit wenig Geld auskommen muss, empfindet man angesichts der attraktiven Supermarktangebote vielleicht weniger Frust, wenn man den Einkauf spielerisch angeht. So nach dem Motto: All die schön aussehenden Fertiggerichte sind eine Art Fliegenpilze oder Tollkirschen, und als kluger Jäger und Sammler weiß man: Sie sehen zwar hübsch aus, bringen aber den Energiehaushalt (alias Kontostand oder Geldbeutelfüllung) gründlich durcheinander mit Bauchgrimmen oder Schlimmerem. Auch im Tierreich gilt ja meist: Je bunter und verführerischer die Verpackung, desto weniger zum Verzehr geeignet. Man denke nur an die hübschen Pfeilgiftfrösche.

Aber wie waren wir jetzt vom Essen zum Pfeilgiftfrosch gekommen? Ach ja, spielerischer Umgang mit Geldmangel, um ihn als Ansporn zu Kreativität zu nutzen.

Also, den inneren Jäger und Sammler könnte man darauf ansetzen, besonders gute frische Lebensmittel zu finden oder Leute, mit denen man sich Sonderangebote für große Mengen teilen kann. Indem man frische Kräuter auf der Fensterbank zieht, um den Speiseplan zu bereichern. Oder indem man – wo möglich – die Erlaubnis ergattert, umsonst ein Stück Garten zu beackern.

Und natürlich, indem man sich in der Kochbuchabteilung der örtlichen Leihbibliothek kundig macht, was man aus Getreide, Gemüse und Obst Leckeres zubereiten kann.

Wenn man Spaß daran bekommt, kann sich ja eventuell für den einen oder die andere daraus sogar ein Wissen und Fertigkeiten ergeben, die sich beruflich einsetzen lassen.

Aber nun werfen wir mal einen Blick auf meinen heutigen Speiseplan.

Frühstück: Müsli mit selbstgemachten Zimt-Knusperflocken

Hartz IV - Müsli zum FrühstückWie üblich gibt es Kaffee mit Milch als Getränk. Dazu heute ein Müsli mit Rosinen, Apfel und selbstgemachten Zimt-Knusperflocken. Wie man die macht, wissen Sie schon, wenn Sie den Text zu Tag 5 gelesen haben, aber hier noch mal kurz zur Erinnerung.

Haferflocken in der trockenen Pfanne anrösten, herausnehmen. Einen Teelöffel Butter schmelzen, 2 bis 3 Teelöffel Zucker darin karamellisieren, Haferflocken unterrühren, aus der Pfanne auf einen Teller geben, flach drücken und auf Esstemperatur abkühlen. Weil es ja Zimt-Knusperflocken sein sollen, streuen Sie, so lange die Masse heiß ist, noch etwas Zimt darüber.

Den Apfel auf einer Reibe zu einem luftigen Mus reiben, mit den Rosinen mischen und die Zimt-Knusperflocken darüberstreuen – voilà, fertig ist ein köstliches Müsli. Und weil ich so gern Joghurt esse, gebe ich noch ein paar Löffel Naturjoghurt dazu. Leckerlecker...

Mittagessen: Asia-Suppe

Hartz IV - Asiasuppe zum MittagessenHeute Mittag ist mir kalt, eine schöne Suppe wird mir innere Wärme verleihen. Zunächst brate ich kleingeschnittenen Ingwer und ein kleines Stück getrocknete Chili in etwas Öl an, sobald die Gewürze duften, gieße ich Wasser auf, das ich mit Instant-Brühe in eine Grundsuppe verwandele.

In diese Brühe gebe ich dann zwei getrocknete Shiitake-Pilze. Vorheriges Einweichen ist meiner Erfahrung nach überflüssig. Ich zerbreche die Pilze samt Stil in kleine Stücke und werfe sie in die brodelnde Brühe. Während ich zwei Karotten und eine Stange Lauch putze und in Scheiben schneide, weichen die Pilze auf und geben ein delikates Aroma an die Brühe ab.

Nun kippe ich das kleingeschnittene Gemüse in die Brühe, lasse noch mal kurz aufwallen und schon ist die Suppe fertig. Das Gemüse ist ziemlich bissfest, aber das mag ich. Wer es weicher mag, lässt die Suppe einfach länger kochen.

Falls sich jemand wundern sollte, woher auf einmal Shiitake-Pilze und Zucchini auftauchen, die ich doch gar nicht eingekauft hatte: Die Pilze entstammen dem hintersten Winkel des Gewürzschrankes, die Zucchini habe ich nachgekauft.

Denn wie sich im Laufe der Zeit herausgestellt hat, war mein Einkauf nicht ausgewogen genug. Von den Grundnahrungsmitteln habe ich noch mehr übrig, als gedacht. Das Gemüse und die Milchprodukte reichen dagegen nicht aus.

Am letzten Tag kann ich erst wirklich Bilanz ziehen, für wie viel Geld ich Lebensmittel gekauft und verbraucht habe.

Nachmittagskaffee

 Wie zu erwarten, hat die Suppe nicht lange gesättigt, schon nach zwei Stunden habe ich wieder Hunger und eins ist klar: Eiweiß vertreibt den knurrenden Magen für längere Zeit. Also bereite ich mir eine Quarkspeise aus einer saftigen Orange, 100 Gramm Magerquark und einem Esslöffel Zucker. Lecker, aber etwas kühl für mein Empfinden, also trinke ich einen schönen heißen Kaffee dazu.

Abendessen

 Abends esse ich den restlichen Quark auf, den ich mit Kräutern und Öl anmache und zu sieben kleinen Kartoffeln verspeise, als Vorspeise esse ich eine Möhre, die in eine Scheibe Schinken gewickelt ist.

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Kategorie: ratgeber
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Erfassung: 17.03.2009
Quelle: kochmix
 
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