Hartz IV - Tag 5 Zwischenbilanz des Selbstversuches

 
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Hartz IV - Tag 5 Zwischenbilanz des Selbstversuches

Heute ist Bergfest, fällt mir gerade auf, als ich diese Zeilen schreibe. Der fünfte Tag, das bedeutet, die Hälfte des Experiments ist schon vorbei. Es kommt mir deutlich länger vor.

Hartz IV - Der Blick in den KühlschrankWoran liegt das? Nun, zum einen sicher daran, dass ich meine Einkaufs-, Koch- und damit Essgewohnheiten schon deutlich ändern muss, um mich mit dem Budget von 30 Euro nach meinen Maßstäben halbwegs sinnvoll zu ernähren.

Eine Schwierigkeit ist natürlich, dass ich im Rahmen des Experiments keinen Gefrierschrank, sondern nur ein Kühlfach besitze. Gut, als Studentin hatte ich auch nicht mehr, aber das ist schon einige Jahre her, und im Zweifelsfall war die Mensa nicht weit weg. Dort konnte ich bei Bedarf günstig essen.

Aber einen Eisschrank habe ich wirklich schätzen gelernt. Er erlaubt eine ganz andere Art der Vorratshaltung. Darüber gleich mehr.

Jetzt können Sie einen Blick auf meinen heutigen Speiseplan werfen, schön der Reihe nach, denn heute schreibe ich nicht erst am Ende des Tages sondern sozusagen ‚life’, zeitnah zu den Mahlzeiten.

Heute ein eher karges Frühstück

Nach meinem gestrigen Hungeranfall am späteren Abend bin ich heute erst mal noch gesättigt. Eine Scheibe Knäckebrot mit Magerquark und Marmelade genügt mir als Frühstück, dazu trinke ich meinen obligatorischen Kaffee mit Milch, den ich heute mit etwas Vanillinzucker verfeinert habe.

Da, schon klingelt es an der Tür, ich werde abgeholt und muss mich schleunigst auf die Socken machen, der Kaffee ist noch nicht einmal ausgetrunken. Aber der läuft ja nicht weg.

Mittagessen: Hunger wie ein Wolf

Hartz IV - Heute gibt es Heringssalat zum MittagessenAm Vormittag war ich geschäftlich unterwegs, und als ich um 12.30 nach Hause komme, knurrt mir der Magen ganz entsetzlich und ich habe zittrige Knie, leichter Unterzuckerung. Schnelle Rettung bietet mir die zweite Hälfte des Heringstopfes, die ich mit zwei sauren Gurken und einem Apfel blitzschnell in einen Heringssalat verwandele. Uff, gerettet.

Kennen Sie solche Hungeranfälle? Da darf mich niemand von der Seite schräg angucken, sonst schlägt meine schlechte Hunger-Laune erbarmungslos (wenn auch nur mit Worten oder entsprechend finsteren Blicken) zu. Sollte, wenn ich in einem solchen Zustand bin, ein armes kleines Würstchen oder ein würziges Stück Käse im Kühlschrank herumlungern, wird es gnadenlos verschlungen, in Nullkommanichts, und ohne Nachzudenken. Ganz schlecht fürs Budget.

Eigentlich hätte ich mir erst mal eine heiße Brühe aufgießen sollen, um den Magen zu beruhigen, aber daran habe ich vor lauter Gier nicht gedacht. Immerhin habe ich es geschafft, mir den Heringssalat zuzubereiten. In der Rekordzeit von drei Minuten. Danach ein Knäckebrot mit Kalbsleberwurst. Heringssalat hält natürlich nicht so lange vor, aber für den Moment bin ich satt und zufrieden.

Nachmittagskaffee – mit selbstgemachten kandierten Haferflocken

So, nach dem Texten gibt’s jetzt erst mal eine schöne Tasse Kaffee. Gerade habe ich einen unglaublichen Hieper auf etwas Süßes. Aber es gibt weder Kekse noch Schokolade im Haus. Hmmm – was tun, sprach Zeus?

Mir fällt etwas ein: Kandierte Haferflocken, das wäre doch eine gute Alternative zu sonstigen Süßigkeiten. Das geht schnell und schmeckt lecker.

Auf dem Bildchen sehen Sie, was man dazu braucht: etwa zwei Handvoll Haferflocken, zwei Esslöffel Zucker, einen Stich Butter, zwei Messerspitzen Vanillinzucker und eine Prise Salz. Rösten Sie die Haferflocken in einer Pfanne trocken an – unbedingt dabei stehen bleiben, die werden nämlich schneller schwarz, als einem lieb ist. Sobald sie zart gebräunt sind und duften, schütten Sie die Flocken auf einen Teller und wischen den Haferstaub aus der Pfanne.

Nun den Stich Butter auf kleiner Flamme schmelzen und Zucker, Vanillinzucker und die Prise Salz dazugeben. Rühren Sie, bis Sie hellbraunes Karamell haben, das Sie möglichst gleichmäßig auf dem Pfannenboden verteilen. Dann die gerösteten Haferflocken dazugeben und gut rühren, damit alle Flocken leicht mit dem Karamell kandiert werden.

Dann kippen Sie den Pfanneninhalt wieder auf den Teller, drücken ihn mit dem Rührlöffel flach und warten, bis die Mischung kühl genug ist, um sie zu genießen. Wer gierig ist und gleich den Löffel abknabbern will, verbrennt sich nämlich die Zunge...

So, und nun gibt’s die abgekühlten kandierten Haferflockenkrümel mit Kaffee – ein Genuss.

Meditationen über den Nutzen eines Gefrierschranks

Hartz IV - Ein Gefrierfach ist sehr hilfreich, wenn man Vorkochen möchteZurück zum Thema Eisschrank. Eigentlich besitze ich eine Kühlschrank-Eisschrank-Kombination mit drei Schubladen, auch wenn die gerade tabu sind. Allerdings hoffe ich für alle, die mit so wenig Geld fürs Essen auskommen müssen, dass sie einen Gefrierschrank haben und nicht nur ein Kühlfach.

Denn Vorräte an frischem Gemüse oder Obst anzulegen, ist damit wirklich erheblich einfacher, und man kann seine Ernährung wesentlich abwechslungsreicher gestalten.

Klar könnte ich auch eingedoste Lebensmittel kaufen. Aber zum einen enthalten sie deutlich weniger Vitamine als frische Lebensmittel, zum anderen schmecken sie erheblich schlechter.

Doch wenn ich als Single im Supermarkt ein günstiges Angebot wie etwa den Weißkohlkopf für 49 Cent kaufe, kaufe ich das jetzt nicht, weil ich weder fünf Tage lang Weißkohl essen will noch das Gemüse wegwerfen möchte – Essen wegzuwerfen widerstrebt mir zutiefst. Hätte ich einen Gefrierschrank, könnte ich zum einen vorkochen und das, was ich nicht direkt essen möchte, portionsweise einfrieren. Oder ich könnte gleich nur leicht blanchiertes Gemüse einfrieren.

Macht man das bei günstigen Angeboten von saisonalen Lebensmitteln, kann man deutlich günstiger wirtschaften und isst vielfältig. Ich habe z. B. immer einen Sack tiefgefrorener Erbsen und einen Sack tiefgefrorenen Rosenkohl, dazu selbst eingefrorenen Lauch im Eis, manchmal auch noch grüne Bohnen oder Rotkohl. Ganz gleich, ob ich eine Gemüsepfanne oder eine Suppe koche – ein Griff ins Kühlfach peppt das vorhandene frische Gemüse problemlos auf, und statt zwei oder drei frischen Gemüsesorten enthält meine Mahlzeit dann gleich fünf oder sechs.

Kräuter sind auch beliebte Kandidaten für mein Eisfach. Und wenn ich mal – was selten vorkommt – Wein trinke, bleibt garantiert ein Rest, der nur herumsteht. Optimal für Wein-Eiswürfel, mit denen ich Saucen aromatisieren kann.

Abendessen – mit Schafskäse und Gurkensalat

Da heute Tag 5 und damit Bergfest ist, breche ich den Schafskäse an und zerdrücke ein Viertel, etwa 50 Gramm, mit etwas Olivenöl und Chili zu einer scharfen Käsepaste, die ich mir auf das Knäckebrot streichen kann. Dazu esse ich die zweite Hälfte der Gurke als Salat mit einem Essig-und-Öl-Dressing, ganz simpel. Das war’s für heute.

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Kategorie: ratgeber
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Erfassung: 11.03.2009
Quelle: kochmix
 
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