Hartz IV - Tag 10 Unser Fazit zum Selbstversuch

 
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Hartz IV - Tag 10 Unser Fazit zum Selbstversuch

Heute noch ein letzter Blick auf die DGE-Empfehlungen zur gesunden Ernährung, Thema: Obst und Gemüse. Mit der Kampagne „5 am Tag“ hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) Werbung für frische Nahrungsmittel gemacht: Eine gesunde Ernährung sollte pro Tag drei Portionen Gemüse (ca. 375 g) und zwei Portionen Obst (ca. 300 g) enthalten.

Tja, damit kann ich bei meinem Einkaufsplan leider nicht dienen. Von den zwei Kilogramm Orangen ist noch die Schale abzuziehen, außerdem habe ich am Ende des Tages noch zweie übrig, dazu sechs Äpfel – zumindest die Obstmenge von drei Kilogramm für zehn Tage erreiche ich nicht. 3.750 Gramm Gemüse – ob ich auf diese Menge komme? Und ob ich überhaupt die 30 Euro eingehalten habe?

Das sehen wir uns gleich einmal an, aber zunächst bekommen Sie Einblick in meinen heutigen Speiseplan:

Frühstück

Heute morgen ist mir nach etwas Knackigem zwischen den Zähnen – also esse ich Knäckebrot zum Frühstück, mit Butter und Marmelade. Das war’s dann schon. Am späteren Vormittag bekomme ich aber wieder Hunger und verspeise eine saftige Orange als zweites Frühstück.

Mittagessen – Pfannkuchen süß & salzig

Hartz IV - Pfannkuchen zum MittagessenVom vielen Herumsitzen vor dem Computer ist mir ganz kalt geworden, also wärme ich mich während des Kochens erst mal mit einer großen Tasse heißer Instant-Brühe auf. Meine süßen Gelüste plagen mich mal wieder, die Marmelade heute morgen hat diesen Appetit erst richtig angefacht, also beschließe ich, heute am letzten Tag noch einige Eier aufzubrauchen.

Was lässt sich daraus feines brutzeln? Omelette oder Pfannkuchen (... Sie erinnern sich sicher an mein unendliches Gewürzregal, in dem sich in irgendeiner Ecke immer noch etwas Mehl findet). Pures Omelette mag ich nicht so gern, mit Mehl ist es mir lieber, also mache ich mir schöne Pfannkuchen.

Für den Teig verquirle ich zwei Eier mit einer Tasse Mehl, einer Prise Salz, einer Prise Backpulver und Milch – die musste ich mittlerweile nachkaufen – zu einem flüssigen Teig. Während die Pfanne aufheizt, schneide ich schnell noch einen Apfel in dünne Ringe.

In der heißen Pfanne verteile ich einen Esslöffel Öl und gieße dann mit dem Schöpflöffel kleine Teigkreise. Sobald die vom Rand her stocken, belege ich sie mit je einer Apfelscheibe. Wenn der Teig überall kleine Blasen schlägt und nicht mehr feucht glänzt, ist es Zeit, die Pfannküchlein zu drehen. Wenn nötig, gieße ich noch etwas Öl nach und brutzele sie nun auch auf der zweiten Seite. Bald beginnt es herrlich nach Apfel zu duften.

Etwa die Hälfte des Teiges verwandle ich so in Apfelpfannkuchen. Die zweite Hälfte lasse ich ohne Apfel garen, die kann ich entweder mit etwas Salz bestreut essen oder am Nachmittag zum Kaffee noch mit Marmelade bestreichen.

Nun noch etwas Zimt auf die heißen Apfelküchlein – fertig ist ein leckeres und schnelles Mittagessen. Dazu mache ich mir einen süßen Chicorée-Salat mit Orange und einem kleinen Schuss Milch – sehr erfrischend.

Nachmittagskaffee

Als ich mir nachmittags neuen Kaffee braue, weil die erste Kanne mit Hilfe meiner Nachbarinnen schon geleert wurde, sticht mir der Duft vom Pfannkuchenbraten in die Nase, und ich esse die restlichen kleinen Küchlein mit etwas Vanillezucker als Beilage zum Kaffee.

Abendessen

Hartz IV - Vollkornbrot mit ButterZum Abschluss des Selbstversuches esse ich zur Abwechslung mal wieder ein Vollkornbrot mit Butter, dazu einfach in Instant-Brühe gedünsteten Lauch und einen Orange-Karotten-Salat mit dem restlichen Feta fein zerkrümelt – optisch und geschmacklich ein Genuss.

Und nun muss ich mich der Rechnerei widmen. Die Ergebnisse überraschen mich selbst, aber werfen Sie doch einfach auch mal einen Blick auf die Liste / Tabelle:

Hier finden Sie die Tabelle mit den Lebensmittel die wir im Selbstversuch gekauft und verbraucht haben

Ha, wenn ich das geahnt hätte... noch mehr als sechs Euro sind übrig! Dann hätte ich schleunigst noch mehr Obst eingekauft und vielleicht auch etwas Schokolade... Ich bin also unter dem Limit geblieben, trotz Bio-Waren. Wie schon erwähnt, hat jedoch die Psychologie zugeschlagen und ich habe mich beispielsweise beim Käse mehr zurückgehalten, als üblich (und mehr als nötig, wie man sieht). Dieser Effekt würde sich bei länger anhaltender knapper Kasse vermutlich verflüchtigen, vermute ich. Aber vielleicht auch nicht – ich hoffe, ich muss es niemals selber erleben.

Unser Fazit aus dem Test

Hartz IV - Unser Fazit zum SelbstversuchMit drei Euro am Tag kann sich ein Mensch mit niedrigem Grundumsatz weitgehend sinnvoll ernähren und muss auf jeden Fall nicht hungern. Bei hohem Grundumsatz – z. B. pubertierende Jungs - habe ich da meine Zweifel, ob ausreichende und zugleich gesunde Ernährung möglich ist. Aber das müssten Fachleute mit größerem Datenbestand über einen längeren Zeitraum berechnen.

Luxusprodukte wie Wein, Bier, Zigaretten und Süßigkeiten sind im Allgemeinen meiner Ansicht nach bei diesem Budget nicht drin – wenn man mal einige Zeit sparsam wirtschaftet, kann man sich die eine oder andere Flasche oder Schokolade aber dennoch gönnen – in unregelmäßigen Abständen, und wirklich als Luxusware. Backwerk wie Kuchen oder süße Stückchen soltle man lieber selber backen, wenn man sein Budget nicht überschreiten will.

Dass es zunächst keinen überwältigenden Spaß macht, so genau zu kalkulieren und mit eiserner Disziplin einkaufen zu gehen, ist klar. Schon gar, wenn man eigentlich gern arbeiten würde und könnte, aber vergeblich von Pontius zu Pilatus sich die Hacken wundgelaufen und keine Stelle gefunden hat.

Aber wenn man sich vergegenwärtig, dass dieses Geld auch ein Geschenk der Allgemeinheit für einen selber ist – und als Geschenk sind 90 Euro im Monat bzw. 1080 Euro im Jahr doch nicht zu verachten, finde ich – fällt es vielleicht leichter, nicht daran zu verbittern, sondern das Beste daraus zu machen, indem man etwa gemeinschaftliche Einkäufe als Chance für neue soziale Kontakte nutzt oder seine Energie darin investiert, beim Kochen mit einfachen Lebensmitteln kreative Rezepte zu entwickeln.

Jedenfalls wünsche ich allen, die derzeit von Hartz IV leben müssen, dass sie zum einen ihren Humor behalten oder wieder finden, einen Gefrierschrank besitzen, und natürlich, dass sie ganz bald einen Job finden, um wieder finanziell selbstverantwortlich zu sein und auf eigenen Füßen zu stehen.

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Kategorie: ratgeber
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Erfassung: 26.03.2009
Quelle: kochmix
 
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