Grundnahrungsmittel und Gentechnik, wie Nahrungsmittel verändert werden

 
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Grundnahrungsmittel und Gentechnik, wie Nahrungsmittel verändert werden

Zu den Grundnahrungsmitteln des Menschen gehören verschiedene Getreidesorten. Weizen und Mais sind beliebte Kandidaten für die gentechnische Veränderung.

Ein Weizenfeld, können Nahrungsmittel die durch Gentechnik verändert werden, die Hungersnot lindern?Der Saatgutkonzern Monsanto ist laut Angaben von Wikipedia für rund „90 Prozent aller weltweit angebauten Gen-Pflanzen“ verantwortlich. Auch der in der EU seit 2006 für den Anbau und die Verwendung als Lebens- und Futtermittel zugelassene Gen-Mais MON863 stammt von Monsanto.

Die Problematik der Freisetzung gentechnisch veränderter Lebewesen

Mais ist, genau wie Weizen und andere Grasarten, eine Pflanze, die sich dank Windbestäubung vermehrt. Aber die folgenden ungeklärten Fragen gelten genauso für Pflanzen, die von Insekten bestäubt werden:

  • Bislang konnte noch niemand erklären, wie man den Wind daran hindern will, Pollen von gentechnisch manipulierten Pflanzen zu verbreiten. Wenn Wind schon fähig ist, Häuser durch die Luft zu wirbeln,– wie soll er dann nicht fähig sein, Pollen noch viel weiter zu tragen? Auch Saharasand landet – rein durch Windkraft – auch immer mal wieder in Nordeuropa. Und Pollen sind doch um etliches leichter.
  • Gleichfalls konnte noch niemand sagen, wie man Bienen, Hummeln und sonstige Insekten, die Blütenstaub sammeln, daran hindern will, genau das auch bei Gentech-Pflanzen zu tun. So musste etwa ein Imker im August 2008 seine komplette Honigernte vernichten, weil sie Pollen des Gen-Maises MON810 enthielt, der nicht als Lebensmittel zugelassen ist (weitere Informationen unter Bienen Gentechnik).
  • Ebenfalls konnte noch niemand schlüssig erläutern, wie man wilde und zahme Tiere sowie Menschen daran hindern will, in der Nähe freigesetzer Gentech-Pflanzen herumzuspazieren und den Pollen, der an ihnen hängenbleibt, weiterzutragen.
  • Erkenntnisse dazu, wie man den Gentech-Pollen so dressiert, dass er freiwillig keine Kreuzungen mit verwandten Pflanzen eingeht, sind bislang in den Reihen der wissenschaftlichen Literatur nicht aufzufinden.
  • Wie man den Regen daran hindern will, Genpollen abzuwaschen und via Oberflächenwasser Richtung Bäche und Flüsse und damit ins Meer weiterzuschwemmen, das konnte bislang auch noch niemand glaubwürdig darlegen.

Kurz: Jegliche Behauptung, genveränderte Pollen würden nicht das Feld verlassen, auf dem die Gentechpflanzen angebaut werden, ist eine Lüge. Und ob gentechnisch veränderte Organismen wirklich keine Möglichkeit haben, die Labors zu verlassen, in denen sie erzeugt werden, das ist ungeklärt – und unwahrscheinlich.

Kann Gentechnik den Hunger in der Welt besiegen?

Freilandversuche an mehreren Universitäten in den USA haben schon Ende der 1990-er Jahre gezeigt, dass:

  • Gentech-Pflanzen im Schnitt nicht mehr Erträge bringen als 'normale' Pflanzen (das scheinheilige Argument, man wolle 'den Hunger in der Welt beseitigen' entfällt damit).
  • Tiere wie z. B. der Monarchfalter von den Gentech-Pollen stark beeinträchtigt werden: Seine Raupen leben auf Wildpflanzen in der Nachbarschaft von Gentech-Feldern. Wenn die Maispollen fliegen, landen die Gentech-Pollen natürlich auch auf den benachbarten Wildpflanzen. Die Raupen nehmen den Pollen beim Blätterfressen auf und krepieren daran.

Gesundheitsrisiken durch gentechnisch veränderte Nahrungsmittel

2007 veröffentlichten Wissenschaftler der französischen Organisation CRIIGEN (Committee for Independent Research and Genetic Engineering) eine Neuanalyse von Tierversuchen mit dem Gen-Mais MON863. Sie untersuchten die Daten, die der Saatgutriese Monsanto für die Marktzulassung dieser Maisart bei der EU einreichte (Séralini, G.-E., Cellier, D. & Spiroux de Vendomois, J. 2007. New analysis of a rat feeding study with a genetically modified maize reveals signs of hepatorenal toxicity. Archives of Environmental Contamination and Toxicology DOI: 10.1007/s00244-006-0149-5.)

MON863 ist mit einem Gift produzierenden Resistenzgen gegen den Maiswurzelbohrer versehen und enthält außerdem ein Gen, das ihn gegen Antibiotika resistent macht. Bei der Analyse der von Monsanto gelieferten Daten kamen die Wissenschaftler von CRIIGEN zu dem Ergebnis, dass die mit dem Gen-Mais gefütterten Ratten deutliche Anzeichen für Leber- und Nierenschäden zeigen.

Auch aktuellere Laborversuche deuten in eine ähnliche Richtung: Mäuse, die mit Erbsen gefüttert wurden, denen ein (an sich harmlos scheinendes) Bohnen-Gen eingepflanzt wurde, entwickelten eine tödliche Lungenkrankheit. Bekamen sie normale Erbsen zu fressen, passierte nichts.

Gentechnisch veränderte Pflanzen in Deutschland und weltweit

Nach Angaben des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMVEL) wurde im Jahr 2007 auf immerhin 2.638 ha gentechnisch veränderter Mais in Deutschland angebaut.

Weltweit wurden im Jahr 2006 auf 25,2 Mio. ha Gen-Mais angebaut, auf 58,6 Mio. ha Gen-Soja, auf 13,4 Mio. ha Gen-Baumwolle und auf 4,8 Mio. ha Gen-Raps, so das BMVEL. Doch auch gentechnisch veränderte Bäume (z. B. Pappeln, Eukalyptus) und andere Pflanzen sind bereits im Umlauf – und damit natürlich auch deren Pollen.

Was der in der Pflanzen- und Tierwelt (und damit auch bei uns, die wir uns am Ende der Nahrungskette befinden) anrichtet, werden wir erst in ein paar Jahren oder Jahrzehnten wirklich wissen.

Angesichts dieser Situation klingt es wie Hohn, wenn man in dem Flyer des BMVEL „Das neue Gentechnikrecht 2008“ aus der Feder von Minister Seehofer lesen darf, dass „die unterschiedlichen Bewirtschaftungsformen friedlich nebeneinander existieren können“ – bei Gen-Mais wird ein Abstand von „150 m zu konventionell und 300 m zu ökologisch genutzten Nachbarfeldern“ als ausreichend angesehen.

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Kategorie: ratgeber
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Erfassung: 11.01.2009
Quelle: kochmix
 
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