Graupen: Leicht verdauliche Kost

 
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Graupen: Leicht verdauliche Kost

Aus Gerste, die hierzulande vor allem in gebrauter Form im Bierglas geschätzt wird, entsteht auch ein äußerst nahrhaftes Erzeugnis zum Löffeln – die Graupen.

Graupen - GetreidekörnerDie grob geschnittenen Getreidekörner werden einer besonderen Prozedur mit der Schleifmaschine unterzogen, sodass sie ihr charakteristisches Aussehen erhalten. Besonders fein geschliffen werden dabei die Perlgraupen – die feinste aller Graupenarten.

Wegen ihrer historischen Verwendung gerne als „Arme-Leute-Essen“ abgetan, belegen die Graupen auf den Speisekarten momentan nicht gerade einen Spitzenplatz. Dabei sind sie nicht nur ein traditionelles Korn, das eine hervorragende Suppeneinlage abgibt, sondern auch weit gereist. Sogar in der Internationalen Raumstation (ISS) sollen sich Berichten zufolge die Raumfahrer mit Rindfleisch und Graupen gestärkt haben. 

Derzeit entdecken die einheimischen Spitzenköche die Graupen wieder einmal neu. Das kann daran liegen, dass sich immer mehr Köche bei ihrem kreativen Schaffen darauf besinnen, einfachste Zutaten kunstvoll zu veredeln, anstatt nur auf die üblichen Luxuszutaten zu setzen. So steht in gediegenen Restaurants plötzlich ein Graupen-Risotto auf der Speisekarte oder versucht der Spitzenkoch Wolf Uecker in einem seiner Kochbücher, den Gourmets die Graupen schmackhaft zu machen. Und mit Christian Henze, der aus den Graupen eine Vinaigrette zauberte, setzt ein weiterer erstklassiger Koch auf Graupen.

Kost die man leicht verdaut

Graupen sind fettarm und reich an Kohlenhydraten. Wer sich von den kleinen Körnchen jedoch ein besonderes Plus für die Gesundheit erhofft, wird enttäuscht. Zwar ist das Gerstenkorn an sich reich an Mineralstoffen, Vitaminen und Spurenelementen – nur sitzen diese wertvollen Stoffe an der Randschicht des Korns. Und genau diese wird beim Schälen und Polieren entfernt, was die Graupen bei den Anhängern der Vollwertkost zum denaturierten Lebensmittel werden lässt.

Es muss jedoch nicht immer Vollwert sein und so sind die Graupen ein nahrhafter und vor allem leicht verdaulicher Genuss. Wer sich des Öfteren mit einem nervösen Magen herumplagt oder den Speiseplan in Rekonvaleszenzphasen abwechslungsreicher gestalten möchte, kann getrost zu Graupen greifen.

Rumfordsuppe – die Mutter aller Graupensuppen

Einer der Vorreiter, der die Graupen in aller Munde brachte, war Benjamin Thompson – auch bekannt als Reichsgraf von Rumford. Hier stand allerdings weniger die Veredelung der Graupen im Vordergrund, sondern die Lebensmittelversorgung einer breiten Masse.

Gegen Ende des 17. Jahrhunderts erhielt Thompson von oberster Stelle den Auftrag, eine möglichst günstige, aber dennoch sehr nahrhafte Speise zu entwickeln. Diese Aufgabe erfüllte er hervorragend, über den Geschmack der Suppe ließ sich allerdings sicherlich streiten.

Die ursprüngliche Suppe bestand lediglich aus Graupen, Erbsen und Wasser – als Gewürze fungierten verschiedene Essigsorten. Erst mit zunehmender Verbreitung der Suppe, die nun auch Suppenküchen in zahlreichen Städten verteilten, wurde das ursprüngliche Suppenrezept zunehmend verfeinert.

Erweitert um diverse Gemüsesorten und Fleischeinlagen, zubereitet anstelle mit reinen Wassers nun mit Brühe und abgerundet durch frischen Gewürze und Kräuter kam auch der Geschmack auf den Teller. Da erinnert nicht mehr viel an das einstige „Arme-Leute-Essen“ und so haben sich die Graupen ihren Platz in der hiesigen Küche völlig zu Recht zurückerobert.

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Kategorie: kochen
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Erfassung: 18.11.2009
Quelle: kochmix
 
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