Götterspeise - ein Dessert zum wackeln

 
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Götterspeise - ein Dessert zum wackeln

Für die meisten Süßmäuler ist sie untrennbar mit der Kindheit verbunden: die Götterspeise – ein fruchtiges, das zum Nachtisch (Dessert) transparent auf die Teller kommt und wie kein anderes Dessert zum Spielen verführt.

Götterspeise - ein Dessert zum wackelnSchon bei der kleinsten Bewegung beginnt die Götterspeise zu zittern, weshalb sie umgangssprachlich auch Wackelpudding genannt wird. Zu verdanken hat sie ihre wundersame Konsistenz der Gelatine, welche der Götterspeise auch ihre Form und Haltbarkeit gibt.

Der Klassiker unter der Götterspeise ist die Sorte Waldmeister – und ausgerechnet sie wird heutzutage ohne natürliche Aromen oder gar Waldmeistersaft hergestellt. Der Grund: Das in dem schattenliebenden Waldmeister enthaltene Cumarin kann toxisch wirken und ist deshalb für Kindergeburtstage nicht geeignet. Stattdessen greift man in der Produktion lieber zu Farbstoffen und künstlichen Aromastoffen.

Der Beliebtheit der grünen Götterspeise hat dies keinen Abbruch getan, wobei die anderen Sorten auch gerne gesehen werden: Himbeere und Kirsche in feurigem Rot und Zitrone in sonnigem Gelb. Genossen wird die Götterspeise mit Vanillesoße oder Schlagsahne – der Kontrast zwischen sahnig-weich und fruchtig-wackelig zergeht unvergleichlich köstlich auf der Zunge. Besonders nährreich und gesund ist die industriell hergestellte Götterspeise jedoch nicht. Sie soll vor allem Spaß machen.

Die Basis von hausgemachter Götterspeise ist Fruchtsaft, der beim Kochen mit Gelatine versetzt und damit gefestigt wird. Doch viel einfacher ist es, sich Fertigmischungen aus dem Backregal zu widmen. Extrem schnell und unkompliziert lässt sich der Wackelpudding mit den teureren Instantpäckchen zaubern, die lediglich mit heißem Wasser angerührt werden müssen und dann binnen weniger Stunden erkalten und steif werden.

Bei den normalen Mischungen muss das Götterspeisenpulver zusammen mit Zucker auf dem Herd unter ständigem Rühren erhitzt werden – allerdings darf es nicht anfangen zu kochen. Anschließend ist Geduld gefragt: Bis zu 24 Stunden braucht die Gelatine je nach Menge der zubereiteten Götterspeise, bis sie fest geworden ist.

Noch mehr Zeit benötigt man, wenn man einen bunten Schichtpudding herstellen möchte – denn die nächste farbige Schicht kann immer erst aufgegossen werden, wenn die untere völlig erkaltet ist. Für einen Kindergeburtstag ist es also grundsätzlich ratsam, die Götterspeise am Vortag zuzubereiten und kaltzustellen.

Übrigens gibt es Gelatine-Alternativen für Vegetarier oder Menschen, die seit dem BSE-Skandal keine Gelatine mehr verzehren: Mit Hilfe von den pflanzlichen Geliermitteln Carragen oder der Algengelatine Agar Agar lässt sich die Götterspeise genauso gut herstellen wie mit der tierisch gewonnenen Gelatine. Einziger Nachteil: Die Haltbarkeit verringert sich.

Auch die Erwachsenen haben die Götterspeise für sich entdeckt: Was in den USA meistens als Jelly Shot bezeichnet wird, nennen viele Deutsche Götterspeise mit Schuss oder Wackelwodka. Ein Teil des Wassers wird bei der Zubereitung mit Alkohol ersetzt – zum Beispiel mit klarem Wodka. Durch die Erhitzung beim Kochen der Götterspeise verdampft zwar ein Teil des Alkohols, doch die Jelly Shots sollten in ihrer Wirkung trotzdem nicht unterschätzt werden.

Vorsicht sei auch dem geraten, der in der Schweiz eine Götterspeise bestellen möchte – hinter diesem Namen verbirgt sich hier nämlich eine sättigende Schichtspeise aus Zwieback, Vanillecreme, Kompott und Sahne, die zwar auch sehr lecker ist, aber mit Sicherheit nicht wackelt.

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Kategorie: kochen
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Erfassung: 24.05.2008
Quelle: kochmix
 
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