Feinkost der verleckerte Mensch alles über feinkost

 
Rezepte, Kochen, Kochbuch, Kochrezepte, TV-Guide usw.

Kategorien für das Kochmagazin:

Kochmagazin: Live Search

Kochmagazin - lifestyle

Feinkost der verleckerte Mensch alles über feinkost

Vor 200 Jahren galt man seinen Mitmenschen hierzulande als höchst leckerhaft wenn man nach leckeren Speisen begierig war.

Feinkost der verleckerte Mensch alles über feinkostIn der vom Arzt Johann Georg Krünitz 1773 begründeten "Oeconomischen Enzyklopädie" wurde ein solcher Feinschmecker gar als "verleckerter Mensch" bezeichnet. Das Objekt der Begierde, die Delikatesse, definierte Krünitz in seiner Enzyklopädie folgendermaßen:

"Unter Lecker=Bissen, Leckereyen, oder Delicatessen, verstehe ich jede Sache, die, von einem gesunden Menschen genossen, die Nerven=Wärzchen seiner Zunge und seines Gaumens auf eine angenehme Art reizt, und deren Annehmlichkeit dadurch sehr vermehrt wird, wenn zugleich ein Wohlgeruch dabey Statt findet."

Auch das Deutsche Wörterbuch der Gebrüder Jacob und Wilhelm Grimm umschrieb im 19. Jahrhundert das Gourmetwesen mit dem Wort "lecker": Da gab es zu lesen von Leckeressen, Leckermahl und allerhand anderen Leckereien, sämtlich abgeleitet vom Verb "lecken". In diese Zeit ist auch die Entstehung des Wortes "Feinkost" zu datieren. Die seit dem 17. Jahrhundert entstehenden Sprachgesellschaften schufen Worte durch die Eindeutschung fremdsprachiger Ausdrücke. So entstand aus dem französischen Delicatesse unsere heutige Bezeichnung Feinkost, die den ursprünglich für die feine französische Lebensart stehenden Begriff auf den Bereich der Künitz´schen "Leckereyen", also hochwertige Lebensmittel, eingrenzte.

Indes, das Wort Feinkost ist bis heute nicht streng definiert. Im täglichen Sprachgebrauch steht Feinkost für all jene Lebensmittel, die für den alltäglichen Gebrauch zu exklusiv, mithin für den Durchschnittsverbraucher zu teuer sind. Darunter fallen Delikatessen wie Trüffel, Kaviar, Austern und Foie gras. Bemerkenswert ist es, dass heute zahlreiche Nahrungsmittel der Feinkost zugerechnet werden, die früher als Arme-Leute-Essen galten, so etwa Steinpilze und Pfifferlinge. Wirft man einen Blick in die Auslagen der Feinkostgeschäfte zeigt das Sortiment, dass der Begriff tatsächlich kaum zu fassen ist, und sogar alltägliche Lebensmittel wie Pasta, Käse und Gemüsekonserven unter dem Etikett Feinkost angeboten werden - nur eben in besonders hervorragender Qualität.

Letztlich entscheiden die Nachfrage und jeweils aktuelle Trends darüber, was unter dem Oberbegriff Feinkost im Regal zu finden ist. Der Bundesverband der deutschen Feinkostindustrie e.V. etwa steckt sein Betätigungsfeld ab wie folgt:

"Feinkosterzeugnisse sind Lebensmittel, die nach Art, Beschaffenheit, Geschmack und Qualität dazu bestimmt sind, besonderen Ansprüchen bzw. verfeinerten Eßgewohnheiten zu dienen. Bei Rohstoffauswahl, Herstellung und Vertrieb der Erzeugnisse wird eine besondere Sorgfalt angewendet.

Hier bestimmt sich ganz anders als bei der "Oeconomischen Enzyklopädie" ein Feinkostprodukt in erster Linie über den Herstellungs- und Verarbeitungsprozess, bei Krünitz stand der Genussfaktor beim Feinschmecker noch an erster Stelle. So kann nach heutiger Maßgabe mit dem Begriff Feinkost allenfalls auf eine besondere Produktqualität abgestellt werden, Genuss als Kriterium ist eher zweitrangig wenn man sich das Verzeichnis von Feinkostprodukten durchsieht, das der Bundesverband der deutschen Feinkostindustrie entwirft:

- Feinkostsoßen wie Mayonnaise, Remoulade, Ketchup und Salatsoßen
- Feinkostsalate wie Kartoffelsalat, Fleischsalat und Heringssalat
- Feinkostpasteten
- Wild- und Geflügelerzeugnisse
- Feinkosterzeugnisse wie Ravioli, Nasi Goreng, Zaziki, Russisch Ei
- Desserts wie Mousse au chocolat, Vanillesoßen und rote Grütze

Die Liste ist tatsächlich noch weit umfangreicher und zeigt wie beliebig der Begriff Feinkost gebraucht wird. Da erscheint der ursprünglich zu Grunde liegende Terminus Delikatesse ausdrucksstärker und schon intuitiv klar umrissen. Vielleicht hätte also die Neuschöpfung des Wortes Feinkost gar nicht sein müssen. Denn auch Anno dazumal bot die deutsche Sprache ja wie eingangs gezeigt genügend Mittel und Wege, um die Delikatesse mit eigenen Worten zu umschreiben. Mit Johann Georg Krünitzens Enzyklopädie gesprochen handelt es sich dann bei Feinkost um wahre Leckerbissen:

"Ein leckerer oder leckerhafter Bissen, und in weiterer Bedeutung, eine jede rare, kostbare und auf besonders schmackhafte Art zubereitete oder zugerichtete Speise."

Anzeigen zum Artikel:


Weitere Interessante Artikel aus der selben Kategorie: Lifestyle
» Ziegenkäse - Würzig, gesund und leicht säuerlich
» Black Food - Der neue Trend, schwarze Nahrungsmittel Teil 2
» Butterkeks von Leibniz - der Klassiker unter den Keksen
» Schalttag, Fasten und neue Kraft tanken
» Die Erlebnisgastronomie - Gruseldinner und Co.

Kategorie: lifestyle
Hits: 8092 mal gelesen
Erfassung: 27.04.2007
Quelle: Kochmix
 
nach oben


Copyright © Pixel Trader Ltd. 2005 2006 2007 All rights reserved.