ESL-Milch - so gut wie ihr Ruf?

 
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ESL-Milch - so gut wie ihr Ruf?

Nun ist es amtlich. Die ESL-Milch verdrängt nach und nach die herkömmliche, pasteurisierte Frischmilch aus den Regalen. Bis zu vier Wochen soll die Milch haltbar sein. Aber ist das gesund?

ESL - MilchUnsere bisherige Milch wurde lediglich vor Schutz von Keimen pasteurisiert, nicht mehr und nicht weniger. Pasteurisiert bedeutet, sie wurde nur kurz erhitzt, um sie vor gefährlichen Erregern zu schützen. Diese Milch ist heute nur noch selten in den Einkaufsmärkten zu finden und auch kaum zu erkennen. Verbraucherschützer gehen auf die Barrikaden und sehen die Entwicklung skeptisch, sogar von Produktverschleierung ist die Rede. Nun wurde seit Anfang März dieses Jahres eine Kennzeichnung festgelegt, die ESL-Milch klar von pasteurisierter Milch unterscheiden soll.

Die neue Milch soll künftig mit dem Zusatz „länger haltbar“ und die herkömmliche Frischmilch mit dem Zusatz „traditionell hergestellt“ versehen werden. Leider sieht das Ministerium für Verbraucherschutz (BMELV) keinen Anlass, die zusätzliche Kennung zur Regel zu machen, der Zusatz ist freiwillig und zeigte daher bei den Molkereien nur wenig Wirkung. Die Hersteller gaben an, die alten Verpackungen müssten erst aufgebraucht werden, bevor man die neue Etikettierung einführen könne. Verbraucher, die lieber traditionelle Frischmilch,  anstatt ESL-Milch kaufen möchten, stehen also in der Warteschleife.

Haltbar gemacht

Wie oben bereits beschrieben, wird herkömmliche Milch für kurze Zeit auf eine Temperatur von unter 100 Grad Celsius erhitzt, dabei werden die meisten Krankheitserreger abgetötet, Geschmack und Konsistenz bleiben erhalten und leiden nicht darunter. Wird diese Milch gekühlt, bleibt sie circa eine Woche haltbar.

Die Haltbarkeit der ESL-Milch (Extended shelf life) wird durch ein differenziertes Verfahren erreicht, nämlich durch Hocherhitzung oder Mikrofiltration. Nach Abfüllung kann diese Milch bis zu 30 Tage konsumiert werden.

Hocherhitzung

Bei diesem Verfahren wird die Rohmilch für einige Stunden auf 127 Grad Celsius erhitzt. Dies geschieht durch ein allmähliches Hochheizen oder durch plötzliche Injektion von heißem Dampf. Gefährliche Keime und Errege werden auf diese Weise vor dem Abfüllen vernichtet. Im Gegensatz zu pasteurisierter Milch verändert sich durch dieses Verfahren der Geschmack. ESL-Milch weist einen leichten Kochgeschmack auf.

Wie stark die geschmackliche Veränderung ausgeprägt ist, hängt von den verschiedenen Herstellern und Verfahren ab. Die Anlagen, die pasteurisierte Milch produziert, unterscheidet sich in keinster Weise von ESL-Milch Anlagen. Der einzige Unterschied ist lediglich, dass H-Milch auf 150 Grad Celsius erhitzt wird und keinerlei Mikroorganismen mehr enthält und somit steril ist.  Die ESL-Milch dagegen ist nicht keimfrei, sie muss, genau wie traditionell hergestellte Milch, kühl gelagert werden, um nicht zu verderben.

Mikrofiltration

Wird dieses Verfahren angewendet, wird Magermilch mit hohem Druck durch einen speziellen Filter gepresst. Keime werden herausgefiltert und die „Milchstoffe“ gehen durch den Filter hindurch. Diese Flüssigkeit wird in Fachkreisen auch „Permeat“ bezeichnet und wird mit hocherhitztem Rahm wieder vermischt, wodurch die ESL-Milch entsteht. Aber Vorsicht! Obwohl diese Milch haltbar ist, sollte sie auch, wie gewöhnliche Frischmilch innerhalb von drei Tagen aufgebraucht werden. Gute Kühlung ist natürlich auch hier Voraussetzung.

Keine wertvollen Inhaltsstoffe

Wichtige Nährstoffe gehen bei beiden Verfahren verloren, sei es durch die Hocherhitzung oder Filtration. Wissenschaftler haben Inhaltsstoffe der ESL-Milch und der pasteurisierten Milch unter die Lupe genommen und sind zu dem Urteil gekommen, dass es zwar bei den Hauptinhaltsstoffen wie Fett, Protein, Milchzucker und Kalzium keine Unterschiede gab, jedoch die Erhaltung  der Vitamine darunter gelitten hat. Verluste von bis zu 10 Prozent wurden bei den B-Vitaminen, B 12, B 6 und B sowie bei Folsäure festgestellt. Die Vitaminverluste wären auch lagerungsbedingt, laut Meinung von Experten.

Da die ESL-Milch bis zu vier Wochen lagert, kommen wiederum Verluste hinzu, so dass  diese haltbar gemachte Milch eine Minderung der Vitamine von bis zu 20 Prozent aufweist. Durch unterschiedliche Produktionsmethoden  kämen laut Angaben der Milchforscher unterschiedliche Ergebnisse  der Untersuchungen zustande. Welches Verfahren welcher Marke angehört, erfährt der Verbraucher nicht. Das soll sich zukünftig ändern, freiwillige Zusatz Kennungen sollen für Aufklärung sorgen.

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Kategorie: getraenke
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Erfassung: 06.06.2009
Quelle: kochmix
 
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