Erdbeerspinat direkt aus dem Hausgarten

 
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Erdbeerspinat direkt aus dem Hausgarten

Wer einmal den Herdergarten in Weimar besucht hat, der zum Weltkulturerbe „Klassisches Weimar“ gehört, kennt ihn vielleicht schon, den Erdbeerspinat (Blitum virgatum).

ErdbeerspinatDenn der rekonstruierte Hausgarten des Literaten Johann Gottfried Herder (1744–1803) hinter der Kirche St. Peter und Paul beherbergt heute wieder die Gemüsesorten, Kräuter und Blumen, die schon die Herders für den häuslichen Speisezettel anbauten. Und der Erdbeerspinat gehörte dazu.

Wie der Name schon andeutet, liefert diese alte Nutzpflanze sowohl essbare Blätter als auch Früchte, weshalb sie im Unterschied zu anderen Meldegewächsen auch Beermelde genannt wird. Und selbst die Samen kann man zu Mehl verarbeiten.

Erdbeerspinat gibt es in zwei Varianten, nämlich einmal den Echten Erdbeerspinat (Chenopodium foliosum) und zweitens den Ährigen Erdbeerspinat (Chenopodium capitatum). Da beide essbar sind und eigentlich gleich schmecken, ist der Unterschied für den Küchengebrauch unbedeutend.

Erdbeerspinat enthält Oxalsäure, deshalb sollten Leute mit Nierenproblemen, Arthritis oder Rheumatismus darauf lieber verzichten oder nur geringe Mengen der Blätter verspeisen.

Historisches zum Erdbeerspinat

Hildegard von Bingen kannte ihn noch nicht, doch seit der Renaissance ist er als essbare Pflanze bekannt. Im 19. Jahrhundert wird er in etlichen Werken zur Botanik oder zum Gartenbau als spinatartiges Gemüse erwähnt. In der Gascogne sei der Erdbeerenspinat gebräuchlich, weiß man zu berichten.

Doch nicht nur als Gemüse ist der Erdbeerspinat geeignet. Seine Volksnamen Schminkbeere, Schminkmelde oder Beermelde verraten, dass die Damen sich mit den roten Früchtchen eine gesunde Gesichtsfarbe zauberten.

Am Genusswert der roten Früchte scheiden sich jedoch die Geister. Während die einen von der Süße und dem leckeren Aroma berichten, halten andere sie für fade und mögen den leicht erdigen, an Rote Beete erinnernden Geschmack nicht. Auch J. G. Krünitz’ ‚Oekonomische Encyklopädie’ ist nicht begeistert: „Diese etwas süßlichten, aber übrigens ziemlich unschmackhaften Beeren sind eßbar, und können auch in der Färberey gebraucht werden, wiewohl ihre Farbe nicht beständig ist, und daher nicht zu jedem tauget.“

Testen Sie den Geschmack einfach selbst. Man kann die Beeren roh essen oder mit Zucker zu einem Kompott verkocht.

Erdbeerspinat in der Küche

In Tirol gibt es eine Sage, in der ein Hirte eine aufgebrachte Naturgöttin, der er nichts von seinem Essen abgegeben hatte, mit einem Mahl aus Frischkäse, Krapfen, Erdbeerspinat und Hagebutten wieder besänftigen muss. Diese Zusammenstellung klingt ein wenig abenteuerlich, aber vielleicht schmeckt es ja, einen Versuch ist es wert.

Die jungen Blätter des Erdbeerspinats lassen sich aber einfach wie Spinat selbst zubereiten, auch mit diesem gemischt. Da Wildkräuter oft kräftiger wirken als unsere gezähmten Gemüse, sollten Sie zu Beginn vielleicht einfach nur ein paar Blätter zum Salat geben oder Erdbeer- und normalen Spinat mischen.

Auch im Brot können sie ihn einmal versuchen: Bereiten Sie einen Hefeteig aus einem Pfund Dinkelmehl und einem Päckchen Trockenhefe einem Esslöffel schwarzem Senf sowie 250 Millilitern Wasser und etwas Salz. Lassen Sie den Teig an einem zugluftgeschützten Ort auf das doppelte Volumen aufgehen und verkneten sie ihn dann mit 100 Gramm feingehackten Erdbeerspinatblättern.

Lassen Sie den Teig nochmals eine Stunde lang gehen, formen sie ihn zu einem Laib oder zu mehreren Fladen und legen sie sie auf ein Backblech. Bestreichen sie den Teig mit Olivenöl und lassen sei ihn bei 180 Grad im vorgeheizten Ofen etwa eine Dreiviertelstunde backen.

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Kategorie: gemuese
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Erfassung: 25.02.2009
Quelle: kochmix
 
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