Ein Hoch auf die Zwiebel

 
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Ein Hoch auf die Zwiebel

Schon die Bauarbeiter an der Cheops-Pyramide bekamen Zwiebeln zu essen – und zwar nicht als Strafe, sondern zum Ansporn.

Ein Hoch auf die ZwiebelZwar ist dieses uralte Gewürz in der Hierarchie der Belohnungen seitdem etwas abgerutscht, einer konstanten Wertschätzung in der Küche erfreut es sich trotzdem. Seitdem die Römer den kleinen Kopf (lat: Zwiebel Cepula) nach Deutschland gebracht haben ist er vom Speisezettel nicht mehr wegzudenken.

Die Zwiebel verfügt über mindestens so viele Anwendungsmöglichkeiten wie sie Häute hat. Sie hilft bei radioaktiver Strahlung – eine Eigenschaft, die zum Glück nicht allzu oft gefordert ist.  Aber sie arbeitet auch zuverlässig gegen Herzanfall und Thrombosen. Als Saft ins Ohr geträufelt, lindert sie dort angesiedelte Schmerzen, und als Mittel gegen Erkältung ist ein Löffel Zwiebelsirup (mit Kandiszucker gedämpfte Zwiebeln) fast allen anderen Heilmitteln überlegen.

Darüber hinaus darf man natürlich nicht die Möglichkeiten vergessen, die die Zwiebel in der ganz normalen Küche bietet. Als Fleischzartmacherin leistet sie wirklich erstaunliche Dienste, und kaum ein Gericht kann es sich leisten, auf ihre treuen Dienste zu verzichten.

Doch natürlich hat die Zwiebel nicht nur Freunde. Unwissende werfen ihr vor, sich geruchstechnisch nicht weiter entwickelt zu haben und, nun ja, einfach zu stinken. Dabei hilft nach Zwiebelkonsum Petersilie gegen jeden allzu offenbaren Geruch. Egal ob glatt oder gekräuselt, einmal reinbeißen wird in der Regel genügen. Für die Hände sei Zitrone empfohlen. Aber allzu kleinkariert sollte man diesem Wunderwerk der Natur sowieso nicht begegnen.

Nachdem Sie kurzzeitig im Mittelalter als Pestamulett diente (mit eher geringem Erfolg), wurde sie dann ab dem 16. Jahrhundert kultiviert und gezielt gezüchtet. Wo? Natürlich in Holland, ein Land dessen Kultur ohne alle Formen von Zwiebeln nun wirklich nicht vorstellbar ist. Irgendwie haben sie es aber bis heute versäumt, die erdige Frucht angemessen in der Flagge zu verewigen.

Wer Kultur hat, hat auch Kulturpflanzen, in Deutschland sind unter anderem „Stuttgarter Riesen“ und „Braunschweiger Rote“ bekannt, aber auch die „Weiße Königin“ ist gebräuchlich und eine Sorte, die auf den schönen Namen „Pompeji“ getauft ist. Da kann man nur hoffen, dass der Geschmack wirklich durch nichts zu erschüttern ist. Als Boden bevorzugt die gemeine Gartenzwiebel sandigen Lehm. Und wie viele Pflanzen blüht sie besser, wenn sie ab und zu die Sonne sieht.

Aber, es lässt sich nicht verschweigen, die Zwiebel sorgt auch für Tränen. Daran sind die ätherischen Öle schuld, die beim Schneiden frei werden und den Weg ins Auge sicher finden. Wer will, kann deswegen eine Taucherbrille aufziehen oder die Zwiebel gleich unter Wasser schälen, an dieser eher unangenehmen Eigenart ändern aber alle Tricks nichts. Zwiebeln machen es einem nicht leicht, wer das nicht akzeptieren will, muss eben Erdbeeren essen.

Auch in der Literatur ist kaum ein Gemüse so präsent wie die die immer häutige Frucht. Ob Günter Grass oder Ernest Hemingway: die unterschiedlichsten Autoren haben ihr Loblied gesungen. Wie heißt es so schön bei Ringelnatz: „Ich bin ein armes Zwiebelchen, nimm mir das nicht übelchen“. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

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Kategorie: gemuese
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Erfassung: 28.02.2007
Quelle: Kochmix
 
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