Die Zuckerwurzel, ein Gemüse mit Geschichte

 
Rezepte, Kochen, Kochbuch, Kochrezepte, TV-Guide usw.

Kategorien für das Kochmagazin:

Kochmagazin: Live Search

Kochmagazin - gemuese

Die Zuckerwurzel, ein Gemüse mit Geschichte

Bis zu 8 Prozent Zucker soll sie enthalten, sie trägt also ihren Namen Zuckerwurzel (Sium sisarum) nicht von ungefähr.

Die ZuckerwurzelZum Vergleich: Die Zuckerrübe (Beta vulgaris) enthält in ihrer heutigen, hochgezüchteten Form  zwischen 18 und 20 Prozent Zucker.

Wer nach der Zuckerwurzel gräbt, wird von einem ganzen Bündel weißer, etwa 15 bis 20 Zentimeter langer und fingerdicker Wurzelknollen überrascht. Ihr Herz ist leider holzig, aber das tut dem Geschmack ansonsten keinen Abbruch.

Wie der römische Gelehrte Plinius (23-79 n. Chr.) in seiner ‚Naturgeschichte’ schreibt, habe die Zuckerwurzel ihren guten Ruf dem römischen Kaiser Tiberius (42 v. Chr.–37 n. Chr.) zu verdanken. Er habe seinen Jahresvorrat an ‚Zuckerrüblein’ aus Deutschland verlangt. Die besten Zuckerwurzeln, fährt Plinius fort, würden bei dem Kastell Gelduba am Rhein angebaut – also in der Gegend des heutigen Krefeld am Niederrhein.

Als ‚Geria’ soll sie schon in Pflanzenverzeichnissen des 12. Jahrhunderts vermerkt sein, behauptet die Zoologisch-Botanische Gesellschaft 1855 in Wien. ‚Zam Garten Rapuntzel’  heißt sie bei Hieronymus Bock (1498-1554), der Botaniker Adam Lonitzer (1528-1586) kennt sie als ‚Siser’. In Gartenbüchern des 16. Jahrhunderts taucht sie außerdem als Gritzelmörlein, Gierlein oder Gerlein auf.

„Schmeckt gekocht gut, bekommt dem Magen gut, vermehrt den Appetit“ – so lakonisch äußert man sich im 19. Jahrhundert über die süßen Rübchen. Historische Kochbücher aus dieser Zeit liefern nur wenige Rezepte für das Wurzelgemüse. Sie beschreiben beispielsweise Zuckerwurzeln in Ausbackteig als Beilage zu Fleischpasteten, kochen die Zuckerwurzeln in Bouillon mit Krebsen oder Morcheln.

Für die bürgerliche Küche empfehlen sie die Zuckerwurzel, kombiniert mit Petersilienwurzeln, Sellerie und Pastinaken als Wurzelgemüse zu Hecht oder Zander. Püriert ergibt eben dieses Wurzelgemüse, in Bouillon gekocht, eine schmackhafte Suppe.

Zuckerwurzeln selbst anbauen

Wer einen Garten hat, kann die Zuckerwurzel als schmackhaftes und ungewöhnliches Gemüse heute wieder selber anbauen – mittlerweile bieten verschiedene Gärtnereien Pflänzchen oder Samen über das Internet an, zum Beispiel die Firmen Cottage-Stauden, Gartenbau Wagner oder natürlich Arche Noah, der österreichischen ‚Gesellschaft für die Erhaltung der Kulturpflanzenvielfalt & ihre Entwicklung’

Zuckerwurzeln zubereiten

Wenn man die Zuckerwurzeln gut geschrubbt und äußerlich gereinigt hat, entfernt man den harten Mittelstrunk. Dann schneidet man sie in Stücke und kocht sie in Wasser oder Bouillon, je nachdem, ob man sie süß oder eher würzig zubereiten möchte, bis zur gewünschen Bissfestigkeit.

Für eine süße Variante verknetet man Mehl mit Rosenwasser, Zucker, Zimt und Safran zu einem nicht zu flüssigen Ausbackteig – etwa wie ein Bierteig. Die gekochten und abgetrockneten Wurzelstückchen taucht man in den Teig und frittiert sie anschließend in einem geschmacksneutralen Fett.

Alte Kochbücher erwähnen auch rohe Zuckerwurzeln, die mit einer Essig-Öl-Vinaigrette als schmackhafter Salat zubereitet werden.

Anzeigen zum Artikel:


Weitere Interessante Artikel aus der selben Kategorie: Gemuese
» Hirschhornwegerich - Eine Salatpflanze mit historischen Wurzeln
» Meerkohl: Ein historisches Gemüse mit Zukunft
» Meerettich ein Wurzelgemüse mit Schärfe
» Frankfurter Grüne Soße - die Grie Soß und Ihre Geschichte
» Tomaten - Rot, Rund und Gesund die Tomate

Kategorie: gemuese
Hits: 5436 mal gelesen
Erfassung: 25.02.2009
Quelle: kochmix
 
nach oben


Copyright © Pixel Trader Ltd. 2005 2006 2007 All rights reserved.