Die Shangri-La Diät - Geschmacklos aber wirksam?

 
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Die Shangri-La Diät - Geschmacklos aber wirksam?

Die Shangri-La Diät des amerikanischen Psychologen und Ernährungsberaters Seth Roberts ist höchst einfach, widerspricht allem, was Diät-Gurus in den vergangenen 100 Jahren gelehrt haben und scheint zu funktionieren.

Die Shangri-La Diät - Geschmacklos aber wirksam?Eine Diät, bei der man nur ungewürztes Zuckerwasser und geschmackloses Öl zusätzlich zum normalen Essen zu sich nehmen muss, um stressfrei und ohne Verzicht stetig abzunehmen... Es klingt zu schön, um wahr zu sein, oder? Da hat sich ein Wissenschaftler hingesetzt, teils jahrzehntealte Erkenntnisse aus Psychologie und Physiologie zu einer neuen Theorie des Zu- beziehungsweise Abnehmens kombiniert.

Und diese einfach zu testende Theorie hat nicht nur in seinem Selbstversuch gewirkt, sondern bereits vielen Menschen geholfen, ihre dick machende Ess-Störung in den Griff zu bekommen – mit einer Mühelosigkeit, die die Betroffenen an Wunder glauben ließ.

Roberts erzählt in seinem Buch „Die Shangri-La Diät. Der süße Weg zum Wunschgewicht“ in lockerem Schreibstil, wie die Diät funktioniert, welche Ergebnisse unterschiedliche Menschen (inklusive seiner selbst) damit erzielen konnten und auf welchen wissenschaftlichen Prinzipien sie basiert.

Das Prinzip des Sollwerts und der Homöostase
Eine grundlegende Erkenntnis der Physiologie ist, das zahlreiche Prozesse im Körper nach einem Gleichgewicht streben, beispielsweise die Körperthemperatur. Steigt sie an, fangen wir an zu schwitzen und legen, wenn möglich, Kleidungsstücke ab oder gehen an einen kühleren Ort. Sinkt sie, wird uns kalt, die Muskulatur fängt an zu zittern und wir versuchen auch aktiv auf verschiedene Weise, unsere persönliche optimale Körpertemperatur wieder herzustellen – mit heißen Getränken beispielsweise.

Die normale Körpertemperatur stellt den Sollwert dar. Jede Abweichung davon sorgt dafür, dass wir uns irgendwie unwohl fühlen und alles mögliche tun, um den Sollwert wieder zu erreichen.

In den 1950-er Jahren entwickelte der britische Wissenschaftler G.C. Kennedy aus Versuchen zum Zusammenhang zwischen Ernährung und Gewicht von Ratten die Theorie, dass auch das Körpergewicht mit einem Sollwert gekoppelt ist.

Roberts entwickelte daraus und aus Beobachtungen am eigenen Essverhalten die These, dass der menschliche Sollwert für das individuelle Körpergewicht mit dem vorhandenen Angebot an Nahrung zu- oder abnimmt.

Und zwar steige der Sollwert, wenn mehr und – das ist wichtig für die Diät - schmackhafte kalorienreiche Nahrung gegessen wird. Ein Erbe aus der Steinzeit, sozusagen: Fettvorräte anlegen, wenn es was zu essen gibt, der nächste Hungerwinter kommt bestimmt.

Kombiniert mit Erkenntnissen aus der Genussforschung des Physiologen Michel Cabanac, entwickelte Roberts eine Theorie, wie man das steinzeitliche Problem des steigenden Sollwerts austricksen kann.

Wie die Shangri-La-Diät funktioniert
Wohlschmeckende Nahrung erhöht den Sollwert“, erläutert Roberts. Schmeckt die Nahrung dagegen sozusagen nach nichts oder ist sehr mild, senkt sie den Sollwert. Denn wenn der Körper genug Kalorien bekommt, die sozusagen langweilig schmecken, vergeht die Lust am (Zuviel-) Essen.

Pures Zuckerwasser aus Haushaltszucker oder Fruchtzucker und Wasser sowie geschmacksneutrales Öl wie beispielsweise Rapsöl, Saffloröl oder geschmacklich neutrales Olivenöl (kein extra vergine!) sind bei der Shangri-La-Diät die Lieferanten von Kalorien, die den Sollwert des Körpergewichts senken sollen.

Was zunächst paradox erscheint: Je mehr Gewicht man verlieren möchte, desto mehr Kalorien muss man über Zuckerwasser und Öl zu sich nehmen – bis zu 400 Kalorien pro Tag, wenn man mehr als 18 Kilogramm loswerden will. Das entspricht einer Menge von drei Esslöffeln Zucker und zwei Esslöffeln Öl am Tag. Wer weniger als neun Kilos vertreiben möchte, braucht nur einen Esslöffel Zucker und einen Esslöffel Öl pro Tag.

Geschmacklosigkeit ist das eine Kriterium der Kalorienzufuhr, das andere ist es, auch die Assoziation der Zucker- und Ölkalorien mit Geschmack zu vermeiden. Eine Stunde ohne Geschmacks- und ohne Essenszufuhr soll vor und eine nach der Einnahme des süßen Wassers beziehungsweise Öls liegen.

Wichtig ist beim Zuckerwasser, es genug zu verdünnen und über den Zeitraum von mindestens einer halben Stunde zu trinken, damit die Bauchspeicheldrüse nicht zu extremer Insulinausschüttung angeregt wird. Wer an Diabetes leidet, sollte statt Zucker nur das Öl verwenden, wer an Gallenproblemen leidet, das Öl lieber durch Zucker ersetzen (und im Zweifelsfall die Diät mit dem behandelnden Arzt besprechen).

Ein angenehmer Effekt dieser Art der Kalorienzufuhr (im Selbstversuch getestet): man vergisst, an Essen zu denken und ist schneller satt oder hat gar keinen Appetit auf die geliebte Schokolade.

Eine genaue Erläuterung des wissenschaftlichen Hintergrundes der Diät, zusätzliche Tipps und Erfahrungsberichte finden sich in Roberts’ 2007 auch auf Deutsch erschienenen Buch:

Seth Roberts: Die Shangri-La Diät - Der süße Weg zum Wunschgewicht.
Taschenbuch, 204 Seiten.
München: Mosaik bei Goldmann, 2007.
ISBN-13: 978-3-442-16918-4. Euro 7,95.

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Kategorie: ratgeber
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Erfassung: 24.05.2008
Quelle: kochmix
 
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