Die Prinzregententorte: Kulinarisch-kulturelles Erbe aus Bayern

 
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Die Prinzregententorte: Kulinarisch-kulturelles Erbe aus Bayern

Zu den traditionellen Leckereien Bayerns gehört seit dem 19. Jahrhundert die Münchner Prinzregententorte, eine Schichttorte aus dünnen Biskuitböden, zwischen die eine gehaltvolle schokoladige Buttercreme gefüllt wird und die man anschließend zusätzlich dick mit Schokoladenguss bestreicht.

Die Prinzregententorte aus BayernDie Torte wurde dem überaus beliebten Prinzregenten Luitpold von Bayern (1821–1912) aus dem Hause Wittelsbach gewidmet, der nach dem Tod König Ludwig II. von Bayern ab 1886 Prinzregent und damit „des Königreichs Bayern Verweser“ war. Soviel ist klar. Doch die genauen Ursprünge der Torte verschwimmen im Nebel der Geschichte, wer die Torte tatsächlich erfunden hat, lässt sich nicht eindeutig klären. Denn es gibt mehrere Kandidaten, die (oder deren Nachfahren) Anspruch auf den Erfindungsgeist erheben.

Unter anderen werden als Erfinder genannt:

  • Anton Seidl von der „Königlich Bayerischen Hofbäckerei Seidl" in München,
  • der Konditor und königlich-bayerische Hoflieferant Heinrich Georg Erbshäuser (1844–1905) und
  • Hofkonditor Julius Rottenhöfer.

Anton Seidl versuchte wohl bereits im Jahr 1869, eine Torte mit neun Böden herzustellen. Jeder Boden sollte als Symbol für eines der Kinder des Ludwig I gelten. Es soll, so geht das Gerücht, eine schriftliche Genehmigung des Prinzregenten vorgelegen haben, die Torte als Prinzregententorte zu benennen. Aber andere Belege wie eine Erwähnung in alten Schriften und Anzeigen sind leider nirgends zu finden. Das Cafe Seidl behauptet zwar: „Er war auch der Erfinder der bekannten Prinzregententorte, deren Originalrezept sich heute noch In Familienbesitz befindet“ – bleibt aber einen Beweis auf der Webseite schuldig.

Heinrich Georg Erbshäuser, seines Zeichens königlich-bayerischer Hoflieferant, soll die Prinzregententorte 1886 anlässlich des Geburtstages von Prinzregent Luitpold erfunden haben, heißt es auf der Webseite des Cafe Erbshäuser. Ihre sieben Böden sollen die damaligen sieben Kreise des Königreiches Bayern symbolisieren. Auch hier behaupten die Erben, im Besitz des Originalrezeptes zu sein, auch hier, ohne einen Beweis auf der Webseite zu zeigen. Die Konditorei Erbshäuser stellt die Prinzregententorte noch heute in München her. Die Torte wird in einer Holzkiste verkauft und weltweit versandt.

Auch dem berühmten königlichen Mundkoch von Maximilian II. von Bayern (1848-1864), ein Julius oder Johann Rottenhöfer, der mit seinem „lllustrirten Kochbuch. Neue vollständige theoretisch-praktische Anweisung in der feinern Kochkunst mit besonderer Berücksichtigung der herrschaftlichen und bürgerlichen Küche“ ein Standardwerk der Kochkunst des 19. Jahrhunderts schuf, sagt man die Kreation Prinzregententorte nach.

Die Prinzregententorte ist für München was die Sachertorte für Wien ist

Kurzum: Die Prinzregententorte hat für die bayerische Hauptstadt München eine ähnlich herausragende Bedeutung wie die Sachertorte für Wien. Für die unterschiedlichen Anlässe und Feiern kann die Torte mit den verschiedensten Materialien dekoriert und verziert werden. Sie ist in Bayern in jedem Fall eine beliebte Hochzeitstorte. Für den Ostersonntag kann die Prinzregententorte mit Marzipankarotten und Osterhäschen verziert und so zu einer dekorativen Ostertorte umgestaltet werden. Auch am Muttertag wird sie gerne und oft gebacken und mit vielen kleinen weißen Sahneherzen verziert, was auf der dunklen Schokoladenfläche sehr dekorativ zur Geltung kommt.

Die Torte besteht aus mehreren dünnen Biskuitböden. Diese werden mit einer mit Schokolade angereicherten Buttercreme bestrichen und dann aufeinander gestapelt. Danach wird die ganze Torte mit einer dicken Schicht Schokolade überzogen – sie muss knacken, wenn man sie mit der Kuchengabel ansticht.

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Kategorie: lifestyle
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Erfassung: 29.01.2010
Quelle: kochmix
 
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