Die Mispel eine unbekannte Wildfrucht

 
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Die Mispel eine unbekannte Wildfrucht

Kaum jemand weiß noch etwas mit dem Namen und der Frucht anzufangen, obwohl die Mispelfrüchte im Mittelalter begehrt waren und in Klostergärten gezüchtet wurden.

Mispel FruchtDie Echte Mispel (Mespilus germanicus) gehört wie so viele essbare Pflanzen zu den Rosengewächsen und ist mit dem Apfel verwandt. Der Strauch trägt von Mai bis Juni weiße, bis zu fünf Zentimeter große Blüten. Erst ab November kann man die bräunlichen, bepelzten Mispelfrüchte ernten, die dann aber noch steinhart sind.

Wie bei vielen Wildfrüchten ist auch bei den Mispeln, die man auch unter den Namen Hespeln, Asperln oder Nespeln antreffen kann, der Frost wichtig. Er macht die rohen Früchte erst genießbar – vorher hart und zusammenziehend, werden sie durch die Kälte teigig-weich und schmecken aromatisch und leicht sauer. Am besten sind sie zu verwenden, wenn das Fruchtfleisch bereits braun wird.

Die walnussgroßen, pektinhaltigen Früchte lassen Marmeladen gut gelieren – neben dem Geschmack ein weiterer Grund, weshalb unsere Vorfahren die von den Römern mitgebrachten Früchte schätzten. Außer Pektin enthalten die Mispeln natürlich Fruchtsäuren, Zucker und Bor.

Wegen des Namens werden die Mispeln manchmal verwechselt – entweder mit den Misteln, einer halbschmarotzenden, nicht genießbaren Pflanze, die gern auf Obstbäumen siedelt, oder mit der Zwergmispel (Cotoneaster).

Mispelgelee

Für einen leuchtend roten, durchscheinenden Mispelgelee macht man zunächst einen Mispelsaft: Man kocht 1,5 Kilogramm reife, weiche Mispelfrüchte mit zwei Litern Wasser ein bis zwei Stunden über kleiner Flamme, bis das Wasser den Geschmack gut angenommen hat und die Mispeln verkocht sind. Nun seiht man – wie bei Quittengelee auch – den Saft durch ein Tuch ab. So bleibt er schön klar.

In einem großen, flachen Gefäß, vielleicht sogar einer Pfanne mit hohem Rand, kocht man nun den Mispelsaft mit Zucker im Verhältnis 1:0,75. Das wären bei 1000 Millilitern Mispelflüssigkeit also 750 Gramm Zucker.

Jetzt wird es ein bisschen anstrengend: Damit der Gelee seine schöne Farbe bekommt, muss er fast eine Stunde lang kochen, immer wieder abgeschäumt und dabei natürlich auch immer schön gerührt werden, damit nichts anbrennt. Und das bis zur Geleeprobe. Dann füllt man den Gelee noch heiß in saubere Gläser.

Wer experimentierfreudig ist, kann ja auch einmal versuchen, aus den Fruchtresten Mispelkonfekt herzustellen. Dazu drückt man die abgeseihten Reste durch ein Sieb oder püriert sie kurz im Mixer. Nun streicht man den Brei dünn auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech und lässt ihn im Ofen bei geringer Hitze durchtrocknen. Den getrockneten Fruchtbrei scheidet man in Stücke, die man nach Belieben z. B. in Zimtzucker wälzt.

Interessant ist auch ein historisches Rezept aus England: eine Mispel-Tarte aus dem berühmtesten englischen Kochbuch des 17. Jahrhunderts, Robert Mays “The Accomplisht Cook or the Art and Mystery of Cookery” (1660). Die Mengenverhältnisse sind bislang noch nicht getestet…

Mispel-Tarte nach Robert May (1588-1665)

„Nimm verrottete Mispeln, passiere sie und setze sie aufs Feuer. Würze sie mit Zucker, Zimt, und Ingwer und rühre einige Eigelbe unter und lass es einige Zeit kochen. Dann streiche die Masse auf die Tarte; wenn sie gebacken ist, bestreu sie mit etwas Zucker.“

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Kategorie: saisonales
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Erfassung: 12.10.2008
Quelle: kochmix
 
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