Die Lotuswurzel: Ungewöhnliches Gemüse aus Asien

 
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Die Lotuswurzel: Ungewöhnliches Gemüse aus Asien

Wer gern indische oder asiatische Gerichte probiert, ist vielleicht schon einmal einem ungewöhnlichen und dekorativen Gemüse begegnet: der Lotuswurzel (Nelumbo nucifera).

Lotuswurzel in SojasauceDünne Scheiben mit einem hübschen Lochmuster in Blütenform – wer so etwas in seinem Asiagemüse findet, hat eine Scheibe aus dem Rhizom der Lotusblume gefunden. Die Löcher sind pure Natur und nicht etwa zur Dekoration eingestanzt. Die Lotosblume wächst in schlammigen Gewässern oder auf gefluteten Feldern, und ihre bis zu zwei Meter langen Wurzeln enthalten wurstartig geformte, verdickte Stellen mit Luftröhren.

Die Indische Lotusblume, die mit unseren heimischen Seerosen verwandt ist, ist ursprünglich in verschiedenen asiatischen Ländern heimisch. Sie wird seit knapp 3000 Jahren von Indien bis Japan als Nahrungsmittel genutzt und wie der Reis auf überfluteten Feldern angebaut.

Lotus: nicht nur kulinarisch genutzt

Man nutzt die Pflanze mit ihren frischgrünen Blättern und purpur- bis weißen attraktiven Blüten auf vielerlei Art: Weil das schlammige Wasser, in dem der Lotus wächst, von Blüten und Blättern abperlt (der mittlerweile berühmte Lotuseffekt), gilt die Lotuspflanze im Hinduismus wie Buddhismus als Symbol für göttliche Qualitäten. In Indien beispielsweise steht die Lotuspflanze für Reinheit, Erleuchtung und Vollkommenheit, besonders natürlich die schöne Blüte, die auch in religiösen Riten eine Rolle spielt.

Aber auch die kulinarischen und medizinischen Qualitäten der Lotusblume sind begehrt, denn vom Wurzelstock über die Stiele bis zu den Blättern, Blüten und Samen kann man alle Pflanzenteile verspeisen:

Die stärkereichen Rhizome werden in Korea gern mit Sojasauce gewürzt und anschließend als Beilage zum Essen serviert. In Japan legt man ‚Renkon’ gern mit Ingwer in Essiglake ein oder frittiert die Wurzel, in China und Vietnam verwendet man die in Scheiben geschnittenen Sprossen als Salatpflanze. Aber man findet sie auch kandiert als Süßigkeit auf dem Teller.

Frisch schmecken die Wurzeln, die man wie Kartoffeln vor der Zubereitung schält, mild pilzartig, etwa wie Champignons, mit einem Hauch Süße. Die cremig-weißen Wurzeln schneidet man am besten in Scheiben, damit das schöne Muster der Luftröhren zur Geltung kommt. Sie lassen sich als Suppeneinlage genauso verwenden wie als Gemüsebeilage, gekocht oder pfannengerührt im Wok und schmecken gut mit Sesamöl und Ingwer. Die Luftröhren sollte man vor der Verwendung gründlich waschen, dann kann man die Wurzeln auch mit Fleisch oder anderen Gemüsen füllen. Ausgewachsene Wurzeln werden auch getrocknet und zu Mehl vermahlen, das sich zum andicken von Saucen oder Suppen eignet.

In Europa kann man mit Glück frische Lotuswurzeln in Asia-Shops bekommen, man sollte beim Kauf auf eine glatte, hellbraune Schale achten. Etwas häufiger ist Lotus als Konserve oder getrocknete Wurzelscheiben, die man einfach in Wasser einweicht und dann wie frischen Lotus weiter zubereitet.

Blätter und Stiele lassen sich ebenso wie die Knospen als Gemüse kochen. Die großen Blätter werden zudem wie Teller benutzt oder anstelle von Einwickelpapier für andere Nahrungsmittel.

Die nussartigen Samen werden geschält und – wie bei uns Erdnüsse oder Mandeln – gesalzen in Dosen, in Sirup eingelegt oder aber gepufft wie bei uns Popcorn (indisch Phool Makhani) als Snacks angeboten.

In der Volksmedizin nutzt man das Wurzelmehl gegen Diarrhoe, die gekochten faserreichen Wurzeln werden jedoch zur Anregung der Verdauung eingesetzt. Für einen gesundheitsfördernden, aromatischen Tee verwendet man in China die Hüllblätter der Lotusblüten.

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Kategorie: gemuese
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Erfassung: 26.11.2009
Quelle: kochmix
 
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