Die Haferwurzel - Tragopogon porrifolius

 
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Die Haferwurzel - Tragopogon porrifolius

Die Haferwurzel war vor Jahrhunderten ein beliebtes Gemüse und ist auch unter Namen wie Weißwurzel, Bocksbart oder Milchwurzel bekannt. Zudem wird sie die „vegetarische Auster“ genannt.

Die HaferwurzelManche Hobbygärtner haben dieses Schätzchen in ihrem Garten als Zierpflanze, das die Haferwurzel sehr schön purpurfarben blüht. Weniger bekannt ist die Verwendung der Wurzel, aber auch der Blätter der Haferwurzel in der Küche. Eigentlich ist es sehr schade, dass dieses Wurzelgemüse selten angebaut wird, denn es ist ein sehr nahrhaftes Gemüse.

Herkunft und Geschichte

Bereits in der Antike verwendeten die Menschen die Haferwurzel als Gemüse und es war über eine lange Zeit bis ins 19. Jahrhundert sehr beliebt. Zu uns kam die Haferwurzel aus dem Mittelmeerraum, wo sie ihren Ursprung hat. Man weiß, dass der Gelehrte und Kirchenlehrer Albertus Magnus im 13. Jahrhundert über die Haferwurzel wegen ihres guten Geschmacks gesprochen hat. Auch in späterer Literatur wurde dieses Wurzelgemüse wiederholt erwähnt. Aktuell wird die Haferwurzel hauptsächlich in England in etwas größerem Umfang angebaut, aber auch in Südeuropa wird sie noch gegessen.

Die Haferwurzel ist ein Korbblütler und gehört zur Gattung der Bocksbärte. Sie ist eine ein- bis zweijährige Pflanze, die Pfahlwurzeln bildet. Da die Haferwurzel der Schwarzwurzel sehr ähnlich ist, wird sie auch Weißwurzel genannt. Eine blütenweiße Wurzel darf man allerdings nicht erwarten, auch wenn sie sehr hell ist.

Anbau der Haferwurzel

Die Haferwurzel wird zwischen März und Mai ausgesät, die schönen Blüten erhält die Haferwurzel in der Regel erst im zweiten Jahr nach der Aussaat, daher ist sie auch eine zweijährige Pflanze. Dennoch treibt die Pflanze anders als ihre Verwandte die Schwarzwurzel gerne schon im ersten Jahr Blüten aus. Im ersten Jahr bilden sich in jedem Fall die Wurzeln und Blätter. Entfernt ist die Haferwurzel mit Löwenzahn verwandt und dies erkennt man auch an ihrem oberflächlichen Wuchs. Am besten wächst die Haferwurzel in tiefem, sandigem, aufgelockertem Boden, aufbereitet mit Humus. Die mit einem Abstand von rund zwanzig Zentimeter angebauten Haferwurzel-Pflanzen müssen gut feucht gehalten werden. Damit verhindert man eine vorzeitige Blüte, die die Wurzel ungenießbar machen würde. Sobald Blütenstängel an der Pflanze sichtbar werden, verholzt die Wurzel und man darf sich nur noch an der Blütenpracht erfreuen.

Ernte der Haferwurzel

Die beste Erntezeit ist Ende Oktober und später. Vor Anfang Oktober sollte man nicht die Wurzeln aus dem Boden ziehen, denn gerade in dieser Periode wachsen sie noch sehr schön. Dies ist wichtig, um die Haferwurzel angemessen in der Küche verwenden zu können. Die Länge sollte rund dreißig Zentimeter betragen und der Durchmesser der Wurzel sollte nicht unter zweieinhalb Zentimeter betragen, um vernünftig mit der Haferwurzel arbeiten zu können. Vorteilhaft ist bei der Haferwurzel, dass sie Frost verträgt, der Geschmack ändert sich durch leichten Frost sogar hin zum süßlichen, wenn man sie im Boden über den Herbst belässt und bei Bedarf erntet. Sollten starke Frostnächte anstehen, ist man angeraten, den Boden mit Stroh oder dergleichen abzudecken. Beim Entnehmen aus der Erde sollte man mit einer Grabgabel nachhelfen, denn die Haferwurzel neigt zum Abbrechen.

Die Haferwurzel in der Küche

Der Geschmack der Haferwurzel bewegt sich zwischen nussig und süßlich mit einer Note von Austern. Daher wird sie in England auch die vegetarische Auster (vegetable oyster) genannt. Die Haferwurzel sollte man nicht schälen, falls doch dann mit Gummihandschuhen, da sie wie die Schwarzwurzel durch ihre Milchsaft der Wurzel braune Flecken auf der Haut und am Gemüse hinterlässt. Anschließend legt man sie in mit Zitronensaft vermengtes Wasser. Besser ist es jedoch, die kleinen Nebenwurzeln zu entfernen und sie unter kaltem Wasser abzubürsten, bis Erdreste komplett verschwunden sind. Gerichte, die man mit der Schwarzwurzel zubereiten kann, lassen sich auch wunderbar mit der Haferwurzel umsetzen. In Gemüsesuppen oder als pürierte Haferwurzelsuppe, als Dünstgemüse als Beilage, aber auch gebraten sind sie sehr lecker. Die Blätter der Haferwurzel machen sich toll im Salat oder als Abwechslung zu Schnittlauch oder Petersilie in einer Suppe. Sogar die Blüten der Haferwurzel sind essbar und sind Experimente wert oder dienen als Garnierung.

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Kategorie: gemuese
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Erfassung: 05.04.2009
Quelle: kochmix
 
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