Der Weihnachtskarpfen - ein Fisch mit Tradition

 
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Der Weihnachtskarpfen - ein Fisch mit Tradition

Dem christlichen Brauch, den Advent als Fastenzeit zu begehen, verdankt der Karpfen (Cyprinus carpio) seinen Aufstieg zum traditionellen Weihnachtsessen. Erstmalig erwähnt wurde der spezielle Weihnachtskarpfen im Mittelalter, als Mönche durch seinen Verzehr dem Festmahl am Heiligabend trotz des strengen Fastengebots ein wenig mehr Genuss verleihen wollten.

Karpfen - WeihnachtskarpfenNun gilt der Heiligabend nicht mehr zwangsläufig als Fastentag, die Tradition des Weihnachtskarpfens blieb jedoch vor allem in Mittel- und Osteuropa erhalten. Und so können sich vor allem die Großeltern oft noch an die letzten Vorweihnachtstage erinnern, in denen der Karpfen seine Runde in der heimischen Badewanne zog.

Grund hierfür war allerdings nicht das Bedürfnis, dem Weihnachtskarpfen seine letzten Tage vor dem Festessen so angenehm wie möglich zu machen. Viel mehr steckte dahinter der eigennützige Wunsch, das Aroma des Fisches zu verbessern. Damals stammten die Karpfen überwiegend aus schlammigen Teichen, deren Aroma dem Fisch noch lange anhaftete. Ein ausgiebiges Bad in klarem Wasser vertrieb das unappetitliche Schlammaroma.

Heute hingegen wird der Karpfen nicht mehr aus dem nahe liegenden Teich gefischt, sondern von speziellen Zuchtbetrieben erstanden, so dass sich das Wannenbad erübrigt.

Karpfen – gesund und vielseitig

Der Karpfen ist gesünder als sein Ruf, denn noch immer gilt er als sehr fettreicher Fisch. Wird beim Verzehr des Karpfens das Fettkonto übermäßig belastet, liegt das allerdings meist an der falschen Zubereitung oder den Beilagen und weniger am Fisch selbst. Der Karpfen ist leicht verdaulich und liegt mit Sicherheit weniger schwer im Magen, als die üppige Weihnachtsgans. Zudem liefert er gut verwertbares Eiweiß und unterstützt mit seinen Omega-3-Fettsäuren die Blutgefäße. Fettarm zubereitet bietet der Karpfen also durchaus einen gesunden Genuss.

So vielseitig die Regionen sind, auf deren Speisekarte der Karpfen zu finden ist, so abwechslungsreich wird der Fisch auch zubereitet. Die Süddeutschen verzehren gerne panierte Karpfenstückchen, die wahlweise mit Kartoffelsalat oder Salzkartoffeln gereicht werden. In Norddeutschland hingegen dominiert der im Salzwasser gegarte Karpfen blau, der ebenfalls mit Kartoffeln serviert wird. Sehr schmackhaft ist zudem der mit Gemüse oder Kartoffeln gefüllte Karpfen.

Karpfen zum Anschauen

Zwar gilt der Karpfen als traditionelles Weihnachtsessen, um ihn aber den Rest des Jahres über zu verschmähen, ist er viel zu schade. Immerhin geht die Karpfensaison von Oktober bis April und der berühmte Aischgründer Spiegelkarpfen hat es zahlreichen Gourmets dies- und jenseits des namengebenden Flusses angetan.

In Neustadt an der Aisch kann der Karpfen sogar im Karpfenmuseum besichtigt werden. Verdient hat er diese Ehre allemal, denn aus der Region rund um Mittelfranken ist die Karpfenzucht nicht mehr wegzudenken.

Im Karpfenmuseum erfahren Sie, dass es der durchschnittliche Karpfen – so er nicht vorzeitig auf dem Teller endet – eine Lebensdauer von bis zu elf Jahren hat und bis zu 25 Kilogramm auf die Waage bringen kann.

Das Karpfenmuseum in der Unteren Schlossgasse ist nicht zuletzt dank des mittelalterlichen Ambientes - das von dem trutzigen Wasserschloss ausgeht, in dem das Museum untergebracht ist - sehenswert. Ob Sie allerdings nach dem Museumsbesuch auch noch genussvoll einen Karpfen verzehren können, müssen Sie selbst herausfinden.
Adresse:

Karpfenmuseum, im Alten Schloss, Untere Schlossgasse, 91413 Neustadt an der Aisch. Geöffnet samstags von 10.30 bis 13 Uhr, sonntags von 14 bis 17 Uhr und dienstags von 19 bis 21 Uhr, Gruppen nach Vereinbarung, Kulturamt Tel. 0 91 61 / 6 66 14 (Stand: 2009).

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Kategorie: kochen
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Erfassung: 11.10.2009
Quelle: kochmix
 
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