Der Plumpudding - traditioneller britischer Pudding

 
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Der Plumpudding - traditioneller britischer Pudding

Dass die Briten mitunter recht eigene Vorstellungen von kulinarischen Höhenflügen haben, ist bekannt – so gießen sie z.B. gerne Essig über die Pommes frites und servieren sie zusammen mit paniertem Fisch auf Zeitungspapier.

Plumpudding aus EnglandAuch der berühmte Plumpudding gehört zum Arsenal englischer Spezialitäten, hat sich aber im Laufe der Zeit immerhin von einem deftigen zu einem zumindest streckenweise süßen Pudding gemausert. Serviert wird er traditionell vor und an Weihnachten. Eigentümlichste Zutat des jahrhundertealten Gerichts: Rindernierenfett.

Mutige vor: Im Internet kursieren zahlreiche Rezepte für die Zubereitung des ultimativen Plumpuddings. Und je näher sich die Rezepte am Original bewegen, desto gewöhnungsbedürftiger erscheinen die Zutaten. Wer britische Weihnachtsbräuche pflegen möchte, kommt um den Plumpudding jedoch nicht herum. Eindruck schinden kann man damit auf jeden Fall, auch wenn die Gäste nicht ihren Teller leer essen. Der Plumpudding wird nämlich vorzugsweise mit Rum übergossen und brennend aufgetragen.

Bereits seit dem 15. Jahrhundert gehören Weihnachten und Plumpudding in England, aber auch in Irland fest zusammen – allerdings ist die Bezeichnung aus heutiger Sicht irreführend. Denn der Plumpudding war damals ein durch und durch herzhaftes Gericht.

Plum bedeutet zwar übersetzt „Pflaumen“, doch in früheren Jahrhunderten war Plum die Sammelbezeichnung für getrocknete Pflaumen und andere Früchte, die unter die salzige Puddingmasse gehoben wurden. Ansonsten bestand der Plumpudding aus zerkleinertem Hammel oder Rindfleisch, eingeweichten Brotkrumen, Zwiebeln, Gewürzen und Wein.

Meist wurde er nicht etwa als Nachspeise, sondern als erster Gang eines Weihnachtsmenüs angeboten. Erst im 16. Jahrhundert ließen einige Köche – vielleicht auch aus Kostengründen – das Fleisch weg, fügten Rosinen hinzu und vollzogen damit den ersten Schritt der Metamorphose des Plumpuddings von der Vor- zur Nachspeise.

An der Zubereitungsart hat sich jedoch kaum etwas geändert: Der Plumpudding wird gekocht, und in England ist man davon überzeugt, dass er anschließend bis zu einem Jahr lang haltbar ist. Geblieben ist auch das Rindernierenfett. Es ist aber zarten Gemütern erlaubt, es durch Pflanzenfett zu ersetzen, auch wenn dies bei traditionsbewussten Briten ein absolutes Tabu ist.

Gehaltvoller Plumpudding

Was steckt denn nun drin im modernen, süßen Plumpudding? Das Rindernierenfett wird in den meisten Rezepten mit klein geschnittenem Trockenobst, Nüssen, Zucker, dunkler Sirup, Eier, Brotkrumen, weihnachtliche Gewürze und Alkohol – gerne Wein – vermischt. Manche Briten ergänzen ihn zudem mit geriebenen Möhren, Äpfeln und Mandeln.

Charakteristisch für den Plumpudding ist seine dunkle Farbe und seine sehr feste Konsistenz. Während die Masse früher in ein Tuch gegossen wurde, verwenden die Briten heute vorwiegend ganz normale Puddingformen.

Um die Angelegenheit etwas gehaltvoller zu gestalten, wird der Plumpudding vor dem Servieren mit Rum oder Brandy gegossen und angezündet – das sorgt nicht nur für ein gehöriges Spektakel, sondern verleiht dem Dessert zusätzliches Aroma. Vielleicht hängen die Briten ja auch deshalb so an ihrem Plumpudding, weil er in Zeiten Cromwells und des Puritanismus für einige Jahre offiziell verboten war. Und Totgeglaubte leben bekanntlich länger.

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Kategorie: kochen
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Erfassung: 14.11.2008
Quelle: kochmix
 
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