Der marokkanische Tajine-Topf

 
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Der marokkanische Tajine-Topf

In Marokko besitzt beinahe jede Familie eine Tajine. Dieser Topf ist sehr alt und traditionell und noch heute lassen sich damit Zutaten schonend zubereiten. Was ist das besondere an der Tajine?

Der Tajine-Topf aus MarokkoDie Tajine, die „Taschien“ ausgesprochen wird, wurde ursprünglich von marokkanischen Nomaden, den Berbern, getöpfert. Dazu verwendeten sie Lehmerde und formten in Handarbeit diesen Topf, der anschließend gebrannt wurde. Gerichte, die im Tajine-Topf mit seinem kegelförmigen Deckel gegart wurden, nennt man ebenfalls Tajine.

Wie die Tajine funktioniert

Eine Tajine besitzt einen runden, bauchigen Topfkörper aus Lehm oder Ton, dazu passend einen Deckel, der ebenfalls rund gearbeitet ist. Am höchsten Punkt des Deckels befindet sich außen ein eingearbeitetes, kleines Gefäß, das beim Garvorgang eine hohe Bedeutung hat. Im Topf werden die gewünschten Zutaten eines Gerichts, aber auch nur Gemüse, je nach dem, hineingegeben. Bei besonders wasserhaltigen Zutaten genügt diese Flüssigkeit, ansonsten muss etwas Wasser zum Gargut hinzugegeben werden und Öl. Auf der Herdplatte – früher auf offenem Feuer – wird die geschlossene Tajine samt Inhalt erhitzt. Nun kommt das Gefäß am Deckel zum Tragen. Vor dem Erhitzen hat man dieses mit kaltem Wasser befüllt. Im Inneren des Topfes steigt die Flüssigkeit an den Wänden der Tajine durch die entstehende Hitze auf, allerdings wird es durch das Wasser an der äußeren Deckelspitze abgekühlt. Es kondensiert und tropft wieder hinab zum Gargut. Ein natürlicher Kreislauf entsteht. Vor dem Gebrauch muss eine Tajine, die ohne Glasur versehen ist, mindestens zehn Minuten gewässert werden.

Warum mit der Tajine garen?

Marokkanisches Essen in einem Tajine-TopfDies werden sich viele fragen, haben die meisten doch moderne Dampfkochtöpfe und andere hochmoderne Töpfe und Geräte in den Küchenschränken stehen. Die Tajine gewährleistet eine gleichmäßige Wärmeverteilung und zudem wird das Gargut langsam und schonend gegart, meist im eigenen Saft. Dadurch erhalten die Speisen ein tolles Aroma und die Nährstoffe bleiben erhalten. Außerdem kann eine Tajine auf allen Herdarten, aber auch im Ofen verwendet werden, um delikate Speisen zuzubereiten. Da die mittig in der Tajine liegenden Zutaten am ehesten gar werden, schichtet man dort die Zutaten mit langer Garzeit ein, umliegend die mit kürzerer Garzeit. Es gibt eine Unmenge an tollen Gerichten, die sich in einer Tajine kochen lassen, darunter viele, gaumenschmeichelnde marokkanische Gerichte.

Verschiedene Tajine-Arten

Die ursprünglichste Tajine ist die Tajine aus Ton ohne Glasur. Eine solche Tajine kann beispielsweise im Internet bestellt werden. Bei ihr muss man darauf achten, sie immer vor der Verwendung zu wässern. Die Reinigung muss ohne Spülmittel oder andere Reinigungsmitteln auskommen, da sie sonst den chemischen Geschmack annehmen würde. Das schöne an einer solchen Tajine, sie erhält mit jedem Kochvorgang eine noch bessere Patina, die die Poren des Tons verschließt.

Ton-Tajinen gibt es auch in der glasierten Version. Der Topf-Körper ist innen wie außen glasiert, der Deckel sollte nur außen über eine Glasur verfügen. Diese Tajinen können gegebenenfalls nur als dekoratives Servier-Geschirr verwendet werden. Dazu müssen die Herstellerangaben beachtet werden.

Darüber hinaus gibt es Tajinen aus moderner Hartkeramik, die sich auf allen Herdtypen und im Backofen verwenden lassen und Tajinen aus einer Gusseisen-Keramik-Kombination.

Zeitgemäßes Garen mit der Tajine

Das Garen mit einer Tajine ist zeitgemäß und geht auf die heutigen Ernährungsbedürfnisse optimal ein. Wie erwähnt ist es eine schonende Garmethode, die zudem ein tolles Aroma erzeugt. Die Tajine ist vergleichbar mit einem Römertopf, nur auf ihre Art und Weise besser für einige Gerichte geeignet, besonders natürlich für Tajine-Rezepte. Die Marokkaner essen diese Gerichte direkt und gemeinsam aus der Tajine, meist mit Fladenbrot. Wer als Gastgeber einen Marokko-Abend veranstalten möchte, sollte nicht auf den marokkanischen Minze-Tee verzichten.

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Kategorie: kochen
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Erfassung: 28.03.2009
Quelle: kochmix
 
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