Das Rittermahl essen wie die Ritter

 
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Das Rittermahl essen wie die Ritter

Fast in jeder größeren Stadt gibt es mindestens ein Restaurant, das ein mittelalterliches Rittermahl anbietet. Noch eher sind solche Betriebe in Regionen mit vielen Burgen zu finden, beispielsweise in Österreich, Bayern oder der Fränkischen Schweiz.

Das Rittermahl essen wie die RitterDoch was ist dran an solchen Rittermahlen, haben die Ritter auch wirklich gegessen was so serviert wird? Die meisten Mahle sind folgendermaßen aufgebaut. Es gibt zur Begrüßung einen Willkommenstrunk. Oftmals Met, ein Honigwein, oder auch normaler Wein. Soweit richtig. Im Mittelalter wurde viel Met, Wein und Bier getrunken.

Dann wird oft dunkles Brot angeboten, meist Roggenbrot. Das ist erst mal so nicht ganz richtig. Bis ins 11. Jahrhundert gab es zumeist Dinkelbrot, welches jedoch der ärmeren Bevölkerung vorbehalten war. Der Adel aß vornehm das weiße Brot, welches aus feinerem Mehl gebacken wurde. Dazu gibt es Griebenschmalz mit Salz, Kräutern und Gewürzen. Das wieder macht Sinn.

Salz und Gewürze waren nicht für die ärmere Bevölkerung. Gewürze wurden aus dem Ausland importiert und nicht jedermann konnte sich so etwas Teures leisten. Salz wurde besteuert, und war daher auch nicht gerade etwas mit dem der mittelalterliche Bürger verschwenderisch umgehen konnte. Es sei denn, er hatte Geld oder war adlig.

Dann wird meist eine Brühe mit Kartoffeln gereicht. Das ist völlig falsch. Die Kartoffel gibt es zwar schon seit vielen tausend Jahren, sie ist aber erst von den Spaniern nach Europa gebracht worden, und quasi erst seit Mitte des 15. Jahrhunderts überhaupt bei uns bekannt.

Wahrscheinlicher waren Graupensuppen, Gemüsesuppen oder Weinsuppen. Wurde eine deftige Brühe zubereitet, war diese mit dem damaligen Gemüse angereichert. Das waren verschiedene Kohlsorten, Karotten, Kraut und Hülsenfrüchte wie Bohnen und Erbsen.

Entgegen unserer heutigen Bezeichnung ist dies erst ein Gang. Denn damals war mit dieser Bezeichnung der tatsächliche Gang des Küchenpersonals aus der Küche in den Saal gemeint. Bei jedem Gang wurden mindestens zwei Speisen aufgetischt, und am Ende eines jeden Ganges wurde oft eine Suppe serviert.

Danach wird gerne ein Krautsalat und anderes Grünzeug serviert. Für den heutigen wie damaligen Geschmack und Usus nicht verkehrt. Wobei zu bedenken gilt, dass die meisten Adligen sich mit dem Folgegang allein schon so vollstopften, dass sie auf etwas so Gesundes wie Kraut und Salat gerne verzichteten.

Dann schließlich kommt das eigentliche Hauptgericht. Fleisch. Da nur den Adligen das Jagdrecht vorbehalten war, gab es bei diesen zu Tische auch verschiedenste Sorten Wild. Schwein, Rind, Lamm und Schaf waren alltäglich und konnten in besonders guten Fällen auch von weniger gut betuchten Bürgern gegessen werden. Aber Hirsch, Reh, Wildsau oder Wildgeflügel waren den Adligen vorbehalten. Wer nichtadlig mit solchen Leckereien erwischt wurde landete meist als Wilderer am Galgen.

Dazu werden meist Ofenkartoffeln gereicht. Wie oben schon erwähnt ist das falsch. Wahrscheinlicher ist, dass Mehlknödel gemacht wurden, beziehungsweise wurden verschiedene Pürees serviert.

Damit wäre der nächste Gang erledigt. Nach altem Brauch müsste nun noch eine Suppe serviert werden, das wird aber bei den heutigen Rittermahlen weggelassen.

Zum Schluss wird – entgegen der ritterlichen Sitte (diese aßen ja gerne fett und nicht gesund!) – nun meist noch eine Käseplatte sowie ein reichlicher Obstkorb aufgetischt. Bei den etwas fortschrittlicheren Burgherren mag dies mit Sicherheit auch so gewesen sein. Vereinzelt wird auch Backwerk wie Nonnenfötzle oder ähnliches serviert, was mit den mittelalterlichen Naschereien durchaus zusammenpasst.

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Kategorie: lifestyle
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Erfassung: 24.04.2007
Quelle: Kochmix
 
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