Chufanüsse - Die Erdmandel

 
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Chufanüsse - Die Erdmandel

Mancher Bauer rauf sich die Haare, wenn er von Erdmandeln hört. Denn dieses mit dem Papyrus verwandte Gras ist heutzutage in Maisäckern oder Blumenfeldern ein lästiges Ackerunkraut.

Mandeln aus der Erde: ChufanussAndererseits erlebt die Erdmandel oder Chufanuss (Cyperus esculentus) gerade eine kleine Renaissance. Denn die wohlschmeckenden Wurzelknöllchen sind vielseitig verwendbar, als Knabberei, als Müslizutat oder als Wurzelgemüse.

Etwa so groß wie Haselnüsse sind die leckeren Knöllchen, die man sowohl roh als auch gekocht und gebraten verspeisen kann. Für Frauen, die ja häufiger unter Eisenmangel leiden, sind sie besonders interessant: 100 Gramm Erdmandeln enthalten etwa 250 Milligramm Eisen, außerdem 45 Milligramm Calcium, 27 Milligramm Phosphor und sechs Gramm Fett. Außerdem sind sie reich an Ballaststoffen und sorgen so für eine gute Verdauung.

Verwendung der Erdmandel früher und heute

Zwar wurde die Tigernuss, wie sie auch genannt wird, bereits im 16. Jahrhundert vereinzelt in Deutschland angebaut, doch erst Ende des 18. Jahrhunderts kam man wirklich auf den Geschmack.

1798 stellte sie in Karlsruhe der „Beckerische Gartenkalender“ als eine Gartenfrucht vor, aus der man ein wohlschmeckendes Öl pressen kann. 1802 widmete ihr ein Verehrer, Johann Jacob Müller, eine ganze Abhandlung: In seiner „Anweisung zu dem einträglichen Anbau der Erdmandeln und deren Benutzung“ schwärmt er von den Vorzügen des „essbaren Cyperngrases“, berichtet von eigenen Anbauversuchen und den vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten.

„In Spanien, besonders im Königreich Valencia werden die Erdmandeln stark gebaut; und obgleich bey Madrit keine gezogen werden, so werden solche doch daselbst zum Gebrauch der Orgeate oder Mandelmilch in großer Menge verzehret. Die Spanier ziehen das aus Erdmandeln verfertigte Getränke, dem Getränke der ächten Mandeln vor, und finden solches erfrischender.“

Die Erdmandelmilch „Horchata de chufa“ ist in Spanien auch heute noch immer ein beliebtes Sommergetränk, das allerdings etwas aufwändiger herzustellen ist. Nach dem historischen Rezept müssen die gereinigten Erdmandeln, in Spanien Chufa genannt, der Ernte erst einmal gut durchtrocknen. Dann lässt man sie in Wasser aufquellen und püriert sie fein. Das Püree wird mit Wasser, Zitronensaft und Zucker verdünnt und durch ein feines Sieb gegossen – fertig ist die Horchhata. Da sie schnell zu gären beginnt, sollte man sie frisch genießen.

Auch als Ersatz für den teuren Kaffee preist er sie an: „Der Vanillengeschmack, den die geröstete Erdmandel von sich giebt, ist auffallend. Man kann den Erdmandelkaffee, schon ohne Zusatz von rechtem Kaffee, mit Lust trinken, und schon viele haben ihn dem ordinairen Kaffee vorgezogen.“ Kein Wunder, dass sie im 19. Jahrhundert auch den Beinamen Kaffeewurzel erhielt.

Doch das sind nicht die einzigen Tugenden: Getrocknet und auf einen Spieß gesteckt, könne man sie anzünden und als Kerze verwenden, berichtet Johann Jacob Müller. Aus den getrockneten und gerösteten Knollen ließe sich zudem ein wohlschmeckendes Mehl zubereiten, das, gemischt mit gewöhnlichem Mehl und kräftigem Sauerteig, auch zum Brotbacken geeignet sein. Und nicht zuletzt sei das Gras ein Viehfutter, nachdem Pferde und Kühe recht begierig seien.

Wer jetzt Lust hat, die Erdmandeln selbst anzubauen, bekommt in spezialisierten Gärtnereien Samen oder Setzlinge.

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Erfassung: 25.02.2009
Quelle: kochmix
 
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