Aquakulturen für Bio Fisch

 
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Aquakulturen für Bio Fisch

Die Meere leeren sich erschreckend – Überfischung bis zum Aussterben vieler Arten ist ein realistisches Katastrophenszenario. Doch Fisch gehört zu den wichtigsten Proteinlieferanten der Menschheit.

Aquakulturen für Bio FischObwohl Wissenschaftler und Biologen mehrfach und nachdrücklich auf die drohende ökologische Katastrophe aufmerksam gemacht haben und noch machen, ist eine effektive Änderung in diesem Bereich – noch – nicht sichtbar.

1997 war die Nordsee bereits zu 95% überfischt, und bereits sieben Jahre zuvor ist an der kanadischen Küste der Fischfang völlig zusammengebrochen. Wissenschaftliche Studien versuchen immer wieder, Regierung und Wirtschaft davon zu überzeugen, nicht mehr Fisch zu fangen, als die Natur nachproduzieren kann. Eigentlich eine Rechnung, die sogar einem Grundschüler klar sein dürfte.

Trotzdem handelt die EU weiterhin Fischereiabkommen aus, die höhere Fangquoten genehmigt als Bestände vorhanden sind. Sie entsendet Fangflotten in nicht der EU zugehörige Gewässer, während in den eigenen (schon überfischten) Gewässern strenge Vorschriften und Fangquoten herrschen. Die Reste des benötigten Fisches sollen aus Aquakulturen kommen. Doch sind Aquakulturen eine sinnvolle Alternative?

Aquakulturen stellen zurzeit den am stärksten wachsenden Zweig der Fischereiwirtschaft dar. Laut Gesetzgebung dürfen in einer Aquakultur nicht mehr als 20 kg Fisch pro Kubikmeter gezüchtet werden. Doch diese Form der Massentierhaltung bringt die bereits aus anderen Bereichen bekannten Gefahren mit sich.

Zum einen wird die Eierproduktion der Fische durch Hormonbeigaben angeregt. Die schlüpfenden Tiere werden dann in Großgehegen im Mittelmeer zur Zucht freigesetzt. Doch auch hier führt die Massentierhaltung zu Erkrankungen. Behandlung mit Antibiotika ist die Konsequenz. Zusätzlich werden die Gehegezäune mit „Anti-Fouling“-Mitteln bearbeitet. Alles Stoffe die frei in die Umwelt abgegeben werden.

Nicht alle Fische aus einer Aquakultur bleiben auch dort. Einige entwischen in die freie Natur und sorgen so dafür, dass die genetische Ausstattung der Wildbestände beeinflusst wird. Darüber hinaus müssen die Kulturfische mit einer vierfachen Menge an Fisch gefüttert werden. Diese werden natürlich in anderen Gewässern gefangen. So wird eine spezielle Fangflotte von der EU nur für diesen Zweck in den Südpazifik geschickt. Diese treibt die Überfischung weiter voran, denn Fischzucht benötigt mehr Futter als sie produziert!

Sind Bio-Fische eine Alternative? Auch diese Fische wachsen in Aquakulturen auf. Die Einzäunungen sind jedoch unbehandelt, und es dürfen nur 10 kg Fisch pro Kubikmeter gezüchtet werden. Ist das ein sinnvolles Verhältnis im Vergleich zur Massentierhaltung?

Eine artgerechte Haltung in sauberen Gewässern und ohne Beigaben chemischer Mittel ist das Markenzeichen der Bio-Fische. Wenn man von der Annahme ausgeht, dass unsere Meere auf ökologisch und biologisch gesehener Basis sauber und chemiefrei sind, und 10 kg Fisch pro Quadratmeter artgerecht sind, wäre das nachvollziehbar. Aber unsere Meere sind nunmal nicht mehr die saubersten.

Bio-Fische dürfen derzeit mit Fischabfällen aus der Konservenindustrie gefüttert werden. Und diese unterliegt nicht den Bio-Richtlinien. Immer mehr Aquakulturen sollen den Bio-Richtlinien folgen – die immer noch diskussionswürdig sind. Und immer mehr große, multinationale Unternehmen beherrschen den Markt der Aquakulturen. Ein weiterer Grund, dieser Entwicklung skeptisch entgegenzusehen.

Dabei wird in Fischereischutzgebieten wie um Cape Canaveral, Gebieten in der Karibik und den Azoren ein solch massiver Zuwachs der Fischpopulationen verzeichnet, dass in angrenzenden Gewässern die natürliche Fischfangquote um 90% zugenommen hat.

Langfristig wäre es also an der Zeit, die Zeichen der Natur zu berücksichtigen und an die Fischerei mit mehr Verstand als Geldgier heranzugehen. Nicht nur weil es praktikabler, einfacher und billiger wäre als Aquakulturen.

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Kategorie: bio
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Erfassung: 09.05.2007
Quelle: Kochmix
 
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