Apfelsaft und Apfelwein selber machen

 
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Apfelsaft und Apfelwein selber machen

Jeden Spätsommer sieht man sie in Hessen, Unterfranken und anderen Apfelgebieten durch die Gegend ziehen: Grüppchen von fröhlichen Menschen, die, mit Säcken, Körben und Bollerwagen bewaffnet, die Streuobstwiesen absuchen.

Apfelsaft und ÄpfelMan trifft sich mit Familie und Freunden, reist teilweise viele Kilometer zum Kelterfest an, um gemeinsam Apfelsaft, Apfelmost oder Apfelwein zu produzieren.  

Alles, was man braucht, ist eine Streuobstwiese, gute Laune eine Spindelpresse und viele, viele leere Flaschen.  

Die Streuobstwiese (am besten mit einem Besitzer, der einen das Fallobst gerne auflesen lässt) kann man in der entsprechenden Gegend leicht finden. Gute Laune kommt von selbst, und die Spindelpresse gibt es im Baumarkt. Ein Wasseranschluss ist ebenso wichtig wie die ausreichende Menge leerer Flaschen.  

Zunächst zieht man also unter die Apfelbäume, um Körbe, Jutesäcke und Bollerwagen zu füllen. Dann geht es zurück zum Mittelpunkt der Aktion. Hier sind zwei Wasserwannen aufgebaut, in der die Äpfel erst vom groben Schmutz gesäubert und dann richtig sauber gewaschen werden.  

Jetzt müssen die Äpfel (Bioäpfel) zerkleinert werden. Entweder per Hand mit vielen Messern, einem Fleischwolf oder einem leistungsfähigen Mixer. Am besten geht es, wenn die Spindelpresse zu den luxuriösen Geräten gehört, die ein eigenes Schnitzelwerk besitzen. Aber das sind wohl die Wenigsten.  

Findige Hobbygärtner benutzen auch gerne einen sauberen Schredder, der blitzschnell große Mengen Äpfel vom festen in den stückigen Zustand befördern kann.  

Die Apfelstücke kommen in die Presse, die mit einem Gazetuch ausgelegt ist, das als Filter feste Teile zurückhalten soll. Meist beginnt jetzt schon der Saft zu laufen, so dass von Anfang an eine große Schüssel unter dem Auslauf stehen solte. Mehrere große Kannen und Trichter helfen, den Saft aufzufangen und in die bereitgestellten leeren Flaschen zu befördern. Ein besonderes Vergnügen für die Kinder ist es, bis zu den Ellbogen in die klebrige Masse einzutauchen und den Saft herauszuquetschen. Wenn das Rinnsal sich langsam in ein Tröpfeln verwandelt, kommt der Deckel auf die Presse und Muskelkraft zum Einsatz. Dann wird der letzte Rest herausgepresst, zurück bleibt der Trester, der in der Regel als Biomüll entsorgt wird.  

Das Abfüllen ist eine klebrige Angelegenheit, man sollte die vollen Flaschen noch einmal in den Wasserwannen von allen Saftresten befreien.  

Geht es nur um unnachahmlich süßen, dunklen und leckeren Apfelsaft, muss man sich in Bescheidenheit üben und darf nicht in der Gier zu viele Flaschen abfüllen. Der Saft hält sich nicht lange und sollte schnell verbraucht werden. Nach ungefähr einer Woche verwandelt er sich in Most und beginnt auf der Zunge zu prickeln.  

Dieser Most hat es in sich. Wer zu viel davon zu sich nimmt, erfährt schnell, warum er in einigen Gegenden »Rauscher« genannt wird: Er passiert Magen und Darm schneller, als Manchem lieb ist.  

Füllt man den frischgepressten Saft in Gärbehälter und fügt etwas Hefe hinzu, erhält man nach 3-4 Monaten, in denen der Saft an einem kühlen, dunklen Ort lagert, einen fruchtig-sauren Apfelwein, wie er für Hessen bekannt ist. Er hält sich über Jahre, wenn man ihn von der Hefe und den Reststoffen trennt, die sich am Boden abgelagert haben.  

Falls Ihnen ein komplettes Kelter-Wochenende zu viel Aufwand ist, können Sie natürlich auch ganz klein anfangen, und zu Hause in der Küche einige (gesammelte) Äpfel in den Mixer werfen, das Ergebnis in ein Baumwolltuch geben und dieses auswringen. Sobald Sie einmal ein Glas selbst gepressten Apfelsaft probiert haben, wird Ihnen der Gekaufte nur noch wie ein billiger Ersatz vorkommen.

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Erfassung: 04.10.2008
Quelle: kochmix
 
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