Analogkäse oder Kunstkäse - Das falsche Spiel mit dem Käse

 
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Analogkäse oder Kunstkäse - Das falsche Spiel mit dem Käse

Wir als Verbraucher haben ja immer die schlechteren Karten. Trickserei, soweit das Auge blickt. Die Lebensmittel- und Verpackungsindustrie macht es sich einfach und gaukelt uns ein reines Bild von echten Nahrungsmitteln vor. Ihr neuester Streich ist der Analogkäse.

Analogkäse, z.B. auf Pizzen usw.Käse ist nicht gleich Käse. Lag auf Käsebrötchen und Pizzen bisher schmackhafter, echter Käse, kommt als Belag nun immer öfter eine Mischung aus Wasser, Eiweiß und Pflanzenfett darauf – sogenannter Analogkäse. Dieser Möchtegern-Käse schmeckt auch so, enthält aber keine Kuhmilch. Häufig erfährt der Verbraucher überhaupt nicht, ob es sich um echten Käse oder Kunstkäse handelt.

Billige Produktion

Für die Hersteller bieten sich durch Kunstkäse zahlreiche Vorteile. Er ist vierzig Prozent billiger und hitzebeständiger als normaler Käse, seine Schmelze wird erst bei 400 Grad erreicht, während normaler Käse schon bei 200 Grad schmilzt. Dementsprechend schneller können Tiefkühlpizzas hergestellt werden. Das spart Zeit und eine Menge Geld. Analog-Käse ist dem echten Käse zum Verwechseln ähnlich.

Er kann je nach Mischung zart schmelzen, Fäden ziehen oder nach Mozzarella schmecken, vorausgesetzt, man mengt dem Alleskönner den entsprechenden Geschmacksverstärker bei. Lebensmittelprüfer erklärten, dass Analogkäse nicht als Käse bezeichnet werden dürfe, Hersteller, die dennoch ihre Etiketten damit beschriften, machen sich strafbar. Ausgedehnte Untersuchungen ergaben, dass von 92 Käsebrötchen aus Bäckereien 35 keinen echten Käse enthielten.

Irreführende Kennzeichnung

Jahr für Jahr stellen deutsche Käsewerke 100.000 Tonnen des Imitats her. Ahnungslosen Verbrauchern wird vorgetäuscht, dass in Fertiglebensmitteln wie Pizza oder Käsebrötchen auch Käse enthalten sei, der bekanntlich keiner ist. Auch die Verpackungen verraten nur schwer, ob echter Käse oder nur ein Imitat im Produkt enthalten ist. Hersteller sind laut Gesetz sogar dazu verpflichtet, in der Verkehrsbezeichnung und auch in der Zutatenliste auf die Mischung hinzuweisen.

Leider sind die Angaben oft versteckt oder nicht vollständig. Vor allem billige Waren enthalten mit hoher Wahrscheinlichkeit Analogkäse. Abgepackter Käse ist vom Kunstkäse verschont geblieben, für den Moment jedenfalls. So essen immer mehr Verbraucher Käse aus dem Labor, ohne es überhaupt zu wissen. Der Käse liegt im gleichen Regal wie echter und wird auch auf Nachfrage als richtiger Käse deklariert. 

Für Veganer akzeptabel?

Für Menschen, die keinen Milchzucker vertragen oder auch für Veganer ist die Herstellung des Imitats ein echter Durchbruch. Sie setzen Hoffnung in die Fälschung. Aber zu Recht? Die Imitate sind meist keine Alternative, da sie neben Pflanzenfett auch Milcheiweiß enthalten, das bekanntlich ein tierisches Produkt ist. Somit ist der Pseudokäse kein pflanzliches Lebensmittel mehr.

Dagegen können laktoseintolerante Käseliebhaber zugreifen, so lang kein Milchzucker auf der Zutatenliste zu finden ist. Wer allerdings gänzlich auf E-Stoffe verzichten möchte, sollte die Finger davon lassen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden bei der Herstellung Geschmacksverstärker verwendet,  die auf Dauer die Gesundheit belasten.

Seltene Kontrollen

Das Problem sei den Überwachungsbehörden in dem Ausmaß  nicht bekannt, lautete die Aussage des Vizepräsidenten des Deutschen Verbandes Unabhängiger Prüflaboratorien. Die Bundesländer müssten systematische Kontrollen zulassen. Durch Produkte mit Fantasienamen werden Verbraucher zunehmend getäuscht  und können aus Gründen von unterlassenen Informationen nicht entscheiden, ob sie eine Mischung aus Eiweiß, Wasser, Pflanzenfett und Geschmacksverstärkern verzehren möchten oder doch lieber den echten Käse.

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Kategorie: ratgeber
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Erfassung: 22.06.2009
Quelle: kochmix
 
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