Alkoholfreier Wein es geht auch ohne Alkohol

 
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Alkoholfreier Wein es geht auch ohne Alkohol

Alkoholfreies Bier kennt jeder, und im Zuge der höchst wahrscheinlichen Entwicklung der Promille-Regelung werden alkoholfreie Biere und Weine wohl an Beliebtheit in der nächsten Zeit steigen.

Alkoholfreier Wein es geht auch ohne AlkoholImmerhin strebt die Bundesregierung in ihren Diskussionen eine Null-Promille-Regelung für alle an, und in einigen Ländern der EU gilt diese Regelung ja bereits.

Doch während alkoholfreies Bier wohl bekannt ist, trinken die Weinliebhaber lieber weiter ihr Viertele mit Alkohol, ohne zu wissen, dass es auch anders ginge. Ist alkoholfreier Wein denn so etwas Neues?

Nein, ganz und gar nicht. Selbst Ägypter und Römer kannten schon ein Verfahren, um dem Wein den Alkohol zu entziehen. Denn damals wie heute war man sich einer Sache wohl bewusst: Alkohol ist ein Gift, das je nach Dosis verheerende Wirkung haben kann. Doch alkoholfreier Wein ist mitnichten einfach nur Traubensaft. Der Wein wird in jedem Fall aus vorher fertig vergorenem Wein hergestellt.

Damals entzog man durch die einfache Methode des Erhitzens dem Wein seinen Alkohol. Denn Alkohol verdampft bereits bei 78°C. Jedoch gehen bei dieser Methode auch Aromastoffe verloren, da Alkohol als Aromaträger dient. Das führt natürlich dazu, dass der Wein komisch schmeckt, nicht zuletzt wie ein Konzentrat, wenn ihm zu viel Flüssigkeit verloren geht.

Seinen ersten Boom hatte der alkoholfreie Wein während der alkoholfreien Prohibitionszeit der USA in den 1920-er und 30-er Jahren.

Es gibt verschiedene Methoden, dem Wein Alkohol zu entziehen: Bei der Umkehrosmose werden Flüssigkeiten an einer extrem feinporigen Membran voneinander getrennt, dabei auch die Alkoholmoleküle. Dieses Verfahren dauert mehrere Stunden. Außerdem muss ein ständig destillierter Hilfswein mit eingesetzt werden, der eventuell den Geschmack beeinträchtigt.

Ein zweites Verfahren ist die Dünnschichtverdampfung. Eigentlich eingesetzt zur Konzentration von Fruchtsäften, wird bei dieser Technik mit hohen Temperaturen gearbeitet. Doch bei bis zu 80°C gehen nicht nur Aromastoffe verloren. Bis zu 70 Prozent des Weines verdampfen dabei gleich mit. DAs wird durch Zugabe von Traubensaft und Kohlensäure aufgefangen – was den ursprünglichen Weingeschmack natürlich immens verfälscht.

Die beste Methode ist nicht einmal die neueste. Schon 1908 erhielt Dr. Carl Jung das erste Patent zur Entalkoholisierung mittels Vakuum. Im Vakuum verdampft Alkohol nämlich bereits bei 27°C, das liegt sogar noch unter der Gärtemperatur eines Weines.

Diese Methode ist zudem sehr schnell, da der Wein ja nicht so hoch erhitzt werden muss. Das Verfahren dauert nur einige Minuten. Mit der Vakuum-Methode wird der Wein außerdem viel schonender entalkoholisiert. Ein Großteil der Aromen bleibt erhalten. Nur einige leicht flüchtige Aromastoffe verschwinden zugleich mit dem Alkohol. Doch sie kann man in einem speziellen Verfahren zurückgewinnen und dem Wein wieder zufügen.

Eigentlich ist mit der Vakuum-Methode eine vollständige Entalkoholisierung auf 0,0 Promille möglich. Da aber aus geschmacklichen Gründen immer etwas Weingeist benötigt wird, fügt man in der Regel nachträglich immer etwas Trockenbeerauslese hinzu. Die Regelung des Alkoholgehalts für alkoholfreie Getränke hat der Gesetzgeber festgelegt: Das Maximum beträgt 0,5%vol, das sind 4 g Alkohol pro Liter. Ein solcher Wein hat in der Regel 0,2%vol. Zum Vergleich: Roggenbrot hat einen höheren Alkoholanteil.

Wird der Wein obendrein noch kaltsteril abgefüllt, ist jedes Risiko einer Wärmeschädigung ausgeschlossen, und der Wein schmeckt, wie ein Wein schmecken soll. Außerdem ist er nach diesem Verfahren sogar um zwei Drittel kalorienärmer als ein herkömmlicher Wein oder Traubensaft – also kann man sich sogar im Rahmen einer Diät mal ein Gläschen zum Sonntagsmenü gönnen.

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Erfassung: 01.05.2007
Quelle: Kochmix
 
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